Strategische Partnerschaft von Hensoldt und TYTAN Technologies: Europäische Massenfertigung von Counter‑UAS‑Drohnen
Strategische Partnerschaft von Hensoldt und TYTAN Technologies: Europäische Massenfertigung von Counter-UAS-Drohnen
Am 26. Januar 2026 haben der Sensorspezialist Hensoldt und das Münchener Start-up TYTAN Technologies ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um ein integriertes europäisches Counter-UAS-System zu entwickeln. Die Unterzeichnung erfolgte in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und verbindet bewährte Kampferfahrungen aus der Ukraine mit hochmodernen europäischen Sensortechnologien und industrieller Fertigungskapazität. Ziel ist die industrielle Produktion von bis zu 3.000 Interceptor-Drohnen pro Monat bis Ende 2026 – ein entscheidender Schritt zur Schließung einer wachsenden Sicherheitslücke im europäischen Luftraum.
Ziele und Umfang der Zusammenarbeit
- Integration der TYTAN-Plattformen in die Counter-UAS-Lösung von Hensoldt über die Command-&-Control-Software Elysion Mission Core.
- Gemeinsame Initiativen zum Schutz kritischer Infrastruktur, insbesondere in Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesbehörden.
- Unterstützung internationaler Gemeinschaftsprojekte, vor allem im Rahmen der ukrainischen und NATO-Luftverteidigung.
- Entwicklung einer sofort einsetzbaren, in Bayern hergestellten Lösung für den europäischen Luftraum.
„Die Zusammenarbeit von Hensoldt und TYTAN ermöglicht es uns, Agilität, Innovationskraft, Systemintegrationskompetenz und Domänenkenntnis auf höchstem Niveau zu kombinieren“, betont Oliver Dörre, CEO von Hensoldt [Quelle S2](https://www.hensoldt.com/de/press-release/hensoldt-tytan-strategic-partnership).
Operative Bewährung in der Ukraine – Praxis statt Theorie
Beide Unternehmen verfügen über direkte Kampferprobung ihrer Systeme in der Ukraine. TYTAN testet seine Abfangdrohnen seit 2024 unter realen Kampfbedingungen, wobei die Testdauer mindestens ein Jahr (2024-2026) umfasst. Hensoldt liefert bereits das TRML-4D Radar und das AMPS-Schutzsystem an die Ukraine. Diese operative Feldpraxis unterscheidet die gemeinsame Lösung von reinen Prototypen und verkürzt die Marktreife erheblich.
Testdauer und Ergebnisse
- TYTAN-Interceptor-Drohnen seit 2024 im Einsatz, mindestens ein Jahr Feldtest.
- Hensoldt-Systeme (TRML-4D, AMPS) bereits in ukrainischen Einsätzen bestätigt.
- Operative Bewährung gilt als Differenzierungsmerkmal gegenüber internationalen Konkurrenten.
Die Kombination aus bewährter Technologie und europäischer Sensorik schafft ein sofort einsatzbereites System, das nicht nur theoretisch, sondern praktisch validiert ist [Quelle S4](https://defence-ua.com/articles/tytan-hensoldt-ukraine-test).
Technologische Integration: Sensorik, C2 und kinetische Abfangdrohnen
Hensoldts Elysion Mission Core verbindet bereits in europäischen Streitkräften eingebundene Radar- und C2-Systeme mit den Effektoren von TYTAN. Die integrierte Sensorarchitektur umfasst:
- TRML-4D Radar – Einsatz in der Ukraine, NATO-kompatibel.
- Elysion Mission Core – C2-Software, bereits in europäischen Strukturen verankert.
- Kinetische Interceptor-Drohnen von TYTAN – kostengünstige Alternative zu teuren Luft-Luft-Raketen.
Durch die Nutzung bestehender Sensornetzwerke kann die Lösung schnell skaliert und in vorhandene militärische Infrastruktur eingebunden werden [Quelle S3](https://www.europawire.eu/press-release/hensoldt-tytan-counteruas).
Produktionsambitionen und industrielle Skalierung
Die Partnerschaft sieht einen Übergang von Startup-Tempo zu einem Defense-Industry-Maßstab vor. Kernpunkte:
- Neues Produktionswerk in Bayern, das bis Ende 2026 bis zu 3.000 Interceptor-Drohnen pro Monat fertigen soll.
- Industrialisierung der Drohnenabwehr als Beitrag zur europäischen technologischen Souveränität.
- Reduzierung von Abhängigkeiten von teuren Flugabwehrraketen und Importen.
Obwohl die angestrebte Produktionsmenge ambitioniert ist, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie ein Ziel und keine garantierte Liefermenge darstellt – Lieferketten, Fachkräfte und behördliche Genehmigungen können die Realisierung beeinflussen [Quelle S1](https://www.defenceindustry-europe.com/article/tytan-production-3000-per-month).
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Souveränität, Kosten und strategische Vorteile
Die kinetische Abfangstrategie von TYTAN verspricht erhebliche Kosteneinsparungen gegenüber konventionellen Raketenabwehrsystemen. Während genaue Preise nicht veröffentlicht sind, wird ein Kostenfaktor von 10- bis 100-fach geringeren Ausgaben pro Abschuss angegeben. Durch die lokale Fertigung in Bayern wird zudem die europäische Rohstoff- und Technologiefreiheit gestärkt.
Die Kombination aus teurer Flugabwehr für Kampfjets und günstigen Interceptor-Drohnen für Drohnen-Schwärme ermöglicht eine gestaffelte Luftverteidigung, bei der Premiumsysteme für strategisch wichtige Ziele reserviert bleiben.
Politische Unterstützung und regulatorische Rahmenbedingungen
Die Unterzeichnung des MoU unter Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Markus Söder unterstreicht die politische Rückendeckung auf Landes- und implizit Bundesebene. Bayern positioniert sich damit als europäisches Zentrum für Counter-UAS-Innovation. Gleichzeitig gelten Rüstungskontroll- und Exportbestimmungen, sodass die Kommerzialisierung und der Export der Systeme regulatorischen Hürden unterliegen.
Vergleich mit anderen Counter-UAS-Systemen
- Operative Felderprobung: Im Gegensatz zu vielen reinen Prototypen sind beide Systeme seit 2024 in der Ukraine im Einsatz.
- Kinetische Abfangstrategie: Statt elektronischer Störsender oder teurer Raketen wird ein physischer Interceptor eingesetzt.
- Integration in bestehende Sensornetzwerke: Nutzung von TRML-4D und Elysion, bereits in NATO-Strukturen eingebunden.
- Industrie-Skalierung: Ziel von 3.000 Drohnen pro Monat bis 2026, deutlich höher als bei vielen Konkurrenten.
Fazit
Die strategische Partnerschaft zwischen Hensoldt und TYTAN Technologies verbindet bewährte ukrainische Kampferfahrungen mit hochentwickelter europäischer Sensorik und einer ambitionierten Produktionsstrategie. Durch die operative Bewährung, die Integration in bestehende militärische Infrastrukturen und die politische Unterstützung aus Bayern entsteht ein Counter-UAS-System, das nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und geopolitisch ein wichtiges Element der europäischen Sicherheitsautonomie darstellt. Die geplante Massenfertigung von bis zu 3.000 Interceptor-Drohnen pro Monat bis Ende 2026 könnte die europäische Drohnenabwehr nachhaltig stärken – vorausgesetzt, die regulatorischen und logistischen Hürden werden erfolgreich gemeistert.
