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FlyFocus präsentiert TASACK-Loitering-Munition auf MSPO 2026

Auf der 34. Internationalen Fachmesse für Verteidigungsgüter (MSPO) in Kielce stellte FlyFocus im September 2026 die polnische Loitering-Munition TASACK vor. Die Plattform kombiniert einen rein elektrischen Antrieb, eine Reichweite von bis zu 110 km und eine vereinfachte Point-and-Click-Zielerfassung. Damit schließt sie die Lücke zwischen teuren Lenkflugkörpern und den trainingsintensiven FPV-Drohnen und stärkt gleichzeitig die nationale NATO-Lieferkette.

3 Min. Lesezeit

Technische Daten der TASACK

  • Maximales Abfluggewicht (MTOW): 15 kg
  • Reichweite: 110 km
  • Datenlink-Reichweite: 80 km
  • Top-Geschwindigkeit: 300 km/h
  • Nutzlastkapazität: bis zu 5 kg
  • Zielgenauigkeit (CEP50): 1 m (50 % der Treffer innerhalb 1 m-Radius)
  • Startvorbereitungszeit: 5-7 Minuten

Antrieb und Flugdauer

Die TASACK nutzt einen rein elektrischen Antrieb, der eine maximale Flugdauer von 90 Minuten (1,5 Stunden) ermöglicht. Der leise Antrieb erzeugt eine geringe akustische und thermische Signatur, was das System im Überwachungsflug kaum nachweisbar macht. Die Kombination aus langer Verweildauer und hoher Geschwindigkeit erlaubt es, mobile Bedrohungen im Zielraum zu beobachten und den optimalen Anflugwinkel zu wählen, bevor das Ziel per Klick markiert wird.

Einsatzdoktrin und Bedienphilosophie

Im Unterschied zu herkömmlichen FPV-Kampfdrohnen, die eine kontinuierliche Handsteuerung durch hochspezialisierte Piloten erfordern, übernimmt die Bordelektronik der TASACK die Flugbahnregelung autonom. Der Bediener wählt das Ziel lediglich auf dem Bildschirm aus – das System berechnet eigenständig den Endanflug und führt den Angriff aus. Diese Point-and-Click-Schnittstelle reduziert den Ausbildungsbedarf erheblich und macht die Munition für reguläre Infanterieverbände ohne lange Spezialausbildung nutzbar.

“TASACK has been designed around what we believe matters most for this class of system: precision, simplicity and the ability to manufacture at meaningful scale”, sagte Igor Skawiński, CEO und Mitgründer von FlyFocus.

Produktionsplan und industrielle Einbindung

Der Großteil der Komponenten, einschließlich des elektro-optischen und infraroten Gimbals, wird in Polen gefertigt. FlyFocus plant die Produktionsreife für das erste Quartal 2027 (Q1 2027) und richtet die Lieferkette bewusst auf europäische und NATO-konforme Bauteile aus, um Abhängigkeiten von Drittstaaten zu minimieren. Nach Abschluss der Erprobungsphase soll die TASACK bereits Anfang 2027 in Serie gehen und damit eine kosteneffiziente Alternative zu schweren Präzisionsraketen bieten.

Strategische Bedeutung für NATO-Lieferketten

Durch die lokale Fertigung und die Nutzung von NATO-konformen Komponenten stärkt die TASACK die Resilienz der Ostflankensicherheit. Die Kombination aus hoher Reichweite, präziser Zielgenauigkeit und einfacher Bedienung ermöglicht es verbündeten Streitkräften, in konfliktbelasteten Regionen schnell und effektiv zu reagieren, ohne auf teure oder schwer zu beschaffende Systeme zurückgreifen zu müssen.

Schnellüberblick

Welchen Antrieb nutzt die TASACK?

Die TASACK verfügt über einen rein elektrischen Antrieb, der eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 300 km/h im Zielanflug sowie eine Verweildauer von bis zu 90 Minuten ermöglicht.

Worin liegt der Hauptunterschied zu marktüblichen FPV-Kampfdrohnen?

Während FPV-Drohnen eine anspruchsvolle, kontinuierliche Handsteuerung über Brille und Controller erfordern, führt TASACK den Flug computergestützt aus; der Bediener markiert das Ziel per Klick, und das System fliegt autonom zum Ziel.

Wann ist mit dem regulären Truppendienst der Munition zu rechnen?

FlyFocus strebt die Serienreife für das erste Quartal 2027 an; die Munition wurde im September 2026 auf der polnischen Rüstungsmesse MSPO erstmals öffentlich präsentiert.

Quellen · 2

Stand: 18.10.2026
  1. edrmagazine.eu flyfocus-to-unveil-polish-made-tasack-precision-loitering-munition-at-mspo-2026
  2. defence-industry.eu polands-flyfocus-unveils-tasack-precision-loitering-munition-with-110-kilometre-range-an …
Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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