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Northrop Grumman und Kratos entwickeln das autonome CCA XQ‑58 Valkyrie für das U.S. Marine Corps

Northrop Grumman und Kratos entwickeln das autonome CCA XQ‑58 Valkyrie für das U.S. Marine Corps

25. Januar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Im Rahmen des Marine Air-Ground Task Force Uncrewed Expeditionary Tactical Aircraft (MUX TACAIR) Programms haben das US-Verteidigungsunternehmen Northrop Grumman und Kratos Defense and Security Solutions eine enge Partnerschaft geschlossen, um die autonome Drohne XQ-58 Valkyrie als Collaborative Combat Aircraft (CCA) für das U.S. Marine Corps zu entwickeln. Das Vorhaben soll kostengünstige, masseneinsetzbare Wing-Man-Drohnen bereitstellen, die in Hochrisikoumgebungen gemeinsam mit bemannten Jägern wie der F-35 operieren können.

Zusammenarbeit im MUX TACAIR-Programm

Die Zusammenarbeit ist als Other Transaction Agreement (OTA) über 24 Monate angelegt und hat einen Vertragswert von 231,5 Millionen USD. Krys Moen, Vice President für Advanced Mission Capabilities bei Northrop Grumman, betonte in einer Pressemitteilung: „Northrop Grumman bleibt an der Spitze fortschrittlicher Sensorik und liefert innovative Lösungen, die den Bedürfnissen des Kriegers mit beispielloser Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit entsprechen.“ [Quelle 1]

Steve Fendley, Präsident der Unmanned-Systems-Division von Kratos, ergänzte: „Die Integration des Valkyrie-Flugzeugsystems mit den weltweit besten Multifunktions-Missionssystemen von Northrop Grumman ergibt ein hochfähiges CCA zu einem Preis, der den massenhaften Einsatz unbemannter Systeme zusammen mit bemannten Flugzeugen ermöglicht.“ [Quelle 2]

Technische Merkmale der XQ-58 Valkyrie

  • Stealth-fähiges Unmanned Combat Air Vehicle (UCAV) mit hoher Subsonikgeschwindigkeit.
  • Interner Waffenschacht und modulare Payload-Bays für Strike, Electronic Warfare (EW) und Reconnaissance.
  • Off-the-Shelf-Jet-Trainer-Technik, die die Kostenklasse „attritable“ definiert.
  • Erstflug am 5. März 2019 am Yuma Proving Ground, Arizona.
  • Mehr als 20 operationell relevante Tests bis 2026, darunter Skyborg- und PAACK-P-Programme.
  • Open-Architecture-Autonomie-Software „Prism“ von Northrop Grumman.

Die modulare Bauweise ermöglicht den schnellen Austausch von Mission-Kits, sodass das Flugzeug je nach Auftrag als Präzisions-Streikplattform, elektronisches Störsender-System oder Aufklärungsdrohne eingesetzt werden kann. Die Integration von Prism sorgt dafür, dass die Autonomie-Entscheidungen in Echtzeit und mit geringer Latenz erfolgen – ein entscheidender Faktor für das operative Zusammenspiel mit bemannten Jägern.

Vertragliche Grundlagen: OTA und Finanzrahmen

Das OTA-Modell erlaubt eine Beschleunigung der Entwicklungszyklen, weil es die üblichen Beschaffungs- und Prüfverfahren des Federal Acquisition Regulation (FAR) umgeht. Die 24-monatige Laufzeit von 2026 bis 2028 ist darauf ausgelegt, Prototyp-Bau, Integration von Prism-Software und erste operative Demonstrationen abzuschließen. Der Vertrag umfasst zudem die Bestellung von zwei XQ-58-Einheiten im Jahr 2022 für PAACK-P-Tests, was den Reifegrad weiter untermauert.

Risiken und Skalierungspotenzial

Obwohl die Tests einen niedrigen Risikostatus signalisieren, gibt es offene Fragen hinsichtlich der Skalierung von der Prototyp-Phase zur Full-Rate-Production. Die Attritable-Kostenklasse bedeutet, dass die Drohne für Massenverluste konzipiert ist, aber gleichzeitig von der Flexibilität des OTA-Modells abhängt. Budget-Unsicherheiten nach Abschluss der Prototyp-Phase könnten die Weiterentwicklung verzögern.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Integration von Sensor- und Missionspaketen in ein kleineres Luftfahrzeug-Envelope. Die Kompaktheit erfordert hochintegrierte Elektronik, deren Zuverlässigkeit in stark gestörten elektromagnetischen Umgebungen noch weiter validiert werden muss.

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Strategische Bedeutung für das US-Marine Corps

Das MUX TACAIR-Programm ist ein Kernbestandteil von Force Design 2030, das die Marine auf mögliche Konflikte im Indo-Pazifik ausrichtet – insbesondere gegenüber Near-Peer-Adversaries wie China. Durch die Bereitstellung von günstigen, autonom operierenden Wing-Man-Drohnen soll die Kampfkraft der Marine in Hochrisikoumgebungen signifikant gesteigert werden, ohne die Kosten für traditionelle bemannte Plattformen zu erhöhen.

Die Marine hat die Valkyrie bereits 2025 zum Program of Record erklärt. Damit ist das CCA offiziell in die langfristige Beschaffungsplanung aufgenommen und bildet die Basis für zukünftige Generationen von unbemannten Begleitern, die mit F-35- und künftigen F-47-Jägern zusammenarbeiten sollen.

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

  • Partner: Northrop Grumman (Prime) und Kratos Defense.
  • Programm: MUX TACAIR – Marine Air-Ground Task Force Uncrewed Expeditionary Tactical Aircraft.
  • Vertrag: OTA, 24 Monate, 231,5 Mio. USD.
  • Plattform: XQ-58 Valkyrie, stealth-fähiges UCAV, modulare Payload-Bays.
  • Erstflug: 5. März 2019, über 20 Tests bis 2026.
  • Software: Prism-Open-Architecture-Autonomie-Software von Northrop.
  • Strategischer Kontext: Force Design 2030, Gegenwart von Near-Peer-Adversaries.

Fazit

Die Kombination aus Northrop Grummans fortschrittlicher Sensor- und Autonomie-Software und Kratos‘ bewährtem XQ-58-Design bietet dem U.S. Marine Corps eine zukunftsfähige Lösung für masseneinsetzbare, autonome Wing-Man-Drohnen. Das OTA-Modell ermöglicht eine rasche Entwicklung, während die modulare Bauweise flexible Einsatzmöglichkeiten sicherstellt. Trotz bestehender Risiken – insbesondere bei Skalierung und Budget-Planung – stellt das Projekt einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der US-Marines in einem zunehmend kompetitiven Indo-Pazifik-Umfeld dar.

Weiterführende Informationen finden Sie unter Wikipedia – XQ-58 Valkyrie und in den offiziellen Pressemitteilungen von Northrop Grumman und Kratos (siehe Quellen 1 und 2).

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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