ParaZero liefert TillOnAIR – C-UAS-Fangdrohne 50-100 m
Gesamtgewicht15 kgAufbauzeit20 MinutenSchutzradius50-100 MeterSensorsichtfeld100 GradSprengkopflast0Kabellänge Glasfaser-Drohne10-20 km
Funktionsweise von TillOnAIR – Bodenbasierte Erfassung und netzbasierte Abwehr
TillOnAIR trennt die Detektion und Zielführung vollständig von dem fliegenden Abfangjäger. Alle Sensoren, Algorithmen und Rechenleistungen liegen in einer bodengebundenen Kontrollstation. Die abzugeordnete Quadrocopter-Einheit besitzt weder GPS, Kameras noch Zielsuchköpfe – sie wird ausschließlich über verschlüsselte Funklinks von der Bodenstation gesteuert. Sobald ein feindliches UAS im definierten Radius erkannt wird, leitet die Bodenstation die Flugbahn und initiiert den Netzeinsatz. Der Netzbehälter (Net-Pod) wird in die Luft geschossen, verstrickt die Rotoren des Ziel-UAS und lässt es unverletzt zur Bodenfläche sinken.
Sensorabdeckung und Systemarchitektur der Bodenstation
Die 360-Grad-Erfassung wird durch vier modulare Sensoreinheiten realisiert, wobei jede Einheit ein Sichtfeld von 100 Grad abdeckt. Durch die Kombination der vier Module entsteht eine lückenlose horizontale Rundum-Abdeckung von 360 Grad. Die Sensorik liefert Zielkoordinaten und Flugbahn-Daten in Echtzeit, die über gesicherte Boden-Luft-Funkverbindungen an die abfangende Drohne übertragen werden. Diese dezentrale Architektur reduziert das Gewicht des Abfang-Quadrocopters drastisch und ermöglicht eine schnelle Einsatzbereitschaft von nur 20 Minuten.
Forensischer Nutzen und Minimierung von Kollateralschäden
Im Gegensatz zu harten Abschüssen mit Splittermunition oder Sprengköpfen bleibt das gefangene UAS dank der reinen kinetischen Netz-Verstrickung intakt. Keine Sprengladung (Sprengkopflast = 0) bedeutet, dass keine Trümmer über das Einsatzgebiet verstreut werden und das Personal vor gefährlichen Splittern geschützt ist. Das intakte Gerät kann anschließend forensisch ausgewertet werden – von gespeicherten Flugdaten über die Speicherkarte bis hin zu mechanischen Komponenten – wodurch wichtige Informationen zur gegnerischen Taktik und Technologie gewonnen werden können.
Bedrohungskontext: Aufstieg von glasfasergebundenen Drohnen
Seit 2024/2025 haben sich in Konfliktzonen, insbesondere in der Ukraine, FPV-Drohnen etabliert, die über kilometergroße Glasfaserkabel (10-20 km) gesteuert werden. Diese Drohnen kommunizieren über Lichtwellenleiter und erzeugen damit absolute Funkstille (Störsender-Resistenz = 100 %). Klassische elektronische Gegenmaßnahmen wie Jamming oder GPS-Spoofing sind gegen diese Systeme wirkungslos. Physische Verstrickungssysteme wie TillOnAIR stellen daher die derzeit verlässlichste Abwehrmethode dar.
Risiken und Gegenargumente
- Eng begrenzter WirkungsradiusDas System schützt primär einen Nahbereich von 50 bis 100 Meter und ist gegen großflächige Angriffe oder hochfliegende Aufklärungsdrohnen unwirksam.
- Sättigungsgefahr bei massiven SchwarmangriffenDie gleichzeitige Abwehr mehrerer Ziele ist durch die Startkapazität und Nachladezeit der Net-Pods physisch begrenzt.
- Abhängigkeit von freier Sichtlinie und WetterOptische und sensorische Zielführung kann bei starkem Nebel, Rauch oder dichter Vegetation in ihrer Reaktionszeit eingeschränkt werden.
Schnellüberblick
Was passiert mit der feindlichen Drohne nach dem Netzabwurf?
Das Netz blockiert schlagartig die Propeller des Ziel-UAS, sodass dieses sofort abstürzt oder unkontrolliert zu Boden gleitet. Da keine Sprengladung detoniert, bleibt die Drohne für forensische Analysen größtenteils intakt.
Warum verzichtet der Abfang-Quadrocopter auf GPS und bordeigene Kameras?
Durch die Verlagerung von Sensorik und Rechenleistung in die Bodenstation wird der Abfangjäger deutlich leichter, aerodynamischer und kostengünstiger. Zudem ist er immun gegen GNSS-Spoofing oder Jamming, da er rein über gesicherte Befehlsfunklinks der Bodenstation geführt wird.
Gegen welche konkreten Drohnentypen ist das System ausgelegt?
TillOnAIR zielt vor allem auf hochmanövrierfähige, tieffliegende First-Person-View-Drohnen, autonome Loitering-Munitions sowie glasfasergesteuerte Drohnen ab, die konventionelle elektronische Störsender umgehen.
Quellen · 4
Stand: 04.11.2026- globenewswire.com news-release/2026/10/26/3173740/0/en/ParaZero-Launches-TillOnAIR-an-Autonomous-Detect-to …
- defenseadvancement.com news/parazero-new-tillonair-cuas
- nordicdefencereview.com countering-russias-unjammable-drones
- d-fend.com resources/drone-threat-intelligence-and-forensic-readiness
Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.
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