Joint Interagency Task Force 401 startet erste Replicator‑2‑Beschaffung: DroneHunter F700 im Einsatz gegen kleine Drohnen
Die Joint Interagency Task Force 401 (JIATF-401) des Pentagon hat ihren ersten Vertrag im Rahmen der Replicator-2-Initiative vergeben: Zwei DroneHunter F700-Systeme von Fortem Technologies sollen die Drohnenabwehr an US-Militärbasen stärken. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch kleine Unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) ist die Beschaffung ein entscheidender Schritt, um rasche, präzise und KI-gestützte Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.
Hintergrund: JIATF-401 und die Replicator-2-Initiative
Die Joint Interagency Task Force 401 wurde im August 2025 gegründet, um die Bemühungen zur Bekämpfung von kleinen UAS (C-sUAS) abteilungsübergreifend zu synchronisieren. Die Task Force integriert Behördenpartner, Start-Ups und Venture-Capital-Einheiten, um schnelle Innovationen zu fördern. Ihr primäres Ziel ist der Schutz von Installationen und kritischer Infrastruktur.
- Gründungsdatum: August 2025
- Leitung: Army-geführt, übernimmt Replicator 2 von der Defense Innovation Unit
- Aufgabe: Koordination der C-sUAS-Strategie über alle US-Militärzweige
- Fokus: Heimatschutz und schnelle Feldstellung von Gegen-UAS-Technologien
Die Replicator-2-Initiative konzentriert sich im Gegensatz zu Replicator 1, das autonome Systeme betont, auf die schnelle Bereitstellung von Gegen-UAS-Lösungen gegen kleine Drohnen. JIATF-401 führt diese Initiative nun an, um Fähigkeiten rasch an Truppen zu liefern.
Technische Daten des DroneHunter F700
Der DroneHunter F700 ist ein wiederverwendbarer Interceptor-Drohne, der KI, Radar und ein Netzsystem kombiniert, um Drohnen in komplexen Umgebungen zu erfassen und zu neutralisieren. Die wichtigsten Merkmale laut den bereitgestellten Quellen:
- Sechs-Rotor-Design für hohe Stabilität beim Netzeinsatz
- Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Radar zur Erkennung von Drohnen, inklusive Group-1- und Group-2-UAS
- Netz-Deployment mit redundanten, getetherten Netzen zum non-destruktiven Fangen von Zielen
- Fähigkeit, kleine Quadrocopter bis hin zu kleinen Fixed-Wing-Drohnen (Group 2) zu erfassen
- Nach dem Fang wird die Ziel-UAS für forensische Analysen abgeschleppt, was die spätere Untersuchung von Bedrohungen ermöglicht
- Minimale Kollateralschäden, ideal für den Einsatz in sensiblen Bereichen wie US-Basen
Einige Quellen bezeichnen das System auch als DroneHunter 4700; beide Bezeichnungen beziehen sich jedoch auf das gleiche leichte, KI-gestützte System.
Funktionsweise und Einsatzszenarien
Der DroneHunter F700 arbeitet autonom oder kooperativ mit anderen Systemen, um Lufträume zu überwachen und potenzielle Bedrohungen zu neutralisieren. Der Ablauf lässt sich in drei Phasen gliedern:
- Erkennung: KI-Algorithmen und Radar scannen die Umgebung, identifizieren kleine Drohnen und klassifizieren sie nach Größe und Flugtyp.
- Verfolgung und Anvisieren: Die Interceptor-Drohne fliegt zum Ziel, wobei das Netz-Array ausgerollt wird.
- Fangen und Abschleppen: Das getetherte Netz fängt die Ziel-UAS, danach wird sie mit einem Zugseil abgeschleppt und zur forensischen Analyse transportiert.
Durch das redundante Netz-Deployment wird eine hohe Erfolgsrate erreicht, selbst in dicht bebauten oder stark gestörten Umgebungen. Die Technologie ist besonders geeignet für den Heimatschutz, da sie nicht-destruktiv arbeitet und somit das Risiko von Kollateralschäden reduziert.
Beschaffungsdetails und Zeitplan
Der erste Replicator-2-Vertrag umfasst die Lieferung von zwei DroneHunter F700-Systemen an zwei US-Installationen für Testzwecke. Die wichtigsten Vertragsinformationen:
- Anzahl bestellter Systeme: 2
- Liefertermin: Erwartet bis April 2026
- Vertragspartner: Fortem Technologies
- Auftrag im Rahmen der Replicator-2-Initiative, die den Fokus auf kleine Drohnen legt
- Ziel: Schnelle Feldstellung von KI-gestützter C-UAS-Technologie für den Heimatschutz
Brig. Gen. Matt Ross, Direktor von JIATF-401, betonte, dass das Ziel der Beschaffung darin bestehe, „state-of-the-art counter-UAS capabilities“ sowohl im Inland als auch im Ausland bereitzustellen. Die Beschaffung wird als Schlüsselschritt zur Erfüllung der Replicator-2-Mission angesehen.
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Strategische Bedeutung und kritische Betrachtung
Die Einführung des DroneHunter F700 markiert einen Meilenstein in der US-Drohnenabwehr. Gleichzeitig wirft die Abhängigkeit von nicht-traditionellen Anbietern wie Fortem Technologies Fragen zur Skalierbarkeit und langfristigen Verfügbarkeit auf.
- Vorteile: Schnelle Reaktionszeit, KI-gestützte Erkennung, minimaler Kollateralschaden, forensische Analysefähigkeit.
- Risiken: Skalierbarkeit bei großflächigem Einsatz, Langzeitverfügbarkeit von Systemen und Ersatzteilen, Notwendigkeit weiterer Validierungen nach den ersten Tests.
- Kritik an älteren C-UAS-Systemen: Vorherige Systeme wie Dronebuster zeigten Innovationsdruck; neue Technologien müssen sich in Echtoperationen bewähren.
Die ersten beiden Systeme dienen als Testplattformen; ein massenhafter Einsatz erfordert zusätzliche Validierung und möglicherweise weitere Beschaffungen.
Fazit
Die Vergabe des ersten Replicator-2-Vertrages an Fortem Technologies für zwei DroneHunter F700-Systeme stellt einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der US-Drohnenabwehr dar. Durch den Einsatz von KI, Radar und einem netzbasierten Interceptor-Design können kleine Drohnen – sowohl Quadrocopter als auch leichte Fixed-Wing-UAS – effektiv und mit geringem Kollateralschaden erfasst werden. Die JIATF-401, seit ihrer Gründung im August 2025 für die Koordination von C-sUAS-Strategien verantwortlich, nutzt die Replicator-2-Initiative, um diese Technologie rasch an kritische Standorte zu bringen. Während die ersten beiden Systeme bis April 2026 geliefert werden und als Testeinheiten dienen, bleiben Fragen zur Skalierbarkeit und langfristigen Verfügbarkeit offen. Dennoch zeigt die Initiative, dass das Pentagon bereit ist, innovative, nicht-traditionelle Partner in die Verteidigungslinie gegen die wachsende Bedrohung durch kleine Drohnen zu integrieren – ein entscheidender Schritt, um die Sicherheit von Militärbasen und kritischer Infrastruktur zu gewährleisten.
