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Technische Grundlage und Vorteile der Full AESA-Architektur des spanischen RALOFI-Radars

Technische Grundlage und Vorteile der Full AESA-Architektur des spanischen RALOFI-Radars

9. März 2026 von Anna Schröder

Das spanische RALOFI-Radar (Radar for Locating the Origin of Indirect Fire) ist ein hochmodernes Gegenbatterie-System, das im Rahmen des Special Modernization Program (PEM) von Indra und einem nationalen Industriekonsortium entwickelt wird. Ziel ist es, Artillerie-, Raketen- und Mörserfeuer schnell zu lokalisieren, die Herkunft zu bestimmen und damit die spanischen Streitkräfte in hochintensiven Konflikten zu stärken. Das System kombiniert eine Full-AESA-Architektur, Gallium-Nitride-Halbleiter (GaN) und Software-Defined-Radio (SDR), um Reichweite, Präzision und Störfestigkeit zu maximieren.

Full AESA-Architektur und GaN-Technologie – Warum sie entscheidend sind

Die Full-AESA-Architektur ermöglicht ein rein elektronisches Strahlensteuern ohne mechanische Rotationskomponenten. Im Vergleich zu traditionellen rotierenden Radars, die typischerweise 5-12 U/min (Beispiel LTR-25) drehen, arbeitet RALOFI komplett ohne Rotation, was eine sofortige Zielerfassung und eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit bedeutet. GaN-Halbleiter verdoppeln die Leistungsdichte gegenüber herkömmlichen GaAs-Systemen und erhöhen die Störfestigkeit – ein Vorteil, der in der Ukraine-Krise, wo Gegenbatterie-Radars entscheidend waren, besonders deutlich wurde (Joint Forces News, 2026).

  • Elektronisches Strahlensteuern ohne mechanische Teile
  • Schnelle Zielerfassung und hohe Reaktionsgeschwindigkeit
  • Erhöhte Leistungsdichte und Reichweite dank GaN
  • Verbesserte Störfestigkeit gegenüber elektronischer Gegenmaßnahmen
  • Flexibilität durch Software-Defined-Radio (SDR) für missionsspezifische Anpassungen

„Die Full-AESA-Architektur des RALOFI ermöglicht elektronisches Strahlensteuern für präzise Ortung von Artillerie-, Raketen- und Mörserfeuer über erweiterte Distanzen“, heißt es in einer internen Projektbeschreibung.

Projektumfang, Budget und nationale Beteiligung

Im PEM-Programm wird das gesamte Design, die Entwicklung und die Fertigung in Spanien durchgeführt. Das Projektbudget liegt bei rund 30 Millionen Euro (2026) und soll das veraltete AN/TPQ-36-System ablösen. Mehr als 80 % der beteiligten Unternehmen sind spanisch, wodurch die nationale Verteidigungsindustrie gestärkt und neue Arbeitsplätze in den Bereichen Engineering, Elektronik, Software und Fertigung geschaffen werden.

  • Projektbudget: 30 Millionen Euro (2026)
  • Ziel: Ersatz des AN/TPQ-36-Radars
  • Mehr als 80 % nationale Beteiligung
  • Industriekonsortium unter Indra-Leitung: GMV, Nord Motorreductores, Niasa, Teyde 2010, AC Precisión und weitere

„Das Ziel ist, die Verteidigungsindustrie zu stärken und jede Firma mit relevanten technologischen Fähigkeiten einzubeziehen“, erklärt Miguel Rodríguez Mora, Direktor der Land-Systems-Business-Unit bei Indra.

Multifunktionale Einsatzmöglichkeiten des RALOFI-Radars

RALOFI ist nicht nur für die Gegenbatterie-Erkennung konzipiert, sondern kann auch in anderen Bereichen eingesetzt werden:

  • Gegenbatterie-Erkennung und -Neutralisierung
  • Bodenüberwachung und Schutz von Stützpunkten
  • Küsten- und Seeüberwachung
  • Unterstützung von automatisierten C2-Netzwerken

Die Integration in Netzwerk-zentrale Gefechtsführung ermöglicht eine schnelle Weitergabe von Zielinformationen an Artillerie- und Luftunterstützungseinheiten.

Risiken und offene Fragen

Obwohl das System technisch vielversprechend ist, gibt es noch offene Punkte, die von Analysten hervorgehoben werden:

  • Keine publizierten Reichweiten- oder Präzisionsspezifikationen – Werte basieren bislang auf Prognosen, nicht auf Tests.
  • Abhängigkeit von GaN-Technologie kann Lieferkettenrisiken mit sich bringen, insbesondere angesichts globaler Chip-Knappheit.

Diese Unsicherheiten können die operative Überlegenheit gegenüber bestehenden Systemen beeinflussen.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was ersetzt das RALOFI-Radar?

Es soll das ältere AN/TPQ-36 ablösen und bietet erweiterte Fähigkeiten durch AESA und GaN (The Defense News, 2026).

Welche Rolle spielt die Ukraine-Erfahrung?

Der Konflikt hat die Bedeutung früher Gegenbatterie-Erkennung gezeigt; RALOFI adressiert dies mit Automatisierung und Netzwerkintegration (Joint Forces News, 05.03.2026).

Wann startete das Projekt?

Indra begann im März 2026 mit den Arbeiten im PEM-Rahmen und einem Konsortium aus nationalen Unternehmen (Indra Press Release, 05.03.2026).

Fazit

Das spanische RALOFI-Radar vereint modernste Full-AESA-Technologie, GaN-Leistung und SDR-Flexibilität, um in hochintensiven Konflikten eine präzise Gegenbatterie-Fähigkeit zu bieten. Mit einem Budget von 30 Millionen Euro, einer mehr als 80 %igen nationalen Beteiligung und dem Ziel, das veraltete AN/TPQ-36 zu ersetzen, stärkt das Projekt sowohl die operative Einsatzfähigkeit der spanischen Streitkräfte als auch die heimische Verteidigungsindustrie. Trotz fehlender veröffentlichter Leistungsdaten und potenzieller Lieferkettenrisiken stellt RALOFI einen bedeutenden Schritt in Richtung technischer Souveränität und Job-Schaffung dar.

Quellen

  • https://www.joint-forces.com/defence-equipment-news/89613-indra-begins-work-on-spanish-ralofi
  • https://www.thedefensenews.com/news-details/Indra-Starts-30-Million-RALOFI-Radar-Project-to-Replace-Spains-ANTPQ-36-Systems/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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