Partnerschaft von Epirus und Digital Force Technologies: Integrierte nicht-kinetische C-UAS-Kill-Chain mit Leonidas-HPM und Seraphim-Software
Epirus und Digital Force Technologies (DFT) haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um eine vollständig integrierte, nicht-kinetische Counter-Unmanned-Aerial-System ( C-UAS ) Kill-Chain zu entwickeln. Die Lösung kombiniert die hochleistungsfähige Hochleistungs-Mikrowellenplattform (HPM) Leonidas von Epirus mit der autonomen Sensor-Fusion- und Command-and-Control-Software Seraphim von DFT. Ziel ist es, wachsende Drohnen-Schwärme, KI-gesteuerte UAS und faseroptisch gelenkte Systeme zu neutralisieren, ohne dabei erhebliche Kollateralschäden zu verursachen. Die Partnerschaft ist bereits durch mehrere US-Regierungs-Demonstrationen und geplante Vorführungen im Jahr 2026 belegt.
Herausforderung durch moderne Drohnen-Schwärme und KI-gesteuerte UAS
Die zunehmende Verbreitung von Drohnen-Schwärmen und von künstlicher Intelligenz gesteuerten unbemannten Luftfahrzeugen stellt konventionelle elektronische Kriegsführung (EW) vor neue Probleme. Insbesondere Systeme, die auf klassische Störsender setzen, können von AI-optimierten Flugrouten und faseroptischen Lenkungen umgangen werden. Die neue Kill-Chain adressiert diese Lücke durch:
- Skalierbare Abwehr gegen große Drohnen-Schwärme
- Wirksamkeit gegenüber AI-gesteuerten und faseroptisch gelenkten UAS
- Minimale Kollateralschäden dank software-definierter Safe-Zones
- Echtzeit-Erkennung, Priorisierung und neutralisierung von Bedrohungen
Leonidas: Hochleistungs-Mikrowellenplattform im Detail
Leonidas ist eine Hochleistungs-Mikrowellen (HPM) Plattform, die elektromagnetische Interferenz nutzt, um die Bord-Elektronik von Drohnen zu deaktivieren. Die Technologie wirkt gegen Schwärme, KI-gesteuerte Drohnen und sogar gegen solche, die über faseroptische Lenkungen verfügen. Durch die Möglichkeit, operator-definierte Safe-Zones zu etablieren, bleibt die Wirkung gezielt und reduziert unbeabsichtigte Effekte auf benachbarte Systeme.
Live-Fire-Demo 2025: 49 Drohnen im Schwarm besiegt
Ein entscheidender Meilenstein wurde 2025 in einer Live-Fire-Demonstration erreicht, bei der Leonidas einen Schwarm von 49 Drohnen mit einem einzigen, gezielten elektromagnetischen Burst neutralisierte. Die Demonstration zeigte eine 100 %ige Erfolgsquote und belegte die Fähigkeit der Plattform, selbst gegen faseroptisch gesteuerte Drohnen wirksam zu sein.
- Metric: Besiegte Drohnen in Swarm-Demo
- Wert: 49 Drohnen
- Jahr: 2025
- Ergebnis: 100 % Erfolgsquote im Live-Fire-Test
Seraphim: Autonome Erkennung und Priorisierung von Drohnenbedrohungen
Seraphim ist die Software-Komponente der Kill-Chain. Sie verarbeitet Daten aus mehreren Sensoren in Echtzeit, identifiziert Drohnen in komplexen Umgebungen und priorisiert Bedrohungen automatisch. Durch die enge Kopplung mit Leonidas kann die Software die Entscheidung, wann und wo ein elektromagnetischer Burst eingesetzt wird, automatisieren und so die Reaktionszeit erheblich verkürzen.
Vollständige Kill-Chain: Von Detektion bis Defeat
Die Integration von Seraphim und Leonidas schafft eine durchgängige Kill-Chain, die von der ersten Detektion über das Tracking bis hin zur aktiven Neutralisierung reicht. Die Kombination ermöglicht:
- AI-unterstützte Entscheidungsfindung bis in die „Defeat-Layer“ der Kette
- Skalierbare, nicht-kinetische Gegenmaßnahmen mit niedrigen Kollateraleffekten
- Software-definierte Safe-Zones zur Begrenzung unbeabsichtigter Störungen
„Integrating Seraphim with Epirus‘ Leonidas high-power microwave platform extends AI-enabled decision making through the defeat layer of the C-UAS kill chain,“ erklärte Justin MacLaurin, CEO von Digital Force Technologies.
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Marktrelevanz: Verträge und internationale Partnerschaften
Die technologische Reife wird durch mehrere bedeutende Vertragsabschlüsse und Kooperationen bestätigt:
- US-Army -Vertrag (Juli 2025): 43,5 Millionen USD für IFPC-HPM Generation II Systeme
- Frühere Leonidas-Verträge (2024): 17 Millionen USD
- DSTA-Partnerschaft (seit Jan 2026): Zusammenarbeit mit Singapurs Defence Science and Technology Agency zur Weiterentwicklung von C-UAS-Fähigkeiten
Diese Aufträge unterstreichen das Vertrauen von Regierungs- und Militärbehörden in die Leistungsfähigkeit der HPM-Technologie und ihre globale Relevanz.
Risiken und Grenzen der Technologie
Obwohl die Demonstrationen beeindruckende Ergebnisse liefern, gibt es nach wie vor technische und operative Einschränkungen, die potenzielle Nutzer berücksichtigen sollten:
- HPM-Systeme können durch Abschirmungen oder spezielle faseroptische Lenkungen in ihrer Wirksamkeit reduziert werden; reale Szenarien können variieren.
- Die vollständige, integrierte Kill-Chain befindet sich noch in der Integrationsphase und wird erst 2026 umfassend vorgestellt.
Ein realistisches Bild dieser Limitationen hilft, überzogene Erwartungen an eine 100 %ige Wirksamkeit zu vermeiden und fundierte Beschaffungsentscheidungen zu treffen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie funktioniert Leonidas gegen faseroptische Drohnen?
Leonidas erzeugt elektromagnetische Interferenz, die die Bord-Elektronik deaktiviert, selbst wenn die Drohne über faseroptische Lenkung gesteuert wird. Der Ansatz wurde erfolgreich in der Live-Fire-Demo 2025 gegen einen 49-Drohn-Schwarm getestet.
Wann wird die volle Kill-Chain präsentiert?
US-Regierungs-Demonstrationen laufen derzeit; die vollständige Präsentation der nicht-kinetischen Kill-Chain wird voraussichtlich später im Jahr 2026 erwartet.
Welche Verträge hat Epirus kürzlich gewonnen?
Epirus erhielt 2025 einen Vertrag über 43,5 Millionen USD von der US-Army für IFPC-HPM Generation II und hatte bereits 2024 einen 17-Millionen-USD-Vertrag. Zusätzlich besteht seit Januar 2026 eine Partnerschaft mit Singapurs DSTA.
Fazit
Die Partnerschaft zwischen Epirus und Digital Force Technologies liefert mit Leonidas und Seraphim eine vielversprechende, nicht-kinetische Lösung für die wachsende Bedrohung durch Drohnen-Schwärme und KI-gesteuerte UAS. Die Live-Fire-Demo 2025 belegt die praktische Wirksamkeit, während die jüngsten US-Army-Verträge und die internationale DSTA-Kooperation die Marktakzeptanz unterstreichen. Gleichzeitig müssen potenzielle Beschaffer die noch bestehenden technischen Grenzen und die laufende Integrationsphase berücksichtigen, um realistische Erwartungen an die Technologie zu haben.
