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DroneHammer von Skylance – Kostengünstiger Lenkflugkörper zur Abwehr kleiner Drohnen

DroneHammer von Skylance – Kostengünstiger Lenkflugkörper zur Abwehr kleiner Drohnen

23. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Einleitung
Die Bedrohung durch leichte Unbemannte Luftfahrzeuge (Class 1 Drohnen bis 25 kg) nimmt in militärischen und zivilen Konfliktsituationen stetig zu. Traditionelle Abwehrsysteme sind häufig teuer und schwer zu transportieren. Das deutsche Startup Skylance aus Nordrhein-Westfalen präsentiert mit dem DroneHammer einen preisgünstigen, hochgeschwindigen Interceptor, der speziell für die Nah- und Nächstbereichs-Abwehr von FPV- und Loiter-Drohnen konzipiert ist. Der folgende Artikel fasst ausschließlich die von Skylance veröffentlichten Daten zusammen und beleuchtet technische Merkmale, Kosten, Entwicklungsstand, Einsatzszenarien sowie kritische Einschätzungen.

Was ist der DroneHammer von Skylance?

Der DroneHammer ist ein leichter Lenkflugkörper, der als Interceptor gegen kleine Drohnen (Class 1, < 25 kg) eingesetzt wird. Das System kombiniert einen optischen Suchkopf mit Laserbeleuchtung für die Zielerfassung im Nahbereich und einen innovativen CO₂-Gefechtskopf. Beim Zünden erzeugt die rotierende CO₂-Kartusche eine Schrapnell-Wolke mit einem Wirkungsradius von etwa 10 m – ein Effekt, der mit einer Schrotladung vergleichbar ist, jedoch ohne konventionelle Sprengstoffe auskommt.

Technische Daten und Leistungsmerkmale

  • Gewicht des Prototyps (MK-2): 700 g
  • Abmessungen: 70 cm Länge, 70 mm Durchmesser (Ziel: 60 cm / 60 mm)
  • Abfanggeschwindigkeit: > 600 km/h (Testwerte über 500 km/h)
  • Reichweite: 100 – 1.200 m (effektiv > 600 m im Test)
  • Interceptionszeit: ca. 3 Sekunden (von Entdeckung bis Treffer)
  • CO₂-Gefechtskopf-Radius: 10 m Schrapnellwolke
  • Preis pro Einheit (Ziel): rund 2.500 € (etwa Faktor 20 günstiger als Konkurrenz)

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Skylance positioniert den DroneHammer ausdrücklich als preisgünstige Alternative zu teureren Abwehrsystemen. Der angegebene Serienpreis von etwa 2.500 € pro Stück soll die Kosten-Nutzen-Asymmetrie verringern, die entsteht, wenn eine einzelne, kostengünstige Drohne (oft < 100 €) mit teuren Abwehrlösungen konfrontiert wird.

  • Preis: ca. 2.500 € pro Einheit
  • Kostenvorteil: ca. 20-mal günstiger als vergleichbare Systeme
  • Produktionsstrategie: modulare Bauweise und einfache Komponenten für niedrige Stückkosten

Entwicklungsstand und Testhistorie

Der aktuelle Entwicklungsstand wird mit Technology Readiness Level 4 (TRL 4) angegeben. Wesentliche Meilensteine sind:

  • 16. August 2025 – erste Live-Flugtests der MK-2-Version in Düsseldorf, Geschwindigkeit > 500 km/h, Reichweite > 600 m
  • Bestätigung der CO₂-Gefechtskopf-Wirksamkeit in statischen Tests gegen Class-1-Drohnen
  • Interceptionszeit von etwa drei Sekunden, geeignet für Schützen, Fahrzeuge oder Abwehrdrohnen
  • Entwicklungsziel: Abschluss Q1 2026, Vorserie Q4 2026, Serienreife Q2 2027

Die Tests bestätigen, dass das System die geforderte Geschwindigkeit und Reichweite erreicht und die Schrapnellwolke effektiv kleine Drohnen neutralisieren kann.

Einsatzszenarien und Zielgruppen

Der DroneHammer richtet sich primär an Nutzer, die im Nahbereich schnelle, kostengünstige Abwehr benötigen:

  • Bundeswehr – Schutz von Truppen und Fahrzeugen vor FPV-Drohnen
  • Landespolizeien – Sicherung von kritischen Infrastrukturen und öffentlichen Veranstaltungen
  • Einzelne Schützen oder mobile Einheiten – Einsatz über Dreifach-Launcher mit Laser-Beleuchter
  • Abwehrdrohnen – Integration in bereits vorhandene Drohnen-gegen-Drohnen-Konzepte
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Kritik und Konkurrenz

Obwohl die Geschwindigkeit von > 500 km/h einen taktischen Vorteil bietet, gibt es kritische Stimmen:

  • Günstige FPV-Interceptor-Drohnen wie das ukrainische „Sting“ (315 km/h) sind deutlich billiger.
  • Die Wirtschaftlichkeit des DroneHammer muss gegen diese preiswerten Alternativen abgewogen werden.
  • Skylance betont jedoch, dass die höhere Geschwindigkeit und die sofortige Schrapnellwirkung eine überlegene Trefferwahrscheinlichkeit im kritischen Nahbereich ermöglichen.

Zukünftige Planung und Serienproduktion

Skylance plant, die Entwicklung im ersten Quartal 2026 abzuschließen. Eine Vorserie soll im vierten Quartal 2026 ausgeliefert werden, gefolgt von der Serienreife im zweiten Quartal 2027. Das Unternehmen sucht derzeit nach Investoren, um die Produktion zu skalieren, und hat bereits Interesse von Bundeswehr und Polizeibehörden verzeichnet.

  • Entwicklungsabschluss: Q1 2026
  • Vorserie: Q4 2026
  • Serienreife: Q2 2027
  • Vertriebskonzept: Dreifach-Launcher, Einzel-Launcher, modulare Optionen

Fazit

Der DroneHammer von Skylance stellt eine technisch überzeugende Lösung für die Abwehr von leichten Drohnen im Nahbereich dar. Mit einer Geschwindigkeit von über 600 km/h, einer Reichweite von bis zu 1.200 m und einem CO₂-Gefechtskopf, der eine 10-Meter-Schrapnellwolke erzeugt, erfüllt das System die zentralen Anforderungen an schnelle, präzise und kostengünstige Drohnenabwehr. Der angekündigte Preis von rund 2.500 € pro Stück macht das System attraktiv für militärische und polizeiliche Anwender, die eine wirtschaftliche Alternative zu teureren Abwehrtechnologien suchen. Kritiker weisen jedoch auf die Konkurrenz durch noch günstigere FPV-Interceptor-Drohnen hin. Letztlich wird die Marktreife und die Akzeptanz bei den geplanten Nutzern entscheiden, ob der DroneHammer die versprochene Lücke zwischen Kosten und Leistungsfähigkeit schließen kann.

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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