Thales UK feuert LMM vom Remote Launcher: erste Live-Demo
Zielanteil bemannte Plattformen (20/40/40-Modell)20 %Zielanteil unbemannte Systeme (20/40/40-Modell)40 %Zielanteil Einweg-Munition (20/40/40-Modell)40 %Flugkörpergewicht LMM13 kgEinsatzreichweite LMM0,4 bis 8 kmHöchstgeschwindigkeit LMMca. 1,5 MachVolumen MSHORAD-Assessment-Phase DE&S48 Millionen GBP
Einbindung in das 20/40/40-Kräftemodell der British Army
Das von General Sir Roly Walker im Jahr 2024 definierte 20/40/40-Modell teilt zukünftige britische Streitkräfte in drei Segmente: 20 % stark geschützte, bemannte Kernsysteme, 40 % unbemannte, verlusttolerante Robotik-Plattformen und 40 % Einweg-Effektoren wie Loitering-Munitions. Der neue Remote Launcher von Thales fällt in das mittlere Segment, da er ein wiederverwendbares, unbemanntes Trägersystem bereitstellt, das in Hochrisikozonen positioniert werden kann, ohne dass Bedienpersonal Gefahr läuft.
Doktrinärer Kontext
Der Ansatz unterstützt die Vision, teure bemannte Plattformen zu reduzieren und gleichzeitig eine dichte, verteilte Feuerkraft durch autonome und halbautonome Systeme zu etablieren. Durch die Kombination von Remote-Launcher und ForceShield-UK-C2 wird die operative Flexibilität erhöht, weil das System sowohl an Land als auch auf See eingesetzt werden kann.
Technische Leistungsparameter der LMM (Martlet)
Die eingesetzte Lightweight Multirole Missile, in der Royal Navy als Martlet bekannt, ist ein laserstrahlgelenkter Flugkörper für den Nahbereich. Sie wiegt 13 kg, erreicht Mach 1,5 und kann Ziele bis zu 8 km Entfernung bekämpfen. Die effektive Reichweite liegt zwischen 0,4 km (für enge Luftziele) und 8 km (für Oberflächenziele wie leichte Schiffe).
Leistungsdaten im Überblick
- Gewicht: 13 kg (Gefechtsgewicht)
- Reichweite: 0,4 bis 8 km
- Geschwindigkeit: ca. 1,5 Mach (Überschall)
- Zielführung: Laserstrahlgelöst, kompatibel mit Agile C4I Edge-Software
Wettbewerb und Beschaffungsumfeld (MSHORAD-Programm)
Das britische Verteidigungsministerium treibt über die Beschaffungsbehörde DE&S das Mounted Short-Range Air Defence (MSHORAD)-Programm voran. Thales konkurriert dabei unter anderem mit dem modularen RIwP-Geschützturm von Moog. Das Unternehmen positioniert den Remote Launcher als souveränes, rein britisches Konzept, das bereits in der Evaluierungsphase mit einem Volumen von 48 Millionen GBP bewertet wird.
Strategische Positionierung
- Eigenfinanzierte Forschung ermöglicht frühe Markteinführung ohne direkte Auftragsgarantie.
- Integration in ForceShield-UK nutzt die Agile C4I-Architektur für schnelle Zielzuweisung.
- Flexibles Einsatzspektrum: statische Positionen, mechanisierte Fahrzeuge, maritime Plattformen.
Risiken und Gegenargumente
- Autonomie- und FreigabegrenzenFragen nach völkerrechtlicher Zulässigkeit und Schutz von Datenlinks gegen elektronische Kriegsführung bleiben offen.
- Keine offizielle BeschaffungsgarantieDer Erfolg des Tests sichert noch keinen Serienauftrag durch das britische Verteidigungsministerium.
Schnellüberblick
Was bedeutet die ’20/40/40′-Doktrin der British Army konkret?
Das Zielbild sieht vor, dass künftige Streitkräfte zu 20 % aus bemannten High-End-Plattformen, zu 40 % aus unbemannten, kostengünstigen Robotik-Systemen und zu 40 % aus Einweg-Effektoren (wie Einweg-Drohnen) bestehen sollen.
Gegen welche Ziele wird die eingesetzte LMM-Rakete verwendet?
Die LMM bekämpft asymmetrische Bedrohungen im Nahbereich bis 8 km, darunter Drohnenschwärme, leichte Kampffahrzeuge und schnelle Angriffsschlauchboote (FIAC).
Welche Rolle spielt ForceShield UK bei diesem Test?
ForceShield fungiert als integriertes Gefechtsführungssystem, das Sensordaten bündelt und über die Edge-Software (Agile C4I) die Zielzuweisung sowie den Feuerbefehl an den unbemannten Werfer leitet.
Quellen · 3
Stand: 05.11.2026- thalesgroup.com en/united-kingdom/news/thales-uk-showcases-live-demonstration-new-remote-launcher-capabi …
- thalesgroup.com en/lightweight-multirole-missile-lmm
- defensewarroom.com thales-remote-launcher-lmm-live-firing-forceshield-uk
Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.
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