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Offizielle US-Regierungszusage für den Verkauf der kostengünstigen Standoff-Waffe ERAM an die Ukraine

Offizielle US-Regierungszusage für den Verkauf der kostengünstigen Standoff-Waffe ERAM an die Ukraine

6. Februar 2026 von Anna Schröder

Am 28. August 2025 hat das US-State Department den Verkauf von bis zu 3.350 Extended Range Attack Munition (ERAM)-Raketen an die Ukraine genehmigt. Die Entscheidung verbindet ein ambitioniertes Entwicklungsprogramm, das bereits im August 2024 startete, mit einer breiten NATO-Finanzierung und adressiert den akuten Bedarf der Ukraine nach präzisen, kostengünstigen Fernwaffen im Krieg gegen Russland.

Hintergrund und Entwicklungszeitplan von ERAM

Das ERAM-Programm wurde von den US-Unternehmen Zone 5 Technologies und CoAspire initiiert. Die US-Air Force Life Cycle Management Center (AFLCMC) leitet das Projekt mit einem Gesamtbudget von 225 Millionen USD (2024-2026). Nach der Vertragsvergabe im Oktober 2024 starteten die beiden Designs ihre ersten Flüge bereits im Dezember 2024 – nur vier Monate später. Ein entscheidender Meilenstein war der Live-Warhead-Test am 21. Januar 2025 auf der Eglin Air Force Base, bei dem die Rakete mit einer scharfen Sprengladung erfolgreich abgefeuert wurde.

„Erfolgreicher Live-Warhead-Test am 21.01.2025; erste Lieferungen 2026 erwartet, aber keine US-Indienststellung bisher.“ – Defense News, 04.02.2026

Die vollständige Indienststellung in der Ukraine wird für Ende 2026 prognostiziert, wobei die erste Charge von 840 Einheiten bereits für Oktober 2026 geplant ist.

Technische Merkmale und Leistungsdaten

  • Reichweite: bis zu 450 km (280 Meilen) – Quelle S1
  • Sprengkopfgewicht: 227 kg (500 lb) – Quelle S1
  • Geschwindigkeit: ca. 690 km/h (430 mph) – Quelle S1
  • CEP (Circular Error Probable): unter 10 m, selbst bei GPS-Ausfall dank INS-Backup – Quelle S3
  • Antrieb: kompakter Turbojet/Turbofan für Unterschallgeschwindigkeit
  • Kompatibilität: F-16 und ähnliche NATO-Kampfflugzeuge, potenziell UAVs
  • Modulare Bauweise mit leichten Verbundwerkstoffen und klappbaren Tragflächen

Finanzierungs- und Lieferumfang

Der Verkauf umfasst nicht nur die Raketen, sondern auch 3.350 GPS/INS-Navigationssysteme, Anti-Spoofing-Module, Raketenbehälter, Trägerpylone, Ersatzteile, Training und Logistiksupport. Die Gesamtkosten belaufen sich auf geschätzte 825 Millionen USD. Die Finanzierung erfolgt durch ein Bündel von NATO-Partnern: Dänemark, die Niederlande, Norwegen und das US-Foreign-Military-Financing-Programm.

„Die US-Regierung hat den Verkauf offiziell am 28. August 2025 genehmigt.“ – DSCA, 2025

  • Anzahl ERAM-Raketen für die Ukraine: 3.350 Einheiten (2025) – Quelle S5
  • Gesamtkosten: 825 Mio. USD (2025) – Quelle S5
  • Programm-Budget USAF: 225 Mio. USD (2024-2026) – Quelle S1

Strategische Bedeutung für die Ukraine und die NATO

ERAM bietet der Ukraine die Möglichkeit, tief im russischen Hinterland präzise Angriffe durchzuführen, ohne in die Reichweite moderner russischer Luftverteidigungssysteme wie S-400 zu geraten. Die Kombination aus niedrigen Produktionskosten, schneller Fertigung (kommerzielle Komponenten) und hoher Genauigkeit stärkt die asymmetrische Kriegsführung und vertieft die operative Zusammenarbeit innerhalb der NATO.

  • Kosteneffizienz: Deutlich günstiger als etablierte Systeme wie JASSM oder ATACMS.
  • Hohe Produktionsrate: Kommerzielle Bauteile ermöglichen Skalierbarkeit.
  • Präzision: CEP < 10 m selbst bei GPS-Störungen.
  • Kompatibilität: Nutzung vorhandener NATO-Flugzeuge (F-16).

Risiken und Gegenargumente

Trotz des schnellen Entwicklungszyklus gibt es kritische Punkte, die potenzielle Nutzer beachten sollten:

  • Keine offizielle US-Indienststellung: ERAM ist primär als Exportwaffe für die Ukraine konzipiert und noch nicht als Standardwaffe der US-Militärs eingesetzt.
  • Abhängigkeit von GPS/INS: In stark gestörten russischen Umgebungen könnten Jamming- oder Spoofing-Versuche die Genauigkeit beeinträchtigen, obwohl das System über Anti-Jamming-Features verfügt.

Diese Punkte können zu Lieferverzögerungen oder zusätzlichen Anpassungsbedarf führen, sollten aber durch die modulare Bauweise und die geplante Massenproduktion gemindert werden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann startet die Lieferung von ERAM an die Ukraine?

Die erste Charge von 840 Einheiten ist für Oktober 2026 geplant; die vollständige Indienststellung wird bis Ende 2026 erwartet (Wikipedia, 2025; Defense News, 2026).

Wer finanziert den ERAM-Kauf für die Ukraine?

Dänemark, die Niederlande, Norwegen und das US-Foreign-Military-Financing; die Genehmigung erfolgte durch das US-State Department am 28. August 2025 (DSCA, 2025).

Ist ERAM bereits einsatzreif?

Ein erfolgreicher Live-Warhead-Test wurde am 21. Januar 2025 durchgeführt. Erste Lieferungen werden 2026 erwartet, jedoch ist die Waffe bislang nicht für den US-Einsatz zertifiziert (Defense News, 04.02.2026).

Fazit

Die offizielle US-Zusage zum Verkauf von bis zu 3.350 ERAM-Raketen markiert einen wichtigen Meilenstein in der Unterstützung der Ukraine. Durch die Kombination aus langer Reichweite, hoher Präzision und niedrigen Kosten bietet ERAM eine leistungsfähige Standoff-Option, die die asymmetrische Kriegsführung der Ukraine stärkt und gleichzeitig die NATO-Partnerschaften vertieft. Gleichzeitig bleiben offene Fragen zur operativen Reife und zur GPS-Abhängigkeit, die zukünftige Anpassungen erfordern könnten. Insgesamt stellt ERAM jedoch ein bedeutendes Instrument dar, um die strategische Balance im Ukraine-Krieg zu beeinflussen.

Quellen

  • Wikipedia – Extended Range Attack Munition, https://en.wikipedia.org/wiki/ExtendedRangeAttackMunition
  • Defense Security Cooperation Agency (DSCA) – Ukraine – Air Delivered Munitions, https://www.dsca.mil/Press-Media/Major-Arms-Sales/Article-Display/Article/4289280/ukraine-air-delivered-munitions
  • Defense News – US Air Force tests new, rapidly developed cruise missile, https://www.defensenews.com/air/2026/02/04/us-air-force-tests-new-rapidly-developed-cruise-missile/
  • Army Recognition – ERAM Extended Range Attack Munition Missile, https://armyrecognition.com/military-products/army/missiles/tactical-missiles/eram-extended-range-attack-munition-missile

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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