Skip to content
Defence-Tech.de

Defence-Tech.de

  • Starteite
  • Kategorien
    • News
    • Verteidigungstechnologieentwicklung und Innovation
    • Strategische und operative Verteidigungsplanung
    • Autonome Systeme und Robotik
    • Cybersicherheit und digitale Verteidigung
    • Drohnen und unbemannte Überwachungssysteme
  • Leitbild & Qualität
  • Kontakt

Defence-Tech.de

Startseite » Neuigkeiten

TKMS und SpearUAV: Sub-to-Air Loitering-Systeme als Wendepunkt der Unterwasserverteidigung

TKMS und SpearUAV: Sub-to-Air Loitering-Systeme als Wendepunkt der Unterwasserverteidigung

7. Februar 2026 von Michael Bauer

Die jüngste Rahmenvereinbarung zwischen thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und dem israelischen Unternehmen SpearUAV eröffnet eine neue operative Dimension für U-Boote und unbemannte Unterwasserfahrzeuge (UUVs). Durch die Integration des gekapselten Viper 750 Loitering-Systems, das von den Standard-Startvorrichtungen der TKMS-U-Boote aus gestartet wird, können Unterwasserplattformen Aufklärungs- und Einsatzdrohnen in die Luft befördern, ohne dabei ihre Position preiszugeben. Diese Sub-to-Air-Fähigkeit verbindet europäische U-Boot-Expertise mit israelischer Drohnentechnologie und ist damit ein zentraler Baustein moderner maritimer Sicherheitsstrategien.

Technologischer Kontext: KI-gesteuerte autonome Systeme in der Marinekriegsführung

Das Viper 750 nutzt Künstliche Intelligenz (KI) für autonome Flugoperationen. Dieser Ansatz spiegelt einen globalen Trend wider, bei dem Marineplattformen zunehmend eigenständig Daten erfassen und auswerten. Die NATO-Uncrewed Systems Integration Strategy (2023) betont die strategische Priorität autonomer maritimer Systeme seit 2021, während mehrere NATO-Länder bereits Feldtests mit autonomen U-Systemen (UUVs) für die Jahre 2024-2025 durchführen.

  • NATO-Fokus auf unbemannte Marineplattformen: Strategischer Schwerpunkt seit 2021-2023 (Strategie 2023).
  • Einsatz autonomer U-Systeme: Mehrere NATO-Länder führen Feldtests (2024-2025), überwiegend Forschungs- und Demonstrationsprojekte.

Die Partnerschaft von TKMS und SpearUAV ist damit kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer breiteren NATO-Modernisierungsstrategie, die die technologische Dringlichkeit autonomer Systeme unterstreicht.

TKMS-Geschäftsstrategie: Plattform-Automatisierung als Kernstrategie

TKMS positioniert sich als einziger voll integrierter Systemanbieter in Europa, der alle drei Dimensionen maritimer Verteidigung – Überwasser-, Unterwasser- und Elektronik-/Sensor-Lösungen – abdeckt. Das Unternehmensmotto „jedes System ein Träger für unbemannte Fahrzeuge“ verdeutlicht die langfristige digitale Transformationsstrategie, die sich mit globalen Markttrends wie denen von Naval Group, Damen oder Huntington Ingalls deckt.

  • TKMS als integrierter Systemanbieter: Deckt Überwasser, Unterwasser, Elektronik, Sensorik und Technologielösungen (2025, Eigenangabe).
  • Marktwachstum unbemannter Systeme im Marinensektor: Globales Wachstum ca. 10-15 % p.a. (2024, Schätzung Marktforschung).

Durch die Einbindung von Sub-to-Air-Drohnen wird die Plattform-Automatisierung konkret, da jedes U-Boot künftig als Träger für autonome Luftfahrzeuge fungieren kann.

SpearUAV-Profil: Spezialist für Loitering Munition und gekapselte Drohnensysteme

SpearUAV, 2014 gegründet, hat sich als führender Anbieter von Loitering-Munition (oft als „Kamikaze-Drohnen“ bezeichnet) etabliert und erweitert seit kurzem sein Portfolio um gekapselte Unterwasser-Launch-Systeme. Das Unternehmen liefert Lösungen für Land- und Seeanwendungen, wobei das Viper 750 als kleines, gekapseltes Drohnensystem konzipiert ist, das aus U-Boot-Startvorrichtungen heraus eingesetzt werden kann.

  • Gründungsjahr: 2014 (Israelisches Rüstungsunternehmen).
  • Einsatzdauer (Flug) Viper 750: Technische Details klassifiziert; vergleichbare Loitering-Munition erreicht 30-60 min Flugzeit.

Itamar Ben-Tovim, Chief Business Development Officer von SpearUAV, betont: „Im Mittelpunkt unserer Zusammenarbeit steht eine strategische Fähigkeit: der Einsatz eines KI-gesteuerten, gekapselten Flugsystems von verdeckten Unterwasserplattformen aus – eine Fähigkeit, von der wir glauben, dass sie die zukünftige Unterwasserkriegsführung tiefgreifend beeinflussen wird.“

Operativer Vorteil: Sub-to-Air-Fähigkeit als taktische Innovation

Traditionelle U-Boot-Aufklärung erfordert das Heben von Periskopen oder Antennen, was die Position des Fahrzeugs preisgibt. Das Viper 750 System eliminiert diese Signatur, indem die gekapselte Drohne passiv zur Wasseroberfläche aufsteigt, dort die Kapsel öffnet und autonom startet. Die Drohne sammelt in Echtzeit Aufklärungsdaten und überträgt diese per Funk, während das U-Boot in getauchter, verdeckter Position bleibt.

  • Erkennungsreduktion: Eliminiert Periskop-/Antennenexposition (2025, taktischer Vorteil).
  • Reichweite/Einsatzdauer typischer Loitering-Drohnen: 30-120 km Reichweite, 1-3 Stunden Flugzeit (2024, Branchenwerte).

Idoh Ophir, Geschäftsführer von TKMS Israel, erklärt: „Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Meilenstein für die Erweiterung des Einsatzspektrums zukünftiger U-Boot- und UUV-Plattformen. Die Integration der innovativen, hochmodernen Lösungen von SpearUAV unterstützt die Aufrechterhaltung der Überlegenheit unserer Plattformen.“

Anzeige* Venture Diligence - Startup Analysen Venture Diligence - Startup Analysen

Größerer Kontext: Deutsche und europäische Marinestrategie

Die TKMS-Partnerschaften, darunter die Kooperation mit Kongsberg für die U212 CD (erste Boote ab 2030), bilden einen Teil der deutschen und europäischen Antwort auf gestiegene geopolitische Spannungen, insbesondere in der Ostsee. Die EU-Kompass-Strategie (2022) priorisiert maritime Autonomie und Technologieunabhängigkeit, während die NATO-Zielvorgabe von 2 % BIP für Verteidigungsausgaben die finanziellen Rahmenbedingungen stärkt.

  • Deutsche U-Boot-Modernisierung (U212 CD): Projekt mit Norwegen und weiteren Partnern, Serienproduktion bis 2040er (2024-2025).
  • EU-Verteidigungsausgaben: Ziel 2 % BIP, steigende maritime Investitionen (2024-2025).
  • Marktgröße autonome maritime Systeme: 2-4 Mrd. USD (2024), Wachstum 12-18 % p.a.

Durch die Sub-to-Air-Technologie positioniert sich Deutschland und seine Alliierten an der Spitze einer technologischen Welle, die die Unabhängigkeit von nicht-europäischen Lieferanten stärkt.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein Sub-to-Air Loitering System?

Ein gepanzertes Drohnensystem, das von getauchten U-Booten oder UUVs gestartet wird. Die Kapsel steigt auf, bricht an der Oberfläche auf und die Drohne startet autonom für Aufklärung oder Einsatz – ohne dass das U-Boot sichtbar wird.

Warum ist das operativ bedeutsam?

U-Boote müssen normalerweise zum Periskop auftauchen, um Aufklärung zu betreiben – dies verrät ihre Position. Sub-to-Air-Systeme ermöglichen Aufklärung aus getauchter Position, was Überlebensfähigkeit und taktische Flexibilität erheblich erhöht.

Wann könnte das Viper 750 einsatzreif sein?

Die Partnerschaft ist eine Entwicklungsvereinbarung. Typischerweise dauert die Integration und Zulassung bei Marineprojekten 5-10 Jahre. Erste operative Feldtests könnten ab 2027-2029 stattfinden, Flottenreife möglicherweise ab 2030.

Wer profitiert von dieser Technologie?

Primär Kunden von TKMS-U-Booten: Deutschland, Norwegen, Israel, Südkorea, Australien und potenzielle Käufer der U212 CD sowie Betreiber von UUVs.

Ist dies die erste Sub-to-Air-Lösung weltweit?

Nein. Andere Marinen und Rüstungsunternehmen arbeiten an ähnlichen Lösungen (z. B. US Navy Task Force 59, französische Marine mit Naval Group). Die TKMS-SpearUAV-Partnerschaft ist jedoch eine europäische Antwort auf diese globale Entwicklung.

Fazit

Die Zusammenarbeit zwischen TKMS und SpearUAV verbindet europäische U-Boot-Kompetenz mit israelischer Drohnentechnologie und schafft damit eine Sub-to-Air-Fähigkeit, die die operative Taktik der Unterwasserkriegsführung grundlegend verändert. Eingebettet in die NATO-Uncrewed Systems Integration Strategy und die EU-Kompass-Strategie, stärkt das Projekt die technologische Unabhängigkeit Europas und bietet Kunden einen klaren Vorteil in Bezug auf Tarnung und Echtzeit-Aufklärung. Trotz noch ausstehender technischer Validierung und regulatorischer Hürden markiert die Initiative einen entscheidenden Schritt hin zu einer digitalisierten, autonomen Marine, die den wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Quellen

  • Defence Network: „tkMS & Kongsberg vertiefen Kooperation“ – https://defence-network.com/tkms-und-kongsberg-vertiefen-kooperation/
  • Defence Network: „TKMS und SpearUAV: Strategische Zusammenarbeit bei Unterwasser-Verteidigungsprodukten“ – https://defence-network.com/tkms-spearuav-strategische-zusammenarbeit
  • NATO Uncrewed Systems Integration Strategy – https://www.nato.int/natostaticfl2014/assets/pdf/pdf202303/20230315230315-usi-strategy-en.pdf
  • Global Autonomous Maritime Systems Market Report 2024-2030 – https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/autonomous-maritime-systems-market
  • SpearUAV Corporate Profile & History – https://www.spearuav.com/about
  • European Compass – https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2022/03/24/european-compass-a-european-strategy-for-a-peaceful-and-prosperous-future/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

Post navigation

Vorheriger Beitrag:

Verträge zwischen Diehl Defence und dem BAAINBw: Ausbau der IRIS-T-Luftverteidigung für die Bundeswehr

Nächster Beitrag:

Shield AI und ST Engineering stärken Singapurs autonome Drohnenfähigkeiten – Partnerschaft, Erweiterungen und globale Perspektiven

Netzwerke & Treffen

  • Based: Defence & Dual-Use Innovation Platform
  • European Defense Tech Hackathon
  • Munich Security Breakfast

Neueste Beiträge

  • Shield AI und ST Engineering stärken Singapurs autonome Drohnenfähigkeiten – Partnerschaft, Erweiterungen und globale Perspektiven
  • TKMS und SpearUAV: Sub-to-Air Loitering-Systeme als Wendepunkt der Unterwasserverteidigung
  • Verträge zwischen Diehl Defence und dem BAAINBw: Ausbau der IRIS-T-Luftverteidigung für die Bundeswehr
  • Parsons DroneArmor: KI-gestützte C-UAS-Lösung stärkt die Sicherheit an der US-Südgrenze
  • MK 38 MOD 4: Kaliber-Erhöhung und Aegis-Integration stärken die US-Marinestreitkräfte
  • Mike Rogers fordert Rekordverteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar für FY2027
  • Wachstum und neue Features der World Defense Show 2026 in Riad – Innovation, globale Präsenz und Vision 2030
  • CROSSBOW MINI: Kostengünstige Laser-Drohnenabwehr für kritische Infrastruktur
  • Verträge zwischen Diehl Defence und dem BAAINBw: Beschaffung von IRIS-T-Lenkflugkörpern für die Bundeswehr
  • Offizielle US-Regierungszusage für den Verkauf der kostengünstigen Standoff-Waffe ERAM an die Ukraine

Informationen

  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Leitbild & Qualität
  • Sitemap
© 2026 Defence-Tech.de

Defence Tech, die Schnittstelle zwischen modernster Technologie und Verteidigung, umfasst innovative Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnentechnologie und autonome Waffensysteme. In einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage, in der Bedrohungen nicht mehr nur physisch, sondern auch digital existieren, spielt Defence Tech eine tragend Rolle für die nationale Sicherheit, militärische Effizienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Darüber zu berichten ist uns daher wichtig, um Transparenz zu schaffen, ethische Fragen zu beleuchten und technologische Fortschritte sowie deren globale Auswirkungen zu verstehen.