RTX-Raytheon und das US-Verteidigungsministerium: Rahmenabkommen zur massiven Produktionssteigerung von Tomahawk, AMRAAM und Standard Missiles
Im Februar 2026 hat RTX, die Muttergesellschaft von Raytheon, zusammen mit dem US-Verteidigungsministerium ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das die jährliche Produktion von fünf Schlüsselmunitionen deutlich erhöhen soll. Das Abkommen ist das erste seiner Art zwischen Raytheons Waffeneinheit und der Trump-Administration und soll Munitionsengpässe beheben, die Kampfbereitschaft der USA stärken und die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Rüstungskonzern neu definieren.
Rahmenabkommen zwischen RTX und dem Pentagon – Ziele und Umfang
Das Rahmenabkommen legt konkrete Produktionsziele fest:
- Tomahawk-Cruise-Missile: mehr als 1.000 Einheiten pro Jahr (gegenwärtig ca. 60).
- AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile): mindestens 1.900 Einheiten pro Jahr.
- Standard Missile-6 (SM-6): über 500 Einheiten pro Jahr.
- Zusätzliche Erhöhungen für Standard Missile-3 IIA und Beschleunigung der Produktion von Standard Missile-3 IB.
Die Laufzeit des Abkommens kann bis zu sieben Jahre betragen, wobei die endgültige Vertragsfinalisierung noch aussteht. RTX betont, dass die Vereinbarungen im Rahmen einer „collaborative funding approach“ gestaltet sind, um die freien Cash-Flows des Unternehmens nicht zu belasten.
„These agreements redefine how government and industry can partner to speed the delivery of critical technologies and are a direct result of the administration’s Acquisition Transformation Strategy and commitment to deliver the best technologies faster,“ erklärt RTX-CEO Chris Calio.
Aktuelle Produktionsrate von Tomahawk und geplante Steigerung
Vor den neuen Rahmenabkommen lag die US-Produktionsrate für Tomahawk-Raketen bei etwa 60 Einheiten pro Jahr – ein Wert, der in mehreren Quellen bestätigt wird. Das Ziel, die Produktion auf über 1.000 Stück jährlich zu erhöhen, entspricht einer Vervierfachung der bisherigen Rate.
Zusätzliche Daten aus früheren Vertragsverlängerungen zeigen, dass die monatliche Produktionsrate bereits von 3,35 auf 7,14 Raketen gestiegen ist. Diese Steigerung bildet die Basis, auf der das neue Abkommen aufbauen will.
- Aktuelle Rate (2026): 60 Einheiten/Jahr.
- Zielrate (nach Abkommen): >1.000 Einheiten/Jahr.
Modernisierungsverträge für Tomahawk Block V
Parallel zur Neuproduktion wurde im Januar 2026 ein Modernisierungsvertrag über insgesamt 476,5 Mio. USD vergeben. Der Vertrag umfasst:
- 380,8 Mio. USD für die Recertifizierung und das Upgrade von Block IV zu Block V.
- Zusätzliche Mittel für Depot-Operationen, Ersatzteile und Export-FMS-Kunden (Australien, Japan).
- Finanzierung von 99,4 Mio. USD über Foreign Military Sales.
Die Arbeiten verteilen sich auf mehrere Standorte, wobei etwa 30 % der Arbeit in Tucson, Arizona, erfolgt. Weitere 28 % entfallen auf Boulder, Colorado.
„The contract sustains long-range strike capability through 2029 and expands the customer base to include Army, Marines and key allies,“ heißt es im offiziellen Navy-Statement.
Auswirkungen auf AMRAAM und Standard Missile-6
Die Rahmenabkommen sehen ebenfalls eine signifikante Produktionssteigerung für die Luft-zu-Luft-Missile AMRAAM und die See-zu-See-Missile SM-6 vor:
- AMRAAM: mindestens 1.900 Einheiten pro Jahr.
- SM-6: mehr als 500 Einheiten pro Jahr.
RTX hat im Rahmen seiner Jahresberichterstattung angekündigt, die Investitionen in Fertigungsanlagen von 2,6 Mrd. USD auf 3,1 Mrd. USD bis 2026 zu erhöhen, um diese Produktionsziele zu ermöglichen.
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Finanzielle Investitionen und Produktionsinfrastruktur
Die Erhöhung der Kapitalausgaben um 0,5 Mrd. USD (von 2,6 Mrd. USD auf 3,1 Mrd. USD) ist explizit an die multijährigen Produktionssteigerungen gekoppelt. RTX betont, dass diese Mittel für den Ausbau von Fabriken und die Beschaffung von Fertigungs-Equipment vorgesehen sind, ohne die freien Cash-Flows des Unternehmens zu belasten.
Durch die „collaborative funding approach“ sollen Vorab-Investitionen gedeckt werden, während das Pentagon später über definierte Lieferverträge nachschießt.
Risiken und offene Fragen
Obwohl die Ziele ambitioniert sind, gibt es mehrere kritische Punkte, die Leser beachten sollten:
- Fehlende Bestätigung der Produktionssteigerungen: Öffentliche Suchergebnisse fokussieren bisher auf Modernisierungsverträge, nicht auf die endgültige Genehmigung der neuen Neuproduktionszahlen (>1.000 Tomahawks/Jahr).
- Vertragsfinalisierung ausstehend: Die Rahmenabkommen gelten erst, wenn die einzelnen Lieferverträge definitiert sind – ein Prozess, der bis 2029 andauern kann.
- Mehrjährige Umsetzung: Die angestrebten Produktionsraten erfordern langfristige Investitionen und können durch Lieferketten- oder Budgetengpässe verzögert werden.
Diese Unsicherheiten können die erwarteten Zeitpläne und die tatsächliche Produktionskapazität beeinflussen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch ist die aktuelle Tomahawk-Produktion vor den neuen Abkommen?
Etwa 60 Einheiten pro Jahr für die USA; die Rahmenpläne zielen auf eine Vervierfachung ab.
Was umfasst der jüngste Tomahawk-Vertrag?
Eine 380,8 Mio. USD-Modifikation für Block V-Modernisierungen, insgesamt 476,5 Mio. USD bis April 2029, inklusive FMS-Lieferungen nach Australien und Japan.
Fazit
Das Rahmenabkommen zwischen RTX und dem US-Verteidigungsministerium stellt einen bedeutenden Schritt zur Behebung von Munitionsengpässen dar. Durch die geplante Vervierfachung der Tomahawk-Produktionsrate, die Erhöhung der AMRAAM- und SM-6-Ausbringung sowie die umfangreichen Modernisierungsprogramme wird die Kampfbereitschaft der USA langfristig gestärkt. Gleichzeitig zeigen die offenen Punkte – insbesondere die noch ausstehenden Vertragsfinalisierungen und die mehrjährige Realisierung – dass die erwarteten Produktionsspitzen nicht sofort erreicht werden können. Investoren und Entscheidungsträger sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, da die tatsächliche Umsetzung entscheidend für die strategische Wirksamkeit der Vereinbarungen ist.
Quellen
- https://en.defence-ua.com/industries/usordersadditionaltomahawkcruisemissilesevencheaperduetolargeorder-16960.html
- https://armyrecognition.com/news/navy-news/2026/u-s-navy-approves-new-tomahawk-missile-upgrades-to-sustain-long-range-strike-through-2029
- https://thedefensepost.com/2026/01/27/raytheon-tomahawk-upgrades/
- https://www.streetinsider.com/Reuters/Raytheon+secures+deal+to+build+thousands+of+missiles+for+the+US,+including+Tomahawks/25942670.html
