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Ornadyne O1 täuscht Radar bei Game of Drones, gilt als Vogel

Die bionische Flügelschlagdrohne O1 von Ornadyne wurde bei der Militärübung "Game of Drones" auf der Edwards Air Force Base von Radarsensoren fälschlich als Vogel klassifiziert, wodurch traditionelle Counter-UAS-Systeme umgangen wurden.

3 Min. Lesezeit

Sensoren-KlassifikationFehlklassifikation als biologischer Vogel (2026)Gewicht450 Gramm (2026)Maximale Reichweite10 km (2026)Flugdauer> 60 Minuten (2026)Teilnehmende Firmen bei Game of Drones45 Hersteller (2026)

Eine Drohne im Tierkleid

Sie sieht aus wie ein Vogel, fliegt wie ein Vogel und bleibt für Drohnenabwehrsysteme offenbar unentdeckt: Bei einer Übung der US Air Force hat das Unternehmen Ornadyne mit seiner neuartigen Flügelschlagdrohne O1 für Aufsehen gesorgt. Anders als herkömmliche Drohnen nutzt das unbemannte Fluggerät keine Propeller, sondern bewegliche Flügel, die den natürlichen Flügelschlag eines Vogels nachahmen.

Physikalischer Täuschungsmechanismus

Der Grund für die Fehlklassifikation durch etablierte Flugabwehrsensoren liegt in der physikalischen Signalverarbeitung moderner Drohnenradare. Standardmäßige Abwehrsysteme verlassen sich auf die Analyse von Mikro-Doppler-Signaturen: Die schnellen Rotationen konventioneller Propellerblätter erzeugen charakteristische hochfrequente Echos, anhand derer Algorithmen unbemannte Flugsysteme selbst bei kleinem Radarquerschnitt präzise erfassen. Bei Flügelschlagdrohnen entfällt diese mechanische Signatur vollständig. Stattdessen reflektieren die schlagenden Schwingen der O1 asymmetrische, niederfrequente Signalmuster, die von integrierten Mustererkennungsprogrammen standardmäßig als Vogelschwarm oder Einzeltier interpretiert und als Hintergrundrauschen verworfen werden.

Hintergrund des Entwicklerteams und Start-up-Förderung

Ornadyne entstand aus dem Umfeld führender US-Luft- und Raumfahrtprogramme. Das Start-up wurde von Armen Arakelyan, ehemaliger Komponenten-Ingenieur für das Starship-Programm bei SpaceX, und Geourg Kivijian, früher beim NASA Jet Propulsion Laboratory, gegründet und im US-Gründerzentrum Y Combinator gefördert. Der erste Flug erfolgte per Handstart mit Tablet-Steuerung, ohne Startkatapult oder Landebahn, und das System war 2026 einsatzbereit.

Institutioneller Rahmen der “Game of Drones”-Übungen

Die Erprobungsserie wird quartalsweise von der 412th Test Wing Experimental Test Force und der Einheit US-X der Defense Contract Management Agency (DCMA) organisiert. Sie zielt darauf ab, kommerzielle Drohnentechnologien im Schnellverfahren auf die militärische “Blue List” zu heben. Im ersten Erprobungsjahr 2026 nahmen 45 kommerzielle Firmen teil, wobei rund 1.000 Experten aus Militär, Industrie und Behörden anwesend waren. Die Übung dient der direkten Beschaffungsvorbereitung für das US-Militär im Rahmen der Initiative “Drone Dominance”.

Technische Daten der O1

  • Gewicht: 450 g
  • Maximale Reichweite: 10 km
  • Flugdauer: mehr als 60 Minuten
  • Startmethode: Handstart mit Tablet-Steuerung
  • Anpassbare Optik: Farbe, Flügelspannweite und Silhouette können verschiedene heimische Vogelarten imitieren

Risiken und Gegenargumente

  • Restrisiko durch Funk- und Steuerungsemissionen (RF-Signatur)Selbst wenn Radar und Akustik die Drohne als Vogel werten, verraten aktive Funksignale zur Bildübertragung oder Steuerung das Gerät an Radiofrequenz-Peiler, sofern kein vollautonomer Flugmodus ohne Datenverbindung genutzt wird.
  • Eingeschränkte Nutzlast und mechanischer VerschleißMit rund 450 Gramm Maximalgewicht bleibt die Zuladung auf leichte Sicht- oder Miniatur-Infrarotkameras beschränkt. Mechanische Getriebe für Flügelschlagbewegungen weisen zudem eine höhere Verschleißanfälligkeit bei Windböen auf als starre Tragflächen.

Schnellüberblick

Warum übersehen Radarsysteme eine Flügelschlagdrohne wie die O1?

Moderne Drohnenabwehr-Radare scannen nach den hochfrequenten Rotationsmustern von Propellern (Mikro-Doppler-Effekt). Schlägt ein Objekt stattdessen mit flexiblen Flügeln, stufen KI-basierte Filterprogramme die Bewegung als biologischen Vogel ein und filtern das Signal aus, um Falschalarme zu verhindern.

Wer steckt hinter dem Hersteller Ornadyne?

Das US-Start-up wurde von ehemaligen Raumfahrtingenieuren gegründet: Armen Arakelyan war zuvor Hardware-Entwickler für SpaceX-Starship-Komponenten, während Mitgründer Geourg Kivijian Erfahrungen am NASA Jet Propulsion Laboratory sammelt.

Was geschieht nach dem Test bei “Game of Drones”?

Erfolgreich getestete Systeme können in die “Blue List” der Defense Contract Management Agency (DCMA) aufgenommen werden, was US-Militärdienststellen und Bundesbehörden eine beschleunigte Beschaffung ohne langwierige Ausschreibungsverfahren erlaubt.

Quellen · 3

Stand: 08.11.2026
  1. taskandpurpose.com news/ornadyne-o1-bird-drone-game-of-drones
  2. dvidshub.net news/game-of-drones-26-3-edwards
  3. nature.com articles/s41598-018-35880-9
Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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