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STARK Defence liefert Loitering Munition Virtus an nordeuropäisches NATO-Land – Lieferstart Februar 2026

STARK Defence liefert Loitering Munition Virtus an nordeuropäisches NATO-Land – Lieferstart Februar 2026

24. März 2026 von Anna Schröder

Im Februar 2026 hat das deutsche Defence-Tech-Unternehmen STARK Defence den ersten Lieferungsstart seiner Loitering-Munition Virtus an ein nordeuropäisches NATO-Land angekündigt. Der Vertrag, der Anfang Februar geschlossen wurde, sieht die Auslieferung der ersten Systeme bereits im selben Monat vor, wobei die komplette Lieferverpflichtung bis Ende August abgeschlossen sein soll. Der Deal unterstreicht die rasche Marktdurchdringung deutscher Strike-Drohnen in Nordeuropa und spiegelt die wachsende NATO-Nachfrage nach loitering Munition nach den Erfahrungen des Ukraine-Kriegs wider.

Vertragsdetails und Lieferzeitplan – Schnelle Reaktion auf operative Anforderungen

STARK bestätigt, dass die Bestellung ausschließlich die Virtus betrifft, ohne den konkreten Kunden zu nennen, aus Gründen der Vertraulichkeit. Das Unternehmen betont, dass die Fähigkeit, hochwirksame unbemannte Systeme innerhalb kürzester Zeit bereitzustellen, ein zentraler Wettbewerbsvorteil ist.

  • Vertragsabschluss: Anfang Februar 2026
  • Erste Lieferung: Februar 2026
  • Vollständige Lieferverpflichtung: bis Ende August 2026

„Unser Anspruch ist es, ein langfristiger und verlässlicher Partner für verbündete Streitkräfte zu sein. Gerade im aktuellen sicherheitspolitischen Umfeld sind Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und ein tiefes Verständnis der Einsatzrealität entscheidend“, sagt Jan-Patrick Helmsen, Chief Sales Officer von STARK, in der offiziellen Mitteilung.

„Der Vertragsabschluss bestätigt das Vertrauen in unsere Technologie und unsere Fähigkeit, operative Anforderungen schnell und zuverlässig umzusetzen“, ergänzt Helmsen.

Technische Spezifikationen der Virtus – Gewicht, Reichweite und Flugzeit im Überblick

Die Virtus ist eine kompakte, aber leistungsstarke Loitering-Munition, die speziell für flexible Einsätze entwickelt wurde.

  • Abfluggewicht: bis zu 30 kg
  • Nutzlast: bis zu 5 kg (modular)
  • Flugzeit: 60 Minuten
  • Reichweite: 80-100 km (max. 100 km)
  • Vorbereitungszeit: < 5 Minuten
  • Geschwindigkeit: Reise-30 km/h, Ziel-Endanflug bis 250 km/h
  • Operationshöhe: bis 2 km

Die Drohne misst 2 m in der Höhe und besitzt eine Flügelspannweite von 1,8 m. An den Flügelspitzen befinden sich elektrisch angetriebene Propeller, ergänzt durch ein Heckleitwerk mit vier kurzen, ebenfalls X-förmig angeordneten Flügeln.

KI-gestützte Navigation und GNSS-freie Präzision – Einsatz auch bei Störungsbedingungen

Mehrere KI-Funktionen ermöglichen eine autonome Zielverfolgung und ein robustes Vorgehen selbst in elektronisch stark gestörten Umgebungen.

  • GNSS-freie Navigation – Präzision bis 1 m
  • Objekterkennung und Tracking
  • Automatischer Ziel-End-Anflug
  • Gehärteter Datenlink für sichere Kommunikation

Diese Fähigkeiten sollen sicherstellen, dass die Virtus auch bei GPS-Ausfall oder -Störung ihre Mission mit hoher Genauigkeit erfüllen kann.

Kooperation mit TDW: Panzerbrechende Lion-Strike-Gefechtsköpfe (LS110)

Ein zentrales Merkmal der Virtus ist die Integration des Lion-Strike-Gefechtskopfes (LS110) von TD & W. Der 110-mm-Kopf verfügt über eine Tandem-Hohlladung mit Splittermantel, die speziell für das Durchdringen reaktiver Panzerungen entwickelt wurde.

Der Gefechtskopf wiegt ca. 3 kg und passt optimal in die 5-kg-Nutzlastkapazität der Virtus. Der erste scharfe Test wurde 2025 erfolgreich durchgeführt, und die Serienlieferung für die Bundeswehr ist ab 2027 geplant.

„Die Virtus profitiert zudem aus enger Kooperation mit TDW: Der Lion-Strike-Gefechtskopf (LS110) mit Tandem-Hohlladung wurde erstmals scharf in Virtus getestet und ermöglicht panzerbrechende Wirkung gegen reaktive Panzerungen. Dieses modulare System in 110-mm-Kaliber (ca. 3 kg) passt perfekt zur 5-kg-Nutzlast und steigert die Flexibilität für hochwertige Ziele. Serienlieferungen ab 2027 sind für die Bundeswehr vorgesehen, was die skalierbare Produktion unterstreicht.“

Die Kombination aus leichter Drohne und schwerem Gefechtskopf eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten gegen hochwertige, gepanzerte Ziele.

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eVTOL-Fähigkeit und Rückkehrfunktion – Lehren aus den Ukraine-Erfahrungen

Die Virtus nutzt ein elektrisches VTOL-System (eVTOL), das senkrechten Start und Landung auf jedem Gelände ermöglicht. Diese Fähigkeit wurde direkt aus den praktischen Erfahrungen des Ukraine-Kriegs abgeleitet, wo Flexibilität und schnelle Wiederverwendung entscheidend waren.

  • eVTOL-Start/Landung auf unvorbereiteten Flächen
  • Return-und-Land-Modus für Wiederverwendung bei fehlenden Zielen
  • Reduzierte Vorbereitungszeit (< 5 Minuten)

Durch die Möglichkeit, nach einem erfolglosen Einsatz zurückzukehren und erneut zu landen, wird die Wirtschaftlichkeit und Einsatzflexibilität in modernen Szenarien erheblich verbessert.

Kritische Testberichte und Risiken – Teilweise gescheiterte Militärtests

Trotz der vielen positiven Merkmale gibt es kritische Stimmen. Insider-Berichte aus Deutschland und Kenia belegen, dass die Virtus in einigen militärischen Erprobungen die geforderten Zielgenauigkeiten nicht erreicht hat.

Diese Ergebnisse könnten das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Plattform mindern, insbesondere wenn die NATO-Partner auf eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit angewiesen sind. Weitere Tests und Optimierungen sind daher geplant, um die gemeldeten Defizite zu beheben.

Häufige Fragen zur Virtus

Welche Gefechtsköpfe verwendet Virtus?

TDW-Lion-Strike (LS110) mit Tandem-Hohlladung für panzerbrechende Wirkung, getestet 2025. Der Kopf ist auch in einer Multi-Effekt-Variante verfügbar.

Ist Virtus für die Bundeswehr geeignet?

Die Bundeswehr testet die Virtus derzeit mit den TDW-Gefechtsköpfen; Serienproduktion ab 2027 für Tausende Einheiten ist geplant.

Fazit – Bedeutung der Virtus für die europäische Sicherheitsarchitektur

Die Lieferung der Virtus an ein nordeuropäisches NATO-Land markiert einen wichtigen Meilenstein für die deutsche Rüstungsindustrie. Mit einer Kombination aus schneller Bereitstellung, KI-gestützter GNSS-freier Navigation, eVTOL-Flexibilität und einer panzerbrechenden Nutzlastpositionierung bietet die Drohne ein vielseitiges Werkzeug für aktuelle und zukünftige Konfliktszenarien. Gleichzeitig zeigen kritische Testberichte, dass weitere Optimierungen notwendig sind, um das volle Vertrauen der Streitkräfte zu gewinnen. Der geplante Serienstart 2027 und die enge Zusammenarbeit mit TDW deuten jedoch darauf hin, dass die Virtus langfristig ein zentraler Baustein der europäischen Loitering-Munition-Strategie werden könnte.

Quellen

  • https://defence-network.com/loitering-munition-virtus-stark-panzerbrechend/
  • https://esut.de/2025/12/meldungen/66553/loitering-munition-virtus-mit-lion-strike-gefechtskopf/
  • https://stark-defence.com/en/solutions/stark-owe-v-virtus/
  • https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/stark-kamikaze-drohne-virtus-scheitert-bei-militaertests/100170177.html

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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