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Textron Systems präsentiert CoreMotion-Kit für Fahrzeugautonomie

Textron Systems hat das modular aufgebaute CoreMotion-Kit auf der AUSA 2026 vorgestellt - ein hersteller- und softwareagnostisches Mittelschicht-System, das bestehende militärische Bodenfahrzeuge schnell zu unbemannten oder optional bemannten Plattformen macht.

2 Min. Lesezeit

Erprobte Betriebserfahrung> 8.000 Meilen (~12.875 km) auf UGV-Familie RIPSAW (2026)Vorstellungstermin12. Oktober 2026 (AUSA Annual Meeting & Exposition)

CoreMotion als “Middle-Layer” – Unterschied zu klassischen Drive-by-Wire-Kits

Traditionelle Drive-by-Wire-Systeme leiten lediglich digitale Steuersignale an Aktuatoren weiter. CoreMotion dagegen bildet eine intelligente Ausführungsebene, die die Absicht eines menschlichen Bedieners oder einer autonomen Software erkennt, Sicherheitsgrenzen prüft und Lenkung, Bremsen sowie Antriebsverteilung simultan mit Nutzlasten und Teilsystemen synchronisiert. Die Architektur besteht aus robusten Computern, modularen Aktuatoren, Kabelbäumen und Halterungen, die im Feld montiert werden können – ein kompletter Redesign der Trägerplattform ist nicht nötig.

Technische Eckdaten

  • Hardware-agnostische Schnittstelle zwischen Autonomie-Stack und Fahrzeug-Mechanik
  • Feldeinsatz-Installation ohne Werkstattaufwand
  • Mehr als 8.000 Testmeilen auf der unbemannten RIPSAW-Plattform

Militärischer Kontext und Beschaffungsinitiativen der U.S. Army

Die Markteinführung richtet sich an Programme der U.S. Army und verbündeter Streitkräfte, die universelle Drive-by-Wire- und Autonomie-Schnittstellen für bestehende Flotten sowie künftige Projekte wie das Robotic Combat Vehicle (RCV) benötigen. Durch die modulare Bauweise kann CoreMotion in bestehende Fahrzeugbestandteile integriert werden, ohne dass ein neues, dediziertes unbemanntes Fahrzeug entwickelt werden muss. Das senkt Entwicklungs- und Beschaffungskosten und reduziert das Risiko von Integrationsproblemen.

Praxisbeispiel: Einsatz auf der RIPSAW-Familie

CoreMotion wurde bereits auf der UGV-Familie RIPSAW installiert und hat dort über 8.000 Meilen unter operativen Testbedingungen zurückgelegt. Das System bewies dabei, dass die Kombination aus autonomer Entscheidungsfindung und mechanischer Ausführung zuverlässig funktioniert, selbst bei wechselnden Missionen und Lasten.

“Our CoreMotion technology has been proven over more than 8,000 miles of UGV operation.”

Ryan Schaffernocker, Senior Vice President Air, Land & Sea Systems, Textron Systems

Risiken und Gegenargumente

  • Mechanische Grenzen und Verschleiß älterer BestandsfahrzeugeÄltere Gefechtsfahrzeuge besitzen selten rein elektronische Schnittstellen; die Nachrüstung mit mechanischen Aktuatoren kann Wartungsaufwand, Fehleranfälligkeit erhöhen und erfordert fahrzeugspezifische Anpassungen.
  • Cybersicherheit und Angriffsflächen im “Middle-Layer”Da CoreMotion die zentrale Brücke zwischen externer Sensorik/Autonomie und der internen Aktorik bildet, wird das System selbst zu einem kritischen Ziel für elektronische Kampfführung und Cyberangriffe.

Schnellüberblick

Was unterscheidet CoreMotion von herkömmlichen Drive-by-Wire-Systemen?

Klassische Drive-by-Wire-Lösungen übertragen Signale direkt an Stellglieder; CoreMotion dient dagegen als intelligente Übersetzungsebene (“Middle-Layer”), die Manöverabsichten von Algorithmen oder Bedienern interpretiert, Sicherheitsgrenzen prüft und Subsysteme sowie Missionslasten synchronisiert.

Muss ein Fahrzeug zur Umrüstung ins Herstellerwerk transportiert werden?

Nein, das Kit ist modular aufgebaut und kann von Instandsetzungskräften direkt im Feld installiert werden – eine Werkstatt- oder Werkstattunabhängige Feldinstallation ist vorgesehen.

Quellen · 2

Stand: 24.10.2026
  1. textronsystems.com
  2. janes.com
Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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