BAE Systems erhält $184 Millionen‑Auftrag für 30 ACV‑30 – Meilenstein für das Amphibious Combat Vehicle‑Programm
Das U.S. Marine Corps hat BAE Systems einen Full-Rate-Production-Vertrag (FRP) im Wert von rund 184 Millionen US-Dollar erteilt. Der Auftrag umfasst die Fertigung von 30 zusätzlichen Amphibious Combat Vehicles in der Variante ACV-30 und erhöht die Gesamtzahl bestellter ACV-30-Fahrzeuge auf über 100 Einheiten. Damit wird das Programm weiter von der Erprobungs- in die Serienproduktionsphase überführt und stärkt die Einsatzfähigkeit der Marines in maritimen und landbasierten Szenarien.
Details zum Full-Rate-Production-Los 6A
- Auftragswert: 184 Millionen USD
- Bestellte Einheit: 30 ACV-30-Fahrzeuge
- Gesamtzahl ACV-30-Fahrzeuge nach Auftrag: > 100 Stück
- Programm-Tranche: FRP 6A (Erweiterung von Lot 5/6)
- Vertragspartner: U.S. Marine Corps (Beschaffungsorganisation)
Varianten der Amphibious Combat Vehicle-Familie
Die ACV-Familie besteht aus mehreren Varianten, die ein breites Einsatzspektrum abdecken:
- ACV-30 – bewaffnet mit einem ferngesteuerten 30-mm-Waffensystem, primär für Kampfoperationen.
- Personnel Carrier – Transport von Truppen, in einem früheren Los 2024 für 40 Einheiten bestellt (211 Mio. USD).
- Command – Führungsfahrzeug für taktische Koordination.
- Recovery (ACV-R) – Ausgestattet mit einem Kran-System vom Anniston Army Depot, drei Testfahrzeuge wurden 2026 geliefert.
Produktionsstandorte und industrielle Wirkung
Die Fertigung und Integration der ACV-Fahrzeuge erfolgt an mehreren Standorten in den USA, was sowohl die geografische Streuung der Produktion als auch die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt:
- Pennsylvania – Endmontage und Fahrzeugproduktion in Johnstown und York.
- South Carolina – Integration des 30-mm-Turms an einem Marine-Standort (Charleston).
Durch die Auftragsvergabe leistet das Programm einen Beitrag zur industriellen Wertschöpfung in beiden Bundesstaaten.
Finanzielle Gesamtschau des ACV-Programms
Der neue Auftrag fügt sich in einen bereits umfangreichen Finanzierungsrahmen ein:
- Kumulierter Programmwert (inkl. aller Optionen bis 2026): ca. 2,7 Milliarden USD.
- Vorheriges Los (2024): 211 Millionen USD für 40 Personnel-Varianten.
- Gesamtkosten für ACV-30-Variante: steigende Ausgaben führen zu Verhandlungen über Preisreduktionen mit BAE Systems.
Die finanzielle Skalierung verdeutlicht das langfristige Engagement des Marine Corps für den Ersatz der veralteten Amphibious Assault Vehicles (AAV) durch moderne, besser geschützte Plattformen.
Anzeige*Bedeutung für das U.S. Marine Corps
Die ACV-30 ergänzt die Modernisierung der amphibischen Kapazitäten des Marine Corps in mehreren Schlüsselbereichen:
- Erhöhte Mobilität – Einsatz vom Schiff zur Küste und weiter ins Landesinnere.
- Verbesserter Schutz – moderne Panzerung und Überlebensfähigkeit gegenüber Bedrohungen.
- Digitale Vernetzung – Integration in netzwerkbasierte Gefechtsführung.
- Flexibilität – Nutzung verschiedener Varianten (Transport, Führung, Wiederherstellung) je nach Missionsbedarf.
Der Übergang zur stabilen Serienfertigung unterstreicht das Vertrauen des Marine Corps in die Leistungsfähigkeit des Systems und stärkt die operative Durchsetzungsfähigkeit in zukünftigen Konfliktszenarien.
Fazit
Der FRP-6A-Auftrag über 184 Millionen USD für 30 ACV-30-Fahrzeuge markiert einen entscheidenden Schritt in der Voll-Rate-Production des Amphibious Combat Vehicle-Programms. Mit einem kumulierten Gesamtwert von etwa 2,7 Milliarden USD und einer wachsenden Flotte von über 100 Fahrzeugen wird das veraltete AAV sukzessive ersetzt. Die Kombination aus vielseitigen Varianten, dezentralen Produktionsstandorten in Pennsylvania und South Carolina sowie der Fokus auf Mobilität, Schutz und digitale Vernetzung macht das ACV-Programm zu einem zentralen Pfeiler der zukünftigen amphibischen Kriegsführung der United States Marines. Gleichzeitig stärkt das Projekt die US-Industrie und schafft Arbeitsplätze in mehreren Bundesstaaten – ein klares Signal für die strategische Partnerschaft zwischen dem Marine Corps und BAE Systems.

