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Overland AI integriert IBEX in MADIS des US Marine Corps

Overland AI integriert IBEX in MADIS des US Marine Corps

14. Oktober 2026 von Michael Bauer

Das US Marine Corps stärkt sein Marine Air Defense Integrated System (MADIS) mit dem neu entwickelten, autonomen Bodenfahrzeug IBEX von Overland AI. Die Kombination aus voller Autonomie, hoher Geschwindigkeit und signifikanter Nutzlast ermöglicht es, die Abwehr von Drohnenschwärmen zu beschleunigen und das Personalrisiko an vorderster Front zu minimieren – ein zentrales Element der Expeditionary Advanced Base Operations (EABO)-Strategie des Marine Corps.

Integration von IBEX in das MADIS-System

IBEX wird als zusätzliche, unbemannte Komponente in die bestehende MADIS-Konfiguration eingebunden, die bislang auf zwei bemannten Joint Light Tactical Vehicles (JLTV) beruhte. Der autonome Betrieb erfolgt über die OverDrive-Software von Overland AI, die das Fahrzeug ohne permanente Funk- oder GPS-Verbindung in sogenannten DDIL-Umgebungen (Denied, Degraded, Intermittent, Limited) navigieren lässt. Die OverWatch-Benutzeroberfläche erlaubt einem einzelnen Operator, mehrere IBEX-Fahrzeuge simultan zu überwachen und zu steuern.

Technische Daten des IBEX

  • Höchstgeschwindigkeit: 56 km/h (>35 mph)
  • Reichweite: 402 km (bei 32 km/h Reisegeschwindigkeit)
  • Exportstromleistung: 5 kW für Missionsausrüstung
  • Nutzlastkapazität: 907 kg (2.000 lb) für Sensoren, C-UAS-Waffen oder Nachschubgüter
  • Basisfahrgestell: Polaris MRZR – kompatibel zu V-22 Osprey Transport
  • Software-Stack: OverDrive für autonome Navigation, OverWatch für Operator-Interface, SPARK-Hardwareplattform

„We pride ourselves on developing technology that is informed directly by the warfighter“, betont Greg Okopal, Mitbegründer und Chief Operating Officer von Overland AI. „IBEX ist eine neue Plattform, die auf dem bewährten MRZR-Chassis, Motor und Antriebsstrang aufbaut, sodass sie am ersten Tag einsatzbereit ist und mit vorhandenen Teilen und Treibstoffen gewartet werden kann.“

Beschaffungsrahmen und Zeitplan – APFIT-Programm

Der Erwerb des IBEX erfolgt über das „Accelerate the Procurement and Fielding of Innovative Technologies“ (APFIT) des US-Verteidigungsministeriums. Der ursprünglich geplante Vertrag über 19,7 – 20 Millionen US-Dollar für 15 Fahrzeuge wurde auf 25 Millionen US-Dollar ausgeweitet, um zusätzlich drei Fahrzeuge für das 75th Ranger Regiment der US-Armee zu integrieren.

  • Gesamtvertragswert (APFIT): 25 Mio. USD (2026)
  • Bestellte Einheiten: 15 für das Marine Corps, 3 für das 75th Ranger Regiment
  • Geplanter Auslieferungsbeginn: 1. Quartal 2027, nach Abschluss der Werks- und Feldtests 2026
  • Transportfähigkeit: ladbar in V-22 Osprey, Nutzung von MRZR-Teilen und JP-8-Treibstoff

Operative Rolle neben dem JLTV

IBEX ist kein vollständiger Ersatz für das bemannte JLTV, sondern ergänzt dieses als vorgeschobener, unbemannter Sensor- und Stromknoten. Durch die eigenständige Durchführung von Aufklärungs- und C-UAS-Aufgaben reduziert das Fahrzeug die Einsatzdauer von Besatzungen in besonders gefährdeten Sektoren.

  • Ergänzung statt Ersatz des JLTV im MADIS-Verbund
  • Modulare Nutzlast für Sensorik, leichte Waffen oder Nachschub
  • Reduzierung des Personaleinsatzes in hochriskanten Bereichen

Byron Boots, CEO von Overland AI, betont: „IBEX ersetzt das Joint Light Tactical Vehicle nicht, sondern dient als leichtgewichtige, vorgeschobene Komponente, um die Gefährdung von Besatzungen zu verringern.“ (Breaking Defense, 2026)

Skalierbare Schwarm-Überwachung mit OverWatch

Die OverWatch-Benutzeroberfläche ermöglicht ein Bedienverhältnis von 1 Operator zu N Fahrzeugen, wobei ein einzelner Soldat mehrere IBEX-Einheiten gleichzeitig im Blick behält. Die Fahrzeuge planen eigenständig ihre Pfade und benötigen keine permanente Funk- oder GPS-Verbindung, was die Einsatzflexibilität in elektronisch gestörten Gebieten erhöht.

  • Bedienverhältnis: 1 Operator zu mehreren IBEX-Fahrzeugen
  • Vollautonome Pfadfindung ohne permanente Kommunikationsverbindung
  • Erhöhte personelle Effizienz für Truppe und Führung
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Risiken und Grenzen der IBEX-Plattform

Obwohl IBEX zahlreiche Vorteile bietet, gibt es technische und operationelle Einschränkungen, die beachtet werden müssen:

  • Kein vollwertiger Ersatz für stark gepanzerte Träger: Das leichte MRZR-Chassis bietet keinen ballistischen Schutz der JLTV-Klasse; ein Treffer kann das System schnell außer Gefecht setzen.
  • Begrenzte Traglast für klassische MADIS-Konfigurationen: Die traditionellen Mk1- und Mk2-Konfigurationen benötigen schwere Radare und mehrteilige Raketenwerfer, die die 907 kg-Nutzlast von IBEX übersteigen.
  • autonome Navigation in extremen Geländebedingungen: Trotz KI-gestützter OverDrive-Software bleibt die Off-Road-Fähigkeit in extremen Topographien, Schnee- oder Schlammbedingungen eingeschränkt.

Schnellüberblick:

Ersetzt der IBEX das Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) im MADIS-Programm?

Nein. Laut Overland AI ergänzt IBEX das bemannte JLTV, um riskante Positionen abzudecken und den Personalbedarf zu senken.

Wann wird das System an die US-Streitkräfte ausgegeben?

Die erste Auslieferung ist für das 1. Quartal 2027 geplant, nachdem der Hersteller 2026 die Werks- und Feldtests abschließt.

Wie viele Fahrzeuge werden unter dem APFIT-Vertrag beschafft?

Im ersten Schritt sind 15 Einheiten für das Marine Corps sowie drei weitere Fahrzeuge für das 75th Ranger Regiment vorgesehen.

Quellen

  • https://defensescoop.com/2026/10/08/overland-ai-ibex-autonomous-ground-vehicle-marine-corps/
  • https://www.globenewswire.com/news-release/2026/10/07/overland-ai-unveils-ibex
  • https://breakingdefense.com/land-warfare/overland-ai-nets-marine-corps-autonomous-ground-vehicle-contract/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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