Team Wendy liefert Exfil Endurance Helm, 1,04 kg, Seamless-Shell
Gesamtgewicht Helmsystem1,04 kg (2,29 lbs)V50-Splitterschutz (17 gr FSP)731 m/sMaximale rückseitige Verformung (BFD)25,4 mmGrenzbeschleunigung Blunt Impact (AR/PD 10-02)150 g
Technischer Hintergrund der Seamless-Shell
Die Konstruktion ohne Durchbohrungen (No-Thru-Hole) beruht auf der ballistischen Schutztechnologie von Ceradyne, die 2020 nach der Übernahme durch Avon Protection mit den Helmsystemen von Team Wendy zusammengeführt wurde. Traditionelle Helme benötigen Bohrungen für Nachtsichtgeräte-Platten und Montageschienen – diese schwächen das Gewebe und erzeugen lokale Schwachstellen. Durch mechanische Klemmung und Befestigung von Schienen sowie einer NVG-Shroud bleibt das ultrahochmolekulare Polyethylen (UHMWPE) unversehrt, sodass das Material seine volle Festigkeit behält.
Ballistische Schutzklassen HG2 und NIJ-Standard
Der Exfil Endurance Helm ist nach NIJ 0101.07 / NIJ 0123.00 zertifiziert und trägt die Schutzklasse HG2 (Handgun Class 2). HG2 ersetzt das frühere Level IIIA und garantiert Schutz gegen 9 mm Luger sowie .44 Magnum bei definierten Geschwindigkeiten. Der Helm muss ein Projektil der Klasse 17 gr FSP mit mindestens 731 m/s stoppen – ein Leistungswert, der die Anforderungen der modernen Bedrohungsszenarien erfüllt.
Stoßdämpfung nach US-Armee-Spezifikation AR/PD 10-02
Zusätzlich zur Durchschlagsicherheit muss ein Helm stumpfe Aufprallbelastungen minimieren. Die US-Militärnorm AR/PD 10-02 (Rev A, 2013) legt fest, dass die Beschleunigung am Kopfprüfkörper 150 g nicht überschreiten darf, um das Risiko von Schädel-Hirn-Traumata zu reduzieren. Team Wendy übertrifft diese Anforderung, sodass die maximale Rückseite-Verformung (Back-Face-Deformation, BFD) bei 9-mm-FMJ-Munition unter 25,4 mm bleibt – ein kritischer Wert zur Verhinderung lebensgefährlicher Hirnquetschungen.
Die Leistungsdaten belegen die Kombination von Durchschlags- und Aufprallschutz:
- V50-Wert: ≥ 731 m/s für 17 gr FSP.
- BFD: < 25,4 mm bei 9 mm FMJ.
- Blunt-Impact-Beschleunigung: ≤ 150 g.
“Das Tragen von Gewicht auf dem Kopf über mehrere Stunden hinweg hat kumulative Auswirkungen. Es kann zur Ermüdung beitragen und letztlich beeinflussen, wie konzentriert man sich auf die jeweilige Aufgabe konzentrieren kann.”
Daron Shank, Product Category Director, Team Wendy
Ergonomie und Klimamanagement für Heißland-Einsätze
Der Helm integriert das Exfil Air Fit-System, das ursprünglich für das RIFLETECH-Gewehrschutzmodell entwickelt wurde. Mit Zorbium-Schaum, integrierten Luftkanälen und wärmeregulierenden Textilien werden Kühlpads eingesetzt, um den Hitzestau zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig für die ersten Auslieferungen an Streitkräfte im Nahen Osten, wo lange Einsätze bei hohen Umgebungstemperaturen die körperliche Belastbarkeit stark beanspruchen.
Risiken und Gegenargumente
- Kein eigenständiger Schutz gegen direkte GewehrkaliberDie Schutzklasse NIJ III-A/HG2 deckt primär Kurzwaffenkaliber und Splitter ab; für Bedrohungen durch Langwaffen (z. B. 7,62 × 39 mm) sind zusätzliche Applikationsplatten erforderlich.
- Thermische Belastbarkeit von reinem UHMWPEPolyethylen liefert ein exzellentes Gewichts-Leistungs-Verhältnis gegenüber Splittern, reagiert jedoch empfindlicher auf extreme Hitze und offene Flammen im Vergleich zu klassischen Aramid-Laminate (Kevlar/Twaron).
Schnellüberblick
Was bedeutet die Schutzklasse HG2 im Vergleich zu NIJ Level III-A?
HG2 steht für “Handgun Class 2” im aktualisierten US-Standard NIJ 0101.07. Sie entspricht dem früheren Level IIIA und zertifiziert den Schutz gegen energiereiche Faustfeuerwaffen-Projektilen wie 9 mm Luger und .44 Magnum bei definierten Geschwindigkeiten.
Warum ist die “No-Thru-Hole”-Konstruktion (Seamless Shell) ein Sicherheitsvorteil?
Herkömmliche Helme werden durchbohrt, um Nachtsichtgeräte-Aufnahmen und Zubehörschienen zu befestigen, wodurch lokale Schwachstellen im ballistischen Gewebe entstehen. Das schraubenlose Befestigungskonzept erhält das Schutzmaterial lückenlos und verringert das Risiko lokaler Penetrationen.
Welche Rolle spielt die rückseitige Verformung (Back-Face-Deformation, BFD)?
Selbst wenn ein Helm ein Projektil stoppt, kann sich die Schale nach innen drücken. Die Begrenzung der BFD auf unter 25,4 mm verhindert, dass die Stoßenergie des Projektils den Schädelknochen eindrückt und lebensgefährliche Hirnquetschungen verursacht.
Quellen · 2
Stand: 30.10.2026- teamwendy.com about/news/2026/october/team-wendy-launches-the-exfil-endurance-ballistic-helmet
- ciehub.info spec/AR/PD10-02.html
Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.
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