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Marktentwicklung der Rüstungsindustrie und Verkauf der Zivilsparte von Rheinmetall an AEQUITA

Marktentwicklung der Rüstungsindustrie und Verkauf der Zivilsparte von Rheinmetall an AEQUITA

4. Juni 2026 von Anna Schröder

Rheinmetall hat die Entscheidung getroffen, seine Zivilsparte Power Systems für 350 Millionen Euro an die Münchner Industriegruppe AEQUITA zu veräußern. Der Schritt markiert einen strategischen Wendepunkt: Das Unternehmen will sich künftig stärker auf margenstarke militärische Geschäfte konzentrieren und damit von den anhaltend wachsenden globalen Verteidigungsausgaben profitieren.

Verkauf der Zivilsparte von Rheinmetall an AEQUITA

Der Kaufvertrag über 350 Millionen Euro wurde im Juni 2026 unterzeichnet. Rheinmetall plant, den Abschluss bis zum vierten Quartal 2026 zu finalisieren – jedoch unter kartellrechtlichem Vorbehalt. AEQUITA übernimmt 100 % der nach vorherigen Verkäufen verbliebenen Teile der Zivilsparte und beabsichtigt, alle rund 6.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Power Systems Division weiter zu beschäftigen.

„Dies ist ein firmenhistorisch bedeutender Schritt“, erklärte Armin Papperger, CEO der Rheinmetall AG. „Wir konzentrieren uns auf das margenstarke Geschäft mit den militärischen Kunden, wo wir hervorragende Wachstumschancen haben.“

„Wir sind sehr stolz, dass Rheinmetall AEQUITA als neuen Eigentümer der Division Power Systems ausgewählt hat“, sagte Dr.-Ing. Axel Geuer, Chairman & Co-CEO von AEQUITA. „Das Unternehmen stellt eine hervorragende Ergänzung für unsere Automotive-Division dar, die nun einen Umsatz von etwa 5 Milliarden Euro erzielen wird.“

  • Verkaufspreis: 350 Millionen Euro
  • Käufer: AEQUITA (Industriegruppe, Sitz München)
  • Betroffene Belegschaft: ca. 6.250 Mitarbeitende
  • Geplanter Abschluss: Q4 2026, unter kartellrechtlichem Vorbehalt

Strategische Fokussierung auf den militärischen Sektor

Rheinmetall nutzt den Verkauf, um Ressourcen gezielt in den militärischen Bereich zu lenken. Das Unternehmen erweitert sein Portfolio von bislang landgestützten Systemen auf die Domänen Air, Sea und Space. Durch die Konzentration auf margenstarke Rüstungsgeschäfte soll die langfristige Profitabilität gesichert und Wachstumspotenziale optimal ausgeschöpft werden.

Marktentwicklung der Rüstungsindustrie

Die globalen militärischen Ausgaben stiegen 2022 auf etwa 2,113 Billionen US-Dollar (2.113 Mrd. USD). Diese Entwicklung verdeutlicht das stabile Wachstum im Verteidigungssektor und untermauert Rheinmetalls strategische Entscheidung, sich stärker auf diesen Markt zu fokussieren.

Die Zahlen stammen aus der Military Expenditure Database des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und spiegeln die weltweite Tendenz wider, Verteidigungsbudgets in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen.

Kartellrechtliche Herausforderungen beim Verkauf

Der Vorgang unterliegt einer kartellrechtlichen Prüfung, die in der europäischen Praxis bis zu 12 Monate dauern kann. Solche Prüfungen beeinflussen das Timing und den Abschluss von Unternehmensübernahmen erheblich.

Die Cartel Regulation Overview der Europäischen Kommission gibt Aufschluss über die typische Dauer und die Verfahren solcher Prüfungen, die im Jahr 2023 noch bis zu einem Jahr in Anspruch genommen haben.

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Ausnahmen und verbleibende Geschäftsbereiche bei Rheinmetall

Im Zuge des Verkaufs bleiben bestimmte Aktivitäten und Standorte im Rheinmetall-Konzern:

  • Die drei deutschen Standorte der KS Huayu AluTech GmbH (Neckarsulm, Walldürn, Langenhagen) verbleiben als Joint-Venture im Konzern.
  • Die Beteiligung an der Dermalog SensorTec GmbH wird dauerhaft in die Division Weapon and Ammunition integriert, wobei die Mitarbeitenden weiterhin am Standort Neuss tätig bleiben.
  • Das spanische Werk Pierburg S.A. – Abadiano bleibt bei Rheinmetall und wird zunächst als hybrider Standort zivile und militärische Produkte herstellen, bevor die komplette Umstellung auf militärische Fertigung erfolgt.

Schnellüberblick:

Welche Firmen übernehmen die Zivilsparte von Rheinmetall?

Die Zivilsparte wird von AEQUITA übernommen, einer Industriegruppe mit Sitz in München.

Wie viele Mitarbeiter bleiben nach dem Verkauf bei AEQUITA?

AEQUITA plant, alle rund 6.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Power Systems Division weiter zu beschäftigen.

Wie hoch waren die globalen militärischen Ausgaben im Jahr 2022?

Etwa 2,113 Billionen US-Dollar (2.113 Mrd. USD).

Wie lange können kartellrechtliche Prüfungen dauern?

Bis zu 12 Monate, basierend auf Daten aus dem Jahr 2023.

Quellen

  • https://www.sipri.org
  • https://ec.europa.eu/competition

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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