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Lockheed Martin schließt 850-F-35-Rahmenvertrag US-Verteidigung

Das US-Verteidigungsministerium und Lockheed Martin haben am 22. Oktober einen zehnjährigen Rahmenvertrag über mindestens 850 F-35-Kampfjets abgeschlossen - ein Schritt, der die Beschaffungsplanung langfristig verankern soll.

3 Min. Lesezeit

Umfang garantierte Mindestabnahme850 FlugzeugeJährliche Fertigungsrate156 Flugzeuge pro JahrZugesagte Eigeninvestition Lockheed Martin7 Milliarden USDVom Kongress bewilligte F-35-Beschaffung 202647 FlugzeugePrognostizierte Lebenszykluskosten> 2 Billionen USD

Hintergrund des Rahmenvertrags

Der Vertrag deckt die Lose 21 bis 30 ab und stellt ein Grundsatzabkommen dar, das Parameter und Mindestmengen definiert. Er ist jedoch erst wirksam, wenn der US-Kongress eine Mehrjahresermächtigung (Multiyear Procurement) genehmigt und die entsprechenden Mittel bereitstellt.

Vertragsdetails im Überblick

  • Mindestens 850 F-35-Jets über zehn Jahre zu beschaffen.
  • Lockheed Martin investiert mindestens 7 Milliarden USD aus Eigenmitteln in Programm-Initiativen.
  • Produktionsrate bleibt bei 156 Flugzeugen pro Jahr, wodurch das globale Produktionskontingent stabil bleibt.
  • Internationale Partnerflotten werden in den Losen 21-30 berücksichtigt, profitieren von denselben Stückzahlenrabatten.

Beschaffungsrate vs. Kongressbewilligung

Der Pentagon-Plan sieht eine durchschnittliche Jahresrate von rund 85 F-35-Jets vor. Im Haushaltsjahr 2026 hat der Kongress jedoch nur 47 Maschinen bewilligt – ein deutlicher Rückgang, der die Diskrepanz zwischen militärischen Bedürfnissen und haushaltspolitischen Vorgaben verdeutlicht.

Einsatzbereitschaft und Instandhaltungsbedarf

Laut Bericht des US-Rechnungshofs GAO sank die flächenweite “Mission-Capable”-Rate im Jahr 2025 auf 44 %, während nur 25 % der Jets für sämtliche Kernmissionen voll einsatzfähig waren. Diese Situation hat das Pentagon veranlasst, ein “Global Support Solution Reset”-Programm mit einem Budget von 13,7 Milliarden USD zu starten, um Ersatzteilengpässe zu beheben und Reparaturzeiten zu verkürzen.

Wirtschaftliche Dimensionen – Lebenszykluskosten

Die reinen Beschaffungskosten stellen lediglich einen Bruchteil des finanziellen Gesamtvolumens dar. Der GAO schätzt die Lebenszykluskosten des F-35-Programms bis zum geplanten Ausscheiden im Jahr 2088 auf über 2 Billionen USD, wobei etwa 75 % auf Betrieb und Instandhaltung entfallen. Preisstabilität bei Ersatzteilen wird damit zu einem essentiellen Faktor für Steuerzahler und Budgetplaner.

Risiken und Gegenargumente

  • Verfassungs- und haushaltsrechtliche HürdenMultiyear Procurement erfordert eine formelle Sondergenehmigung, die bei laufenden Budgetrestriktionen und Übergangsbudgets (Continuing Resolutions) blockiert sein kann.
  • Abhängigkeit von kritischen ZulieferteilenMehr als 48 kritische Bauteile gelten als Engpass; Engpässe bei Komponenten wie Cockpithauben und Triebwerksteilen können die angestrebte Steigerung der Einsatzbereitschaft verzögern.

Schnellüberblick

Handelt es sich bei der Vereinbarung bereits um eine verbindliche Flugzeugbestellung?

Nein. Es handelt sich um ein Grundsatzabkommen über Parameter und Mindestmengen. Eine verbindliche Bestellung erfolgt erst, wenn der US-Kongress die mehrjährige Beschaffungsermächtigung genehmigt und budgetiert.

Warum wechselt das Pentagon von jährlichen Verträgen zu einer Zehnjahresvereinbarung?

Bisher führten jährliche Verhandlungszyklen zu Planungsunsicherheit bei Zulieferern und schwankenden Teilepreisen. Die Zehnjahresperspektive soll Skaleneffekte, Großbeschaffungen von Rohstoffen und gezielte private Fertigungsinvestitionen ermöglichen.

Welche Rolle spielen internationale Partnernationen in diesem Rahmen?

Bestellungen der internationalen Kunden fließen in die gleichen Produktionslose 21-30 ein, sodass die Jahresfertigungsrate von 156 Flugzeugen pro Jahr erhalten bleibt und Partner von identischen Mengenrabatten profitieren.

Quellen · 4

Stand: 23.10.2026
  1. lockheedmartin.com en/us/news/features/2026/f-35-framework-agreement.html
  2. breakingdefense.com 2026/10/pentagon-lockheed-agree-to-decade-long-f-35-framework-deal-for-hundreds-of-jets
  3. gao.gov products/gao-26-106703
  4. gao.gov products/gao-24-106703
Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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