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Mehrjahresauftrag des IMOD an Elbit Systems: 260 Millionen US‑Dollar für heimische Luftmunition

Mehrjahresauftrag des IMOD an Elbit Systems: 260 Millionen US‑Dollar für heimische Luftmunition

28. Januar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Das israelische Verteidigungsministerium (IMOD) hat über seine Abteilung für Verteidigungsbeschaffung (DPD) einen mehrjährigen Auftrag für Luft-Boden-Munition im Wert von rund 183 Millionen US-Dollar an Elbit Systems vergeben. Parallel dazu wurde ein zweiter Vertrag abgeschlossen, sodass das gesamte Auftragsvolumen auf 260 Millionen US-Dollar ansteigt. Der Auftrag dient der Nachbeschaffung verbrauchter Bestände aus dem laufenden Krieg, stärkt die heimische Produktionsbasis und reduziert die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten.

Auftragsumfang und enthaltene Munitionsarten

Der Vertrag umfasst mehrere Produktgruppen, die für die IDF-Luftwaffe von zentraler Bedeutung sind:

  • Luft-Boden-Munition, darunter die schwergewichtige MK-84-Bombe, die bislang aus den USA importiert wurde.
  • Lenkflugkörper und Präzisionslenkungs-Kits für erhöhte Zielgenauigkeit.
  • Mehrzweck-Bomben (GP-Bomben), Überschallraketen und weitere fortschrittliche Standoff-Waffen.

Die Produkte zeichnen sich durch hohe Präzision, operative Flexibilität und verbesserte Überlebensfähigkeit aus – Eigenschaften, die im modernen Schlachtfeld von entscheidender Bedeutung sind.

Strategische Bedeutung für die israelische Verteidigungsindustrie

Minister Israel Katz betonte die übergeordnete Zielsetzung: „Der Ausbau der Verteidigungsindustrie Israels ist eine oberste Priorität für die Sicherheit und das Land.“ Der Auftrag soll die Unabhängigkeit von Importen sichern, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken und die IDF-Einsatzbereitschaft für ein schwieriges Sicherheitsjahrzehnt erhöhen. Generalmajor (a. D.) Amir Baram, Generaldirektor des IMOD, ergänzte: „Dieser Vertrag reiht sich ein in eine Reihe mehrjähriger Vereinbarungen zum Aufbau von Streitkräften und zur Auffüllung der Bestände für die kommenden Jahre.“

Durch die Aufstockung der heimischen Produktionskapazitäten soll Israel langfristig eine autarke Munitionsversorgung gewährleisten.

Produktionsausbau und Reduzierung der Importabhängigkeit

Elbit Systems plant den Bau einer eigenen Rohstofffabrik, um Tausende Einheiten schwerer Munition, insbesondere die MK-84-Bomben, in Israel zu fertigen. Dieser Schritt reduziert die bisherige Abhängigkeit von US-Lieferungen und von internationalen Zulieferern, etwa Schweizer Firmen für Dual-Use-Komponenten wie Laser von Alpes Lasers.

  • Einrichtung einer Rohstofffabrik für die Inlandproduktion.
  • Herstellung von Tausenden Einheiten schwerer Munition jährlich.
  • Verlagerung kritischer Lieferketten von ausländischen zu heimischen Quellen.

CEO Bezhalel (Butzi) Machlis unterstrich: „Wir engagieren uns weiterhin für die Stärkung der heimischen Produktionsinfrastruktur Israels, als Teil unserer Partnerschaft und Verpflichtung gegenüber dem IMOD und der IDF.“

Exportpotenzial und internationale Aufträge

Der erweiterte Produktionsrahmen eröffnet neue Exportchancen. Neben dem Luft-Munitionsauftrag erhielt Elbit einen separaten Vertrag über 95 Millionen US-Dollar für die SkyStriker-Loitering-Munition, die an ein europäisches Land geliefert wird. Diese Parallelität verdeutlicht die globale Relevanz israelischer Verteidigungstechnologien.

  • 95 Millionen US-Dollar für SkyStriker-Loitering-Munition an europäische Kunden (CUAS Hub, 2026).
  • Steigendes internationales Interesse an Präzisionsmunition und Lenkflugkörpern.
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Kritische Perspektiven und ethische Fragen

Der Auftrag wird von kritischen Beobachtern auch im Kontext des Gazakriegs diskutiert. Fragen zu Exportkontrollen, ethischen Implikationen und der Rolle von Dual-Use-Komponenten aus der Schweiz werden laut. Ein Bericht des Beobachters (2026) weist darauf hin, dass trotz der Unabhängigkeitsstrategie weiterhin Lieferungen von Schweizer Lasern an Elbit erfolgen, was die vollständige Autarkie relativiert.

Wichtige Zitate

  • Israel Katz (Verteidigungsminister): „Der Ausbau der Verteidigungsindustrie Israels ist eine oberste Priorität für die Sicherheit und das Land.“
  • Amir Baram (Generalmajor, a. D., Generaldirektor IMOD): „Dieser Vertrag über Luftmunition reiht sich ein in eine Reihe mehrjähriger Vereinbarungen zum Aufbau von Streitkräften.“
  • Bezhalel Machlis (Präsident & CEO Elbit Systems): „Wir engagieren uns weiterhin für die Stärkung der heimischen Produktionsinfrastruktur Israels.“

Quellen und weiterführende Links

  • Defence-Network – Elbit Systems erhält 183 Millionen-US-Dollar-Auftrag für Luftmunition (2026)
  • CUAS Hub – 95 Millionen-US-Dollar-Auftrag für SkyStriker-Loitering-Munition (2026)
  • Beobachter – Schweizer Exporte an Rüstungskonzern in Israel (2026)

Fazit

Der mehrjährige Auftrag des IMOD an Elbit Systems mit einem Gesamtvolumen von 260 Millionen US-Dollar markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einer unabhängigen, robusten und exportorientierten israelischen Verteidigungsindustrie. Durch den Ausbau der heimischen Produktionskapazitäten, insbesondere der Fertigung von MK-84-Bomben, wird die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten reduziert. Gleichzeitig eröffnet die gesteigerte Produktionsleistung neue Märkte, wie den kürzlich vergebenen SkyStriker-Auftrag für europäische Kunden. Kritische Stimmen mahnen jedoch an, die ethischen Implikationen und verbleibende Lieferkettenabhängigkeiten, etwa von Schweizer Dual-Use-Komponenten, nicht aus den Augen zu verlieren. Insgesamt stärkt der Vertrag die Einsatzbereitschaft der IDF, fördert die wirtschaftliche Resilienz Israels und positioniert das Land als wichtigen Akteur im globalen Rüstungsmarkt.

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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