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Iron Fist Schutzsystem stärkt Bradley M2A4E1 – Vertragsdetails, Technik und Zukunft

Iron Fist Schutzsystem stärkt Bradley M2A4E1 – Vertragsdetails, Technik und Zukunft

26. Januar 2026 von Anna Schröder

Elbit Systems liefert das abstandsaktive Hard-Kill-Schutzsystem Iron Fist an General Dynamics Ordnance and Tactical Systems (GD-OTS), um die Kampfwertsteigerung des US-Kampfpanzer-Modells Bradley M2A4E1 zu ermöglichen. Durch die Integration von Iron Fist wird die Überlebensfähigkeit des Fahrzeugs gegen moderne Bedrohungen wie Panzerabwehrraketen (ATGM), Lenkflugkörper, Drohnen und Loitering-Munition signifikant erhöht. Gleichzeitig soll das modernisierte Fahrzeug die von der Ukraine zurückgeforderten Bradley-Flotte ersetzen.

Iron Fist Schutzsystem – Funktionsweise und Vorteile

Iron Fist ist ein 360-Grad-Aktivschutzsystem, das Bedrohungen in Bruchteilen einer Sekunde erkennt und abwehrt. Das System nutzt ein Radar- und ein passives Infrarot-Sensorset, um die Umgebung permanent zu scannen. Sobald ein anfliegendes Projektil erfasst wird, wird ein Werfer mit einer Abwehrladung gezielt auf die Flugbahn des Geschosses ausgerichtet und abgefeuert. Die Abwehrladung neutralisiert die Bedrohung durch Splitterwirkung oder Druckwelle, sodass die Panzerung des Fahrzeugs nicht durchschlagen kann.

  • 360-Grad-Wirkradius gegen ATGM, Lenkflugkörper, Drohnen und Loitering-Munition
  • Hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Volumen, Gewicht und Energiebedarf
  • Einsatz sowohl im offenen Gelände als auch in komplexen städtischen Umgebungen

Die US-Army beschreibt Iron Fist als ein System, das „hohe Leistung bei geringem Volumen, Gewicht und Energiebedarf“ bietet und damit die Überlebensfähigkeit von gepanzerten Plattformen deutlich steigert.

Vertragliche Rahmenbedingungen und Lieferungen

Elbit Systems hat mehrere Verträge mit GD-OTS für die Lieferung von Iron Fist abgeschlossen:

  • Mai 2024 – Anfangsvertrag über 37 Millionen USD
  • November 2024 – Folgevertrag über 127 Millionen USD
  • 2025-2027 (drei-jährige Lieferperiode) – neuer Vertrag über 228 Millionen USD

Die Gesamtsumme der Aufträge beträgt somit 392 Millionen USD. Laut Elbit sollen die Systeme innerhalb der nächsten drei Jahre an GD-OTS ausgeliefert werden, das Unternehmen übernimmt anschließend die Integration in die Bradley-Fahrzeuge.

Technische Modernisierung der Bradley M2A4E1 Plattform

Die Integration von Iron Fist war erst nach einer Reihe von Vor-Modernisierungen der Bradley-Basisversion M2A4 möglich:

  • Neue Hilfsstromversorgung (APU) und erhöhte Motorleistung für den zusätzlichen Energiebedarf
  • Erweiterte elektrische Kapazität zur Unterstützung des Hard-Kill-Systems
  • Erhöhung der Bodenfreiheit um 34 % auf 20 Inches (2022) dank verstärkter Federung und Torsionsstangen

Diese Änderungen bilden die technische Voraussetzung für das leichte, energieeffiziente Iron Fist-Modul.

Weitere M2A4-Verbesserungen

Zusätzlich zu Iron Fist umfasst die M2A4E1-Version weitere moderne Systeme, die das Fahrzeug zu einem vernetzten Kampfknotenpunkt machen:

  • IED-Jammer gegen zelltelefonbasierte Sprengsätze
  • Internes Löschsystem zur schnellen Brandbekämpfung
  • Digitale Displays und Datenlinks für verbessertes Situationsbewusstsein
  • HD-FLIR Generation 3 (2024) – hochauflösendes Wärmebildgerät für den Richtschützen
  • Umweltkontrollsystem (ECU) zur Reduktion von Hitzestress für die Besatzung

Unterschied zwischen M2A4 und M2A4E1

Die M2A4-Variante, seit 2022 im Einsatz, verfügt über die neue APU und die gesteigerte Motorleistung, die speziell für aktive Schutzsysteme (APS) ausgelegt sind. Die M2A4E1-Variante erweitert diese Basis um das Iron Fist-System, das hochauflösende HD-FLIR und das Umweltkontrollsystem (ECU). Damit ist die M2A4E1 die modernste und am besten geschützte Version des Bradley.

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Zitate und offizielle Aussagen

„Der M2A4E1 ist die modernste und am besten geschützte Version des Bradley, da er mit einem aktiven Schutzsystem (Iron Fist), einem verbesserten, hochauflösenden Wärmebildgerät für den Richtschützen und einem Umweltkontrollsystem zur Vermeidung von Hitzeschäden beim Absitzen ausgestattet ist.“ – US-Army, PEO Ground Combat Systems, Facebook-Auftritt

„Iron Fist ist ein fortschrittliches abstandsaktives Hard-Kill-Schutzsystem mit einem 360-Grad-Wirkradius, das sich durch hohe Leistung bei geringem Volumen, Gewicht und Energiebedarf auszeichnet.“ – Elbit Systems, Unternehmensmitteilung

Zukunftsperspektiven: Ersatz durch XM30

Langfristig plant die US-Army, ab 2029 den Bradley durch das Nachfolgemodell XM30 zu ersetzen. Der XM30 wird mit einer 50-mm-Kanone, autonomer Navigation und einem Hybridantrieb ausgestattet sein und das aktive Schutzsystem übernehmen. Diese Planung wurde in einem Artikel von Popular Mechanics (2024) beschrieben.

Quellenangaben

  • Hartpunkt.de, „Bradley M2A4E1 – US-Schützenpanzer erhalten abstandsaktives Hard-Kill-Schutzsystem Iron Fist“, 2024-05, https://www.hartpunkt.de
  • Popular Mechanics, „Army’s Bradley Fighting Vehicle Upgraded With Iron Fist Missile Defense“, 2024-04, https://www.popularmechanics.com
  • The War Zone (TWZ), „This Is The Army’s New M2A4E1 Bradley That Features Iron Fist Protection“, 2024, https://www.theworldzone.com
  • Elbit Systems, Unternehmensmitteilung zu Iron Fist-Lieferungen, 2024-11, https://www.elbitsystems.com

Fazit

Die Kombination aus dem abstandsaktiven Hard-Kill-System Iron Fist und einer Reihe von Plattform-Modernisierungen macht den Bradley M2A4E1 zu einem der bestgeschützten Schützenpanzer der US-Armee. Durch die Verträge im Gesamtwert von über 390 Millionen USD ist die Lieferung und Integration von Iron Fist für die nächsten Jahre gesichert. Gleichzeitig ermöglicht die technische Basis – APU, erhöhte Motorleistung und erweiterte Bodenfreiheit – die Aufnahme weiterer zukünftiger Systeme. Während die M2A4E1 bis mindestens 2029 als Kernkomponente der mechanisierten Infanterie dient, wird der geplante XM30-Nachfolger langfristig die Rolle des aktiven Schutzsystems übernehmen und die Weiterentwicklung der US-Panzerflotte fortsetzen.

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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