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Rheinmetall, MSC übernehmen Mangalia-Werft für 138 Mio. €: Dual-Use-Hub

Rheinmetall und die Reederei MSC haben die ehemalige Damen-Shipyards Mangalia für rund 138 Mio. € erworben und planen, das Areal zu einem Dual-Use-Hub für zivile und militärische Schiffbauprojekte am Schwarzen Meer umzuwandeln.

3 Min. Lesezeit

Kaufpreis (netto)138,03 Mio. EURUrsprünglicher Schätzwert184 Mio. EURWerftflächeca. 100 haMaximales Trockendock-Maß360 × 60 mMarinebeschaffungsprogramm Rumänienca. 920 Mio. EUR

Insolvenzhintergrund und Auktionsverlauf

Die Damen-Shipyards Mangalia geriet 2024 nach einem langjährigen Gesellschafterstreit zwischen dem rumänischen Staat (51 %) und der niederländischen Damen-Gruppe (49 %) in die Insolvenz. Im Juni 2024 erfolgte die Eröffnung des Verfahrens, und im Frühjahr 2026 wurde die Werft in Liquidation überführt. Nach vier gescheiterten Versteigerungsrunden erzielte der Insolvenzverwalter CITR im fünften Anlauf einen Zuschlag von 138,03 Mio. € netto – das entspricht 75 % des ursprünglichen Schätzwerts von 184 Mio. €.

Industrielle Dimension und Infrastruktur des Werftareals

Die Mangalia-Werft gehört zu den größten Schiffbaukomplexen Südosteuropas. Das Areal erstreckt sich über knapp 100 Hektar und umfasst drei Trockendocks, wobei das größte Dock 360 × 60 Meter misst – ausreichend für den Bau und die Instandsetzung von Großschiffen. Zusätzlich stehen etwa 1.550 Meter Kaikapazität am Hafenbecken zur Verfügung, was das Potenzial für umfangreiche Werft- und Logistikaktivitäten unterstreicht.

Rumänisches Marineprogramm: Auftragsumfang und Zeitplan

Im Mai 2026 vergab die rumänische Regierung ein Marinebeschaffungsprogramm mit einem geschätzten Auftragswert von rund 920 Mio. EUR. Im Rahmen dieses Pakets sollen vier Schiffe gebaut werden: zwei 96-Meter-lange Hochsee-Patrouillenschiffe und zwei 43-Meter-lange Taucherunterstützungsschiffe. Die Auslieferung ist für den Zeitraum 2028 bis 2030 geplant.

Dual-Use-Konzept: Trennung von zivilem und militärischem Schiffbau

Rheinmetall und MSC beabsichtigen, das Gelände physisch und organisatorisch zu teilen. Einerseits sollen zivile Schiffbau-Einheiten für den internationalen Handel – unter der Leitung von MSC – etabliert werden. Andererseits werden streng abgesonderte militärische Zonen für die Fertigung der vier Marineschiffe sowie für zukünftige Rüstungsprojekte geschaffen.

“Mit der Übernahme planen wir einen umfassenden Ausbau und eine Modernisierung der Werft. Unser Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur weiterzuentwickeln, die Produktionsbedingungen zu verbessern und die Kapazitäten an die künftigen Anforderungen anzupassen. Damit soll der Standort langfristig eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unserer strategischen Aktivitäten in Südosteuropa übernehmen und unsere industrielle Präsenz vor Ort stärken”

Tim Wagner, CEO, Division Naval Systems, Rheinmetall

Risiken und Gegenargumente

  • RechtsstreitigkeitenDer frühere Minderheitsgesellschafter Damen hat ein Rechtsmittel gegen die beschleunigte Liquidation eingelegt; das Berufungsgericht Constanța prüft den Fall im November 2026.
  • ModernisierungsbedarfDie Werft war monatelang im Insolvenzstillstand. Die Wiederinbetriebnahme der Docks, die Rekrutierung von Fachpersonal und die Implementierung militärischer Sicherheitszonen erfordern umfangreiche, nicht quantifizierte Folgeinvestitionen.
  • Unklare KostenaufteilungBislang ist nicht veröffentlicht, welcher Partner welchen prozentualen Anteil an der Kaufsumme von 138 Mio. EUR und an den laufenden Betriebskosten übernimmt.

Schnellüberblick

Warum musste die Mangalia-Werft in Insolvenz gehen?

Nach Gesellschafterstreitigkeiten zwischen dem rumänischen Staat und der niederländischen Damen-Gruppe verfielen die finanziellen Strukturen; die Werft geriet 2024 in Insolvenz und wurde 2026 liquidiert.

Wie ist die Aufteilung der Werft zwischen ziviler und militärischer Nutzung?

Das Gelände wird in separate zivile Abteilungen für MSC-Handelsschiffbau und strikt abgegrenzte militärische Zonen für Marineprojekte aufgeteilt.

Warum ist das Vorhaben strategisch wichtig für Rumänien und die NATO?

Der Neustart in Mangalia verschafft Südosteuropa und der NATO-Ostflanke an der Schwarzmeerküste bedeutende Fertigungs- und Wartungskapazitäten im Sicherheits- und maritimen Bereich, was die regionale Verteidigungsbasis stärkt.

Quellen · 4

Stand: 22.10.2026
  1. cpm-defence.com rheinmetall-baut-werft-in-rumaenien-zum-dual-use-standort-aus
  2. hansa-online.de rheinmetall-set-to-take-over-damen-mangalia
  3. bairdmaritime.com work-boat-world/shipbuilding/rheinmetall-and-msc-win-155m-romanian-shipyard-bid
  4. splash247.com msc-joins-rheinmetall-in-e138m-romanian-shipyard-takeover
Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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