Heaviside stellt TYR Loitering-Munition mit 40 km Reichweite vor
Gewicht Flugkörper2,3 kgGesamtsystemgewicht6,8 kgEinsatzreichweite40 kmFlugdauer> 60 MinutenHöchstgeschwindigkeit> 241 km/h
Ursprung der Gefechtsköpfe aus der M72-LAW-Serie
Die von Nammo bereitgestellten Wirkladungen basieren technisch auf der bewährten M72-LAW-Panzerabwehrwaffenfamilie. Die Hohlladungsvariante zielt speziell auf die Oberseite moderner Kampfpanzer, während weitere Varianten für leichte Fahrzeuge, Befestigungen und Infanterie vorgesehen sind.
Abmessungen, Startmechanismus und Rucksacktauglichkeit
Die Starrflügeldrohne besitzt eine Spannweite von knapp 100 cm und eine Rumpflänge von 78 cm. Die Tragflächen lassen sich für den Transport im Infanterierucksack abnehmen. Der Start erfolgt flexibel über ein wiederverwendbares, armbrustähnliches Katapultsystem, wobei keine Startbahn nötig ist.
Technologiereife (TRL-8) und Produktionsstart
Heaviside entwickelte das System innerhalb von rund 15 Monaten bis zum Technologie-Readiness-Level 8 (TRL-8). Die erste Kleinserienfertigung begann am Produktions- und Teststandort in Norwegen; erste Auslieferungen an Streitkräfte sind für Ende 2026 geplant.
Zielerfassung ohne GPS mittels Computer Vision
Um GPS-Jamming zu begegnen, nutzt TYR gehärtete Funkstrecken und duale EO/IR-Sensorik mit bordinternem Computer-Vision-Algorithmus, der das Ziel autonom im Endanflug erkennt und verfolgt.
Four Warhead Options for Different Targets
Heaviside bietet vier modulare Gefechtsköpfe an: einen geformten Hohlladungs-Anti-Tank-Kopf, einen Anti-Struktur-Kopf, einen explosively formed penetrator (EFP) und einen Splitterkopf gegen Infanterie.
Hinter der Durchschlagskraft der nur 2,3 Kilogramm schweren Drohne steht eine enge transatlantische Rüstungskooperation: Die vier modularen Gefechtsköpfe wurden vom norwegischen Munitionsspezialisten Nammo beigesteuert und basieren konstruktiv auf der kampferprobten Panzerabwehrwaffe M72 LAW. Rund ein Drittel des Flugkörpergewichts entfällt unmittelbar auf diesen Wirksatz. Die Hohlladungsvariante zielt primär auf die schwächer geschützte Oberseite feindlicher Kampfpanzer ab, während der explosiv geformte Penetrator (EFP) und die Anti-Struktur-Munition speziell für urbane Gefechte und Befestigungen ausgelegt sind.
“With a first-of-its-kind combination of size, weight, and performance, TYR packs an outsized punch against armored vehicles, fortified structures, and other enemy targets while keeping warfighters farther from harm’s way.”
Phillip Walker, CEO, Heaviside Industries
“TYR does exactly that by enabling widespread fielding of a lightweight loitering munition with the range and lethality necessary to increase standoff distance.”
Nils Haagenrud, President, Heaviside Industries
Risiken und Gegenargumente
- Gleichzeitigkeit von Reichweite, Höchstgeschwindigkeit und maximaler Nutzlast unklarHerstellerangaben nennen Maximalwerte (150 mph, 60 min, 25 Meilen), die unter realen Gefechtsbedingungen mit schwerer Hohlladung und aggressiven Manövern typischerweise nicht simultan erreichbar sind.
- Transatlantische LieferkettenabhängigkeitDie Sprengköpfe stammen von Nammo aus Norwegen, Antriebe und Batterien von Zulieferern aus Großbritannien. Für das US-Militär entsteht dadurch eine logistische Abhängigkeit, solange keine rein US-basierte Fertigungslinie aufgebaut ist.
- Fehlende unabhängige Wirksamkeitsnachweise gegen reaktive Panzerung (ERA)Ob der kompakte Hohlladungskopf gegen moderne Kampfpanzer mit schwerer Reaktivpanzerung ohne Tandem-Vorladung ausreicht, ist öffentlich nicht durch unabhängige Schießversuche belegt.
Schnellüberblick
Wie wird TYR von Soldaten transportiert und abgefeuert?
Mit abgenommenen Flügeln passt die Drohne in handelsübliche Rucksäcke. Der Start erfolgt über ein kompaktes, wiederverwendbares Katapultsystem (armbrustähnlicher Mechanismus), wodurch keine Startbahn oder Fahrzeuge nötig sind.
Welche Ziele können die vier Nammo-Gefechtsköpfe bekämpfen?
Verfügbar sind Hohlladungen gegen Kampfpanzer (abgeleitet von der M72 LAW), Penetratoren (EFP) gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge, Sprengköpfe gegen Befestigungen/Strukturen sowie Splitterladungen gegen Infanterie.
Wie schützt sich das System gegen feindliche Störsender (Jamming)?
TYR nutzt frequenzspringende Datenverbindungen und einen integrierten Computer-Vision-Algorithmus, der das anvisierte Ziel auch bei vollständigem Verlust von GPS- und Funksignalen optisch bis zum Einschlag verfolgt.
Quellen · 4
Stand: 22.10.2026- businesswire.com news/home/20261012159239/en
- breakingdefense.com 2026/10/us-norwegian-startup-heaviside-launches-tyr-loitering-munition
- zona-militar.com en/2026/10/14/ausa2026-heaviside-displays-the-new-tyr-loitering-munition
- tectonicdefense.com p/heaviside-unveils-tyr-loitering-munition
Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.
Alle Beiträge von Michael Bauer →