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Intelic Nexus: Plattform‑agnostische C2‑Software für Drohnen und unbemannte Systeme

Intelic Nexus: Plattform‑agnostische C2‑Software für Drohnen und unbemannte Systeme

23. Januar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Intelic entwickelt mit Nexus eine Plattform-agnostische Software, die militärische Einheiten in Europa und der Ukraine ermöglicht, Drohnen und andere unbemannte Systeme über ein einziges Command-and-Control-Interface zu steuern und zu integrieren. Die Lösung adressiert die Fragmentierung des europäischen Verteidigungsmarktes, bietet skalierbare und kosteneffiziente Optionen für Drohnenabwehr und C2 und ist bereits im Ukraine-Einsatz erprobt. In Kombination mit Partnern wie DroneShield schafft Intelic ein modulares Counter-UAS-Ökosystem, das schnell an neue Bedrohungen angepasst werden kann.

Was ist Nexus und wie funktioniert es?

Nexus ist Intelics Kernprodukt – eine softwarebasierte Plattform, die Drohnen, Bodenfahrzeuge und Oberflächenfahrzeuge in einem Echtzeit-Bild vereint. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Plattform-agnostisch: Unterstützung verschiedenster Unmanned-Systeme unabhängig vom Hersteller.
  • Command-and-Control-Fokus: Zentrale Steuerung und Integration in bestehende Ground Control Stations.
  • AI-gestützte Autonomie: Fahrerassistenz-ähnliche Funktionen reduzieren die Anzahl der erforderlichen Operatoren und erhöhen die Sicherheit.
  • Integration von Battlefield-Management-Systemen (BMS) wie ATAK und Delta für schnellen Informationsaustausch.
  • Echtzeit-Video- und Zielinformationen für umkämpfte Umgebungen.

Nexus kann vorhandene Ground Control Stations ersetzen oder parallel betrieben werden, wodurch ein nahtloser Übergang ohne Funktionsverlust möglich ist. Für kleinere Quadrocopter, Fixed-Wing- und VTOL-Systeme kann die Software sofort vollständig übernehmen.

Horizontale Software-Strategie im fragmentierten europäischen Verteidigungsmarkt

Der europäische Verteidigungsmarkt ist stark fragmentiert, was vertikale „Neo-Prime“-Modelle – bei denen ein einziger Anbieter alles liefert – praktisch undurchführbar macht. Intelic setzt deshalb auf einen horizontalen Ansatz, der folgende Vorteile bietet:

  • Modularität: Neue Sensoren, Detektions- oder Interceptor-Module können ohne teure proprietäre Anpassungen integriert werden.
  • Vermeidung von Vendor-Lock-in: Kunden können unterschiedliche OEM-Komponenten kombinieren.
  • Resilienz: Schnellere Anpassung an sich ändernde Bedrohungslagen und technologische Entwicklungen.
  • Netzwerkeffekt: Je mehr Systeme an Nexus angebunden werden, desto wertvoller wird die Plattform für alle Nutzer.

Dieser Ansatz wird durch die aktuelle Partnerschaft mit DroneShield weiter gestärkt und ermöglicht eine kostengünstige Skalierung der Drohnenabwehr in ganz Europa.

Partnerschaft mit DroneShield: Modulare Counter-UAS-Lösung

Seit Januar 2026 arbeitet Intelic mit dem australischen Sensor-Spezialisten DroneShield zusammen. Die Partnerschaft hat das Ziel, eine durchgängige Kette von Beobachtung bis Effekt zu schaffen:

  • Integration von DroneShields Detektions- und Störsystemen in Nexus.
  • Modulare Erweiterung: Sensoren, Aufklärungsdrohnen und Interceptor-Systeme können flexibel hinzugefügt werden.
  • Kosteneffizienz: Keine hohen Entwicklungs- oder Lizenzkosten für neue Komponenten.
  • Tests an europäischen Militärstandorten bestätigen die Praxistauglichkeit.

Durch die Kombination von Nexus und DroneShield werden bisherige Lücken in der europäischen Drohnenabwehr geschlossen, wobei die Lösung sowohl für bestehende als auch für zukünftige Bedrohungen anpassbar bleibt.

Integration in Battle Management Systems und KI-Funktionen

Nexus verbindet Ground Control Stations mit bekannten BMS wie ATAK und dem in der Ukraine eingesetzten System Delta. Diese Integration ermöglicht:

  • Gemeinsame Nutzung von Ziel- und Videodaten über das gesamte Einsatzgebiet.
  • Schnellere Entscheidungsfindung dank KI-gestützter Datenanalyse.
  • Unterstützung für verschiedene Fahrzeugtypen – Luft, Boden und Wasser – über eine einheitliche Oberfläche.

Die KI-Funktionen von Nexus folgen dem Prinzip der schrittweisen Automatisierung, ähnlich wie Fahrerassistenz in Fahrzeugen: zunächst kleine Assistenzschritte, später erweiterte Autonomie, um die Bedienkomplexität zu reduzieren.

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Finanzierung, Gründungsgeschichte und Schlüsselentscheidungen

Intelic wurde 2021 von Maurits Korthals Altes gegründet, bevor die russische Invasion 2022 das Defence-Tech-Umfeld stark veränderte. Wichtige Meilensteine:

  • 2021: Gründung und Fokus auf Autonomie-Software zur Reduktion von Operatoren und zur Erhöhung der Sicherheit.
  • Januar 2024: Erster Besuch in der Ukraine, der die Lücke zwischen Labor-Prototypen und Front-Realität aufzeigte.
  • 2024: Seed-Funding in Höhe von 2 Millionen € – ein kleiner, aber entscheidender Betrag, der den Übergang zu einem produktorientierten Unternehmen ermöglichte.
  • 2026: Beginn der Partnerschaft mit DroneShield und erste Tests in Europa.

Der CEO berichtet, dass es neun Monate dauerte, ein Bankkonto zu eröffnen, ein Hinweis auf die anfängliche Zurückhaltung des Finanzsektors gegenüber Defence-Tech. Heute bietet dieselbe Bank dem Unternehmen Finanzierungsangebote an, was die rasante Marktveränderung verdeutlicht.

Risiken und Ausblick für Intelic

Der CEO nennt zwei zentrale Risiken, die ihn nachts wach halten:

  • Marktstruktur: Ob Europa ein einheitliches, pan-europäisches Verteidigungsökosystem entwickelt oder weiterhin fragmentiert bleibt.
  • Ukrainische Exporte: Ein möglicher Zustrom reifer ukrainischer Systeme könnte den europäischen Markt überschwemmen und bestehende Anbieter unter Druck setzen.

Intelic positioniert sich jedoch als flexibler Akteur, der durch horizontale Integration und enge Kooperationen schnell auf solche Veränderungen reagieren kann. Die Rekrutierung erfolgt über drei Kernfaktoren – technische Herausforderung, klare Mission und ein unterstützendes Team-Kultur-Umfeld – um talentierte Fachkräfte zu gewinnen.

Fazit

Intelic hat mit Nexus eine Plattform geschaffen, die den europäischen Verteidigungsmarkt mit einer horizontalen, modularen und KI-gestützten Command-and-Control-Lösung adressiert. Die Kombination aus Plattform-agnostizität, Integration in etablierte Battlefield-Management-Systeme und der strategischen Partnerschaft mit DroneShield ermöglicht eine skalierbare Drohnenabwehr, die den fragmentierten Marktbedingungen und den Anforderungen von NATO-Partnern gerecht wird. Trotz Unsicherheiten bezüglich Marktstruktur und möglichen ukrainischen Exporte bleibt das Unternehmen dank seiner flexiblen Architektur, der frühen Felderfahrung in der Ukraine und der klaren Fokussierung auf C2-Funktionalität gut positioniert, um in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im europäischen Defence-Tech-Ökosystem zu spielen.

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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