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Joint Interagency Task Force 401 – Die zentrale US‑Einheit im Kampf gegen Drohnenbedrohungen

Joint Interagency Task Force 401 – Die zentrale US‑Einheit im Kampf gegen Drohnenbedrohungen

28. Januar 2026 von Michael Bauer

Die Joint Interagency Task Force 401 (JIATF-401) ist seit ihrer Gründung im August 2025 die federführende Pentagon-Einheit zur Bekämpfung der wachsenden Drohnenbedrohung in den Vereinigten Staaten. Mit einem klaren Fokus auf den schnellen Austausch von Daten, die Bereitstellung von Counter-UAS-Kapazitäten und die enge Zusammenarbeit mit zivilen Partnern wie dem Golden-Dome-Projekt, der US-Grenzbehörde und dem Department of Homeland Security (DHS) soll die Task Force militärische Installationen, die Südgrenze und Großveranstaltungen – etwa die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 – schützen.

Gründung und Auftrag der JIATF-401

Die JIATF-401 wurde im August 2025 durch den damaligen Verteidigungsminister Pete Hegseth per DoD-Memo vom 28.08.2025 etabliert und löste die frühere Joint Counter-UAS-Organization (JCO) ab. Das Memorandum definiert die Task Force als zentrale Anlaufstelle für die Bereitstellung von Gegen-UAS-Kapazitäten und die Koordination zwischen allen US-Militärzweigen. Ein 36-Monats-Sunset-Review ist vorgesehen, um mögliche Lücken bei einer Nicht-Verlängerung der Finanzierung zu identifizieren.

Datenintegration mit dem Golden-Dome-Projekt

Ein zentrales Element der JIATF-401 ist die enge Verzahnung mit dem Pentagon-Missile-Defense-Projekt Golden Dome. Brig. Gen. Matt Ross, Direktor der Task Force, erklärte bei einer Medienrunde: „Our integrated counter-UAS posture across the homeland has to be tied into the Golden Dome and we’re going to make sure that it is.“Der Datenaustausch konzentriert sich auf Drohnen der Gruppe 3 – etwa so groß wie das Army-R-Q-7B Shadow – und wird in Abstimmung mit Space Force-Gen. Michael Guetlein entwickelt. Ross betonte: „We have to be able to share data seamlessly so we should be able to see each other’s threat picture.“

Mehrschichtige Verteidigung gegen kleine Drohnen (Group 1/2)

Ross bezeichnete kleine unbemannte Luftfahrtsysteme (sUAS) als „the defining threat of our time“. Um diese Bedrohung zu neutralisieren, setzt die JIATF-401 auf eine mehrschichtige Verteidigungsarchitektur, die Sensoren, kinetic- und non-kinetic-Systeme sowie Battle-Management-Netzwerke integriert. „Our formations must be able to detect, track, identify and defeat these systems anywhere on the planet“, sagte Ross.

Schulungsprogramme und Taktiken (TTPs)

Zur Stärkung der operativen Fähigkeiten wurden drei Joint Knowledge-Online-Kurse (JKO) entwickelt, darunter der Kurs US1401 Basic sUAS Awareness. Die Inhalte basieren auf Praxis-Szenarien aus dem Ukraine-Konflikt und berücksichtigen AI-gestützte Schwärme. Diese agilen Module werden kontinuierlich aktualisiert, um Operatoren mit den neuesten Taktiken und Verfahren auszustatten.

  • US1401 Basic sUAS Awareness – Grundlagen und Erkennung von Group 1/2-Drohnen
  • Vertiefte TTP-Module zu AI-gestützten Schwärmen
  • Praxisnahe Übungen basierend auf dem Ukraine-Einsatz

Grenzschutz und Kooperation mit US-NORTHCOM

Entlang der US-Mexiko-Grenze hat die JIATF-401 im Jahr 2025 Tausende von Drohnen-Incursions registriert. In weniger als 60 Tagen wurden Lücken identifiziert und ein Budget von 18 Millionen USD für die Bereitstellung von Counter-sUAS-Kapazitäten – insbesondere Replicator-2-Systeme – im Januar 2026 gesichert.Die Task Force arbeitet dabei eng mit US-Northern Command, DHS, dem Department of Justice und lokalen sowie Stammes-Gesetzeshütern zusammen, um Bedrohungsanalysen zu erstellen und Daten zu teilen.

  • 18 Mio. USD Investition für die Südgrenze (2026)
  • Erfassung von Tausenden Drohnen-Incursions 2025
  • Koordination mit US-NORTHCOM, DHS, DOJ und tribal law enforcement
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Erweiterte Befugnisse und operative Flexibilität

Neue Pentagon-Richtlinien geben Kommandanten die Erlaubnis, Maßnahmen jenseits des physischen Perimeters zu ergreifen, wenn Überwachungsdrohnen eine Bedrohung darstellen. Die Vorgaben verlangen, dass innerhalb von 60 Tagen facility-spezifische Verfahren erlassen werden. Diese Autoritätsänderungen erfordern zudem eine enge Abstimmung mit zivilen Luftfahrtbehörden, um unbeabsichtigte Störungen an Flughäfen oder in dicht besiedelten Gebieten – etwa den WM-Stadien – zu vermeiden.

Ausblick und Risiken – 36-Monats-Sunset-Review

Obwohl die JIATF-401 in den ersten 100 Tagen beeindruckende Erfolge vorweisen kann – von schnellen Beschaffungen bis hin zu einer beschleunigten Datenintegration – steht die Einheit vor einer kritischen Finanzierungsentscheidung. Der geplante 36-Monats-Sunset-Review könnte Lücken erzeugen, wenn die Mittel nicht verlängert werden. Die Task Force betont daher die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Unterstützung, um die mehrschichtige Verteidigung langfristig aufrechtzuerhalten.

Fazit

Die Joint Interagency Task Force 401 hat sich in kürzester Zeit als Schlüsselakteur im US-Heimatschutz etabliert. Durch die Kombination aus schneller Kapazitätsbereitstellung, datengetriebener Zusammenarbeit mit dem Golden-Dome-Projekt, gezielter Ausbildung von Operatoren und erweiterten Befugnissen bietet die Task Force ein umfassendes Schutzpaket gegen Drohnenbedrohungen. Die Investitionen in die Südgrenze und die Vorbereitung auf Großereignisse wie die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 verdeutlichen den strategischen Fokus auf Geschwindigkeit und Interoperabilität. Damit bleibt die JIATF-401 ein entscheidender Baustein, um das „definierende Drohnenbedrohungsproblem“ der USA zu adressieren – vorausgesetzt, die notwendige langfristige Finanzierung wird gesichert.

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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