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Saab präsentiert GlobalEye für Schweden Beschleunigter Rollout

Saab hat das erste GlobalEye-Frühwarnflugzeug für die schwedische Luftwaffe vorgestellt und bereitet Tests sowie den Erstflug vor - ein beschleunigter Schritt, um die Fähigkeitslücke nach Abgabe der ASC-890 an die Ukraine zu schließen.

3 Min. Lesezeit

Dienstgipfelhöheca. 15.000 m (2026)Missionsdauer ohne Luftbetankung> 11 Stunden (2026)Reichweite Erieye ER Radar> 550-650 km (2026)Gesamtwert der 3 bestellten Maschinenca. 9,9 Mrd. SEK (2024)

Technische Basis und Plattform des S 106

In den schwedischen Streitkräften wird das GlobalEye unter der Typenbezeichnung S 106 geführt. Die Basis bildet der zivile Ultralangstrecken-Business-Jet Bombardier Global 6000, der von Saab in Linköping zu einer militärischen Aufklärungsplattform umgerüstet wird. Angetrieben wird das Flugzeug von zwei Rolls-Royce BR710-Triebwerken, die für langanhaltende Einsätze in großer Höhe ausgelegt sind.

Sensorik und Radarsysteme

Herzstück der Plattform ist das auf dem Rumpfrücken montierte Erieye-ER-Radar, ein Active-Electronically-Scanned-Array (AESA) auf Gallium-Nitrid-Halbleiterbasis (GaN). Das Radar erreicht eine Erfassungsreichweite von mehr als 550 bis 650 Kilometern und kann sowohl Luft- als auch Stealth-Ziele über See und Land identifizieren. Ergänzt wird das System durch das Leonardo Seaspray 7500E Unterbauchradar für die Seeüberwachung sowie elektro-optische Sensoren, die eine präzise Zielidentifikation ermöglichen.

Leistungsdaten der Sensorik

  • Erieye-ER Radar: Reichweite > 550-650 km (2026)
  • Leonardo Seaspray 7500E: Unterbauchradar für maritime Beobachtung
  • Elektro-optische Systeme: Tag- und Nacht-Erkennung

Beschaffungsprogramm und Kosten

Die erste Bestellung umfasste zwei GlobalEye-Flugzeuge im Juni 2022 mit einem Auftragswert von rund 7,3 Mrd. SEK. Im Juni 2024 wurde ein drittes Exemplar für etwa 2,6 Mrd. SEK nachbestellt, womit der Gesamtwert der drei bestellten Maschinen ca. 9,9 Mrd. SEK beträgt. Schweden behält eine Option auf ein viertes Flugzeug.

Strategische Bedeutung für Schweden

Nach der Übergabe der beiden ASC-890-Frühwarnflugzeuge an die Ukraine im Mai 2024 entstand eine temporäre Lücke in der schwedischen Luftgestützten Frühwarnfähigkeit. Das GlobalEye soll diese Lücke schließen und die Luftraum- sowie Seeüberwachung an der strategisch wichtigen Nordostflanke und im Ostseeraum stärken - insbesondere seit Schweden im Jahr 2023 das NATO-Mitglied wird.

Risiken und Gegenargumente

  • Temporäre ÜberwachungslückeDurch die vorzeitige Abgabe der ASC-890-Flugzeuge entsteht bis zur vollen Einsatzbereitschaft des S 106 (geplant ab 2027) eine vorübergehende Verringerung der schwedischen Frühwarnkapazitäten.
  • Gestaffelte Einführung in InterimskonfigurationDie ersten beiden Flugzeuge werden zunächst in einer Basis- bzw. Zwischenkonfiguration übergeben; die Umrüstung auf die finale Einsatzkonfiguration erfolgt später und kann zu Ausfallzeiten führen.

Schnellüberblick

Wie lautet die offizielle schwedische Militärbezeichnung für das Flugzeug?

In den schwedischen Streitkräften (Flygvapnet) wird das Saab GlobalEye offiziell unter der Typenbezeichnung S 106 geführt.

Auf welchem Flugzeugmodell basiert das GlobalEye?

Die Basis bildet der zivile Ultralangstrecken-Business-Jet Global 6000 des kanadischen Herstellers Bombardier, der bei Saab in Linköping für die militärische Rolle umgerüstet wird.

Wann ist mit der regulären Indienststellung bei der Flygvapnet zu rechnen?

Nach Abschluss der Boden- und Flugerprobung ist die Auslieferung der ersten Maschinen für 2027 vorgesehen, wobei die Regierung den Zulauf beschleunigt hat.

Quellen · 3

Stand: 18.10.2026
  1. saab.com newsroom/press-releases/2026/saab-presents-first-globaleye-for-sweden
  2. janes.com defence-news/news-detail/sweden-receives-first-globaleye-under-accelerated-delivery-time …
  3. saab.com newsroom/press-releases/2024/saab-signs-contract-with-swedish-fmv-for-a-third-globaleye
Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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