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Renault startet Produktion von Langstrecken-Kampfdrohnen – Das Projekt ‚Chorus‘ im Detail

Renault startet Produktion von Langstrecken-Kampfdrohnen – Das Projekt ‚Chorus‘ im Detail

1. Februar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Renault, Europas größter Automobilhersteller, hat in Zusammenarbeit mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard den Start der Fertigung einer neuen Langstrecken-Loitering-Munition – dem Projekt „Chorus“ – angekündigt. Das Vorhaben wird von der Direktion für Bewaffnung (DGA) beauftragt, soll im Frühjahr 2026 an den Werken in Le Mans und Cléon beginnen und könnte bei Vollauslastung bis zu 600 Drohnen pro Monat liefern. Der mögliche Zehn-Jahres-Vertrag hat ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro.

Projekt „Chorus“ – Ziel, Technik und Zeitplan

Das Drohnenmodell Chorus ist als Langstrecken-Loitering-Munition konzipiert und orientiert sich an den preisgünstigen iranischen Shahed-Drohnen. Es kombiniert Reichweite und Aufklärungsfähigkeit mit der Möglichkeit, gezielte Angriffe durchzuführen. Die technische Basis beruht auf einer zivilen Piston-Maschine, die eine kostengünstige Massenproduktion ermöglichen soll.

Der Produktionsstart ist für das Frühjahr 2026 geplant. In Le Mans wird am ACI-Werk eine dedizierte Fertigungslinie eingerichtet, die bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die ersten zehn Einheiten sollen bis zum Sommer 2026 an die DGA übergeben werden, um die Funktionalität zu validieren. Bei erfolgreicher Validierung kann die monatliche Produktionsrate auf bis zu 600 Drohnen steigen.

Wichtige Meilensteine:

  • Produktionsstart: Frühjahr 2026 (dedizierte Linie in Le Mans, bis zu 200 Mitarbeiter) – Quelle: Brussels Signal
  • Erste Lieferung: 10 Drohnen zur Validierung im Sommer 2026 – Quelle: Army Recognition
  • Maximale Monatsproduktion: 600 Drohnen (bei Vertragsvergabe über 10 Jahre) – Quelle: Brussels Signal

Produktionsstandorte und Rollenverteilung

Renault übernimmt die Fertigung des Chassis in Le Mans und liefert die Motoren aus dem Werk in Cléon, westlich von Paris. Die militärische Integration, also die Einbindung von Sensorik, Steuerung und Bewaffnung, erfolgt durch Turgis Gaillard. Renault betont, dass das Unternehmen nicht an der Bewaffnung beteiligt ist.

„Wir wurden von dem französischen Verteidigungsministerium kontaktiert, um unser industrielles, Produktions- und Design-Know-how einzubringen. Das Projekt ist derzeit in Arbeit“, erklärte Fabrice Cambolive, Chief Growth Officer von Renault, im Interview mit BFM TV.

Vertragliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Bedeutung

Der mögliche Vertrag beläuft sich auf bis zu 1 Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Bei voller Auslastung könnten monatlich 600 Drohnen produziert werden – ein deutliches Zeichen dafür, dass Frankreich seine Rüstungsindustrie von einer traditionell low-volume-orientierten Struktur hin zu einer massenproduktionsfähigen „War Economy“ umstellen will.

„Renault Group verfügt über gesuchte Expertise in der Konstruktion, Industrialisierung und Massenproduktion hochmoderner Objekte bei gleichzeitiger Kontrolle von Qualität, Kosten und Terminen“, heißt es in einer offiziellen Erklärung des Unternehmens. „Heute nimmt dieser Ansatz im Drohnenbereich Gestalt an, in Partnerschaft mit Turgis Gaillard und unter der Schirmherrschaft der DGA.“

Die strategische Bedeutung wird durch mehrere politische Akteure unterstrichen: Der frühere Verteidigungsminister Sebastian Lecornu hatte bereits 2023 angekündigt, mit einem Automobilhersteller zusammenzuarbeiten, um die Drohnenproduktion zu beschleunigen. Präsident Emmanuel Macron fordert seitdem konsequent eine beschleunigte und effiziente Rüstungsproduktion, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu reduzieren.

Quellen: Defense News, Brussels Signal.

Strategischer Kontext: Frankreichs „War Economy“ und die europäische Verteidigungsindustrie

Der Wechsel von einer auf Einzelaufträge ausgerichteten Rüstungsproduktion zu einer industriellen Massenfertigung spiegelt die aktuelle sicherheitspolitische Lage wider. Russland und die Ukraine setzen vermehrt günstige, langreichweitige Drohnen für tiefe Angriffe ein, was die Notwendigkeit schneller Skalierbarkeit verdeutlicht.

Im europäischen Kontext hat auch die NATO-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass die russische Wirtschaft, die bereits auf Kriegsproduktion ausgerichtet ist, die westlichen Hersteller überholt. In Deutschland diskutieren Industrievertreter die Umstellung von Automobilkapazitäten auf Militärproduktion – ein Trend, den Rheinmetall bereits mit der Umwidmung zweier Automobilteile-Werke verfolgt.

Das Projekt „Chorus“ nutzt das Know-how der Automobilindustrie: hohe Stückzahlen, strenge Qualitätskontrollen und Kostendisziplin. Damit soll Frankreich seine Abhängigkeit von Importen reduzieren und gleichzeitig die Lieferfähigkeit für die eigenen Streitkräfte erhöhen.

Risiken und Gegenstimmen

  • Renault hat keine offiziellen Bestätigungen zu den Produktionsstandorten oder dem genauen Vertragswert abgegeben. Die Angaben beruhen auf Berichten von L’Usine Nouvelle und anderen Medien.
  • Die aktuelle Phase umfasst lediglich die Fertigung von Prototypen (10 Drohnen). Ein langfristiger Auftrag ist an die erfolgreiche Validierung geknüpft.
  • Renault betont, dass das Unternehmen nicht als Rüstungsfirma auftritt und sich ausschließlich auf zivile Fertigungsexpertise beschränkt. Dies soll mögliche Reputationsrisiken im zivilen Markt mindern.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann starten die Drohnenlieferungen?Die Produktion beginnt im Frühjahr 2026 in Le Mans, die ersten 10 Drohnen sollen bis zum Sommer 2026 an die DGA geliefert werden (Quelle: Brussels Signal ).Was genau produziert Renault?Renault liefert das Chassis in Le Mans und die Motoren in Cléon. Die militärische Integration und Bewaffnung übernimmt Turgis Gaillard (Quelle: Defense News ).Ist der €1-Mrd-Vertrag sicher?Der Vertrag ist an die erfolgreiche Validierung der ersten 10 Drohnen gebunden. Renault hat den genauen Vertragswert nicht bestätigt (Quelle: Brussels Signal ).

Fazit

Renaults Einstieg in die Produktion von Langstrecken-Kampfdrohnen markiert einen bedeutenden Schritt für die französische Verteidigungsstrategie. Durch die Nutzung von Automobil-Know-how soll die Herstellung von preisgünstigen, aber leistungsfähigen Loitering-Munitions schnell skaliert werden. Das Projekt „Chorus“ bietet das Potenzial, bis zu 600 Drohnen pro Monat zu liefern und damit die nationale Sicherheitsarchitektur zu stärken. Gleichzeitig bleibt die Zukunft des Vorhabens von einer erfolgreichen Prototyp-Validierung abhängig, und Renault betont seine zivile Rolle, um mögliche Reputationsrisiken zu begrenzen. Die Entwicklung wird daher sowohl aus technischer als auch aus politischer Sicht aufmerksam beobachtet.

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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