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DARPA beauftragt Raytheon mit Pulling Guard – Schutz für Handelsschiffe im Roten Meer

DARPA beauftragt Raytheon mit Pulling Guard – Schutz für Handelsschiffe im Roten Meer

24. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) hat Raytheon (RTX) den Auftrag erteilt, ein neuartiges Sensing- und Targeting-System namens Pulling Guard zu entwickeln. Das System soll Handelsschiffe und Logistikplattformen vor drohenden Angriffen von Drohnen und unbemannten Surface Vehicles (USVs) schützen – ein Problem, das insbesondere im Roten Meer akut ist. Durch die Kombination von EO/IR-Sensoren, KI-gestützter Detektionssoftware und modernen Command-and-Control-Tools (C2) ermöglicht Pull Pulling Guard eine Echtzeit-Situationswahrnehmung, ohne dass Schiffe eigene Sensoren installieren müssen.

Hintergrund zum DARPA-Programm „Pulling Guard“

Das Programm zielt darauf ab, die maritime Verteidigung in engen oder umkämpften Gewässern zu stärken. Dabei wird ein getetherter Drohnen-Knoten auf einer semi-autonomen Plattform eingesetzt, die von kommerziellen oder militärischen Logistikschiffen geschleppt wird. Diese Anordnung erlaubt eine weiträumige Überwachung aus erhöhter Position, ohne die Schiffsressourcen zu belasten. Raytheons langjährige Expertise in Sensorik und C2-Systemen bildet die technologische Basis des Projekts.

Aktuelle Bedrohungslage durch USVs im Roten Meer

Seit 2023 setzen Huthi-Rebellen vermehrt unbemannte Surface Vehicles (USVs) ein, um Handelsschiffe anzugreifen. Laut US-Navy-Reports wurden zwischen 2023 und 2025 mehr als 50 Angriffe registriert – ein signifikanter Anstieg, der den Schiffsverkehr in der Region stark beeinträchtigt.

  • Jahr 2023-2025: >50 dokumentierte USV-Angriffe
  • Betroffene Schiffe: Handelsschiffe, Logistikplattformen, potenziell Kampfschiffe
  • Region: Rotes Meer, zunehmend umkämpfte Seewege

Die wachsende Gefahr erfordert sofortige Gegenmaßnahmen, um Crew, Fracht und Infrastruktur zu schützen.

Technische Details des Pulling Guard-Systems

Pulling Guard kombiniert mehrere Schlüsselkomponenten:

  • EO/IR-Sensoren – ermöglichen Tag- und Nachtsicht sowie Wärmebildgebung.
  • Detektionssoftware – KI-gestützte Algorithmen zur Erkennung und Klassifizierung von USVs und Drohnen in Echtzeit.
  • Command-and-Control-Tools (C2) – erlauben Remote-Operatoren, Zielinformationen zu empfangen und sofortige Entscheidungsprozesse zu starten.
  • Getetherte Drohne – wird von einer semi-autonomen, zumwedden Plattform aus betrieben, die von Logistikschiffen gezogen wird.

Durch diese Integration entsteht ein System, das sowohl die Reichweite als auch die Präzision der maritimen Überwachung erheblich erhöht, ohne dass jedes Schiff eigene teure Sensoren installieren muss.

Weitere technische Einzelheiten finden sich in der detaillierten Beschreibung von Spacewar.com.

Entwicklungsphasen und Testplan

Das Projekt ist in zwei Hauptphasen gegliedert:

Phase 1 – Simulationen

  • Ziel: Bewertung der Systemleistung und Optimierung der Operator-Workflows.
  • Methodik: Computergestützte Simulationsszenarien, die reale Bedrohungen nachbilden.

Phase 2 – Live-Tests

  • Ziel: Integration von Launchern und Effektoren für reale Einsatztests.
  • Umfang: Tests mit getetherter Drohne auf einer zumwedden Plattform, die von kommerziellen Logistikschiffen gezogen wird.
  • Erwartetes Ergebnis: Validierung der Echtzeit-Tracking- und Engagement-Fähigkeiten.

Der offizielle Vertragsabschluss erfolgte am 2. Februar 2026.

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Chancen, Risiken und kritische Aspekte

Während Pulling Guard erhebliche Vorteile bietet, gibt es auch potenzielle Hürden:

  • Phasenweise Entwicklung – Verzögerungen in Phase 2 könnten durch technische Herausforderungen, etwa Drohnenstabilität bei starkem Seegang, entstehen.
  • Abhängigkeit von Logistikschiffen – Die Notwendigkeit einer zumwedden Plattform könnte Kooperationsbarrieren mit kommerziellen Betreibern schaffen.
  • Internationale Abstimmung – Für eine breite Einsatzfähigkeit sind internationale Vereinbarungen nötig, damit sowohl militärische als auch zivile Schiffe das System nutzen können.

Ein realistisches Erwartungsmanagement ist daher wichtig, um sowohl Zeitpläne als auch technologische Machbarkeit transparent zu kommunizieren.

FAQ zum Pulling Guard-Programm

Was ist das Pulling Guard-Programm?DARPA-Programm zur Entwicklung eines drohnenbasierten Sensor-Systems für maritime Verteidigung gegen USVs. Es integriert EO/IR-Sensoren und C2-Tools für Echtzeit-Tracking.Wann starten die Tests?Phase 1 mit Simulationen beginnt umgehend; Phase 2 integriert Live-Effectors nach Evaluation.Kann das System für andere Missionen genutzt werden?Ja, das System ist anpassbar für USV-Überwachung und Kampfschiffe in verschiedenen Theatern.

Fazit

Pulling Guard stellt einen wichtigen Schritt zur Sicherung des maritimen Verkehrs in kritischen Regionen wie dem Roten Meer dar. Durch die Kombination bewährter Sensorik, KI-gestützter Detektion und einer flexiblen, zumwedden Plattform bietet das System eine skalierbare Lösung, die sowohl kommerzielle als auch militärische Schiffe schützt. Die geplanten Entwicklungsphasen ermöglichen eine schrittweise Validierung, wobei gleichzeitig klare Risiken – von technischen Herausforderungen bis zu Kooperationsfragen – identifiziert wurden. Wenn die geplanten Meilensteine erreicht werden, könnte Pulling Guard die maritime Verteidigung nachhaltig stärken und die wachsende Bedrohung durch USVs wirksam eindämmen.

Quellen

  • https://www.spacewar.com/reports/DARPA_taps_Raytheon_for_new_maritime_defense_system_999.html
  • https://www.prnewswire.com/news-releases/rtxs-raytheon-selected-by-darpa-to-develop-advanced-maritime-defense-technologies-302675966.html

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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