ParaZero und ThirdEye starten 360° Drohnenabwehr für Panzer
ParaZero Technologies und ThirdEye Systems haben am 15. September 2026 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um ein kombiniertes Erkennungs- und Abfangsystem für Drohnen zu entwickeln. Ziel ist ein 360-Grad-„detect-to-engage“-Konzept, das speziell gepanzerte militärische Fahrzeuge schützt und gleichzeitig den Schutz kritischer Infrastrukturen ermöglicht.
Technologische Grundlagen von Iron Web und DefendAir
Das System verbindet zwei Schlüsseltechnologien:
- Iron Web: eine KI-gestützte elektro-optische Sensorik, die Drohnen passiv erkennt, ohne Radar- oder Funksignale zu senden. Dies verhindert die Offenlegung des eigenen Standorts und bietet damit einen taktischen Stealth-Vorteil.
- DefendAir: ein netzbasiertes physisches Abfangsystem, das Drohnen bis zu einer Geschwindigkeit von 113 km/h und einer Masse von 34 kg zuverlässig stoppt. Das Netz wird ohne explosive Materialien eingesetzt, wodurch Kollateralschäden in urbanen Gebieten minimiert werden.
Die kombinierte Abwehrkette arbeitet in einer Reichweite von ca. 50-200 Meter, was typisch für eine „Last-Line-of-Defense“-Erkennung/Abfangkette ist.
Demonstration auf der AUSA 2026
Die Integration wurde vom 12. bis 14. Oktober 2026 im SIBAT National Defense Pavilion im Rahmen der AUSA 2026 präsentiert. Parallel dazu zeigte ParaZero DefendAir vor leitenden NATO-Offizieren in Europa, um die Einsatzfähigkeit in realen Gefechtsszenarien zu demonstrieren.
„An armored vehicle needs more than an alert. It needs a proven way to stop the threat,“ sagte Ariel Alon, CEO von ParaZero. „Iron Web brings together two leading technologies… Together, they connect detection with physical interception, setting a new standard in C-UAS protection for armored vehicles.“
Anwendungen über gepanzerte Fahrzeuge hinaus
Die Partner planen, das System auch zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie Staudämme und Flughäfen einzusetzen. Laut einem ESA-Report von 2026 sind Vorfälle mit Drohnen an Infrastruktur-Einrichtungen weltweit um 215 % seit 2024 angestiegen. Der wachsende Druck auf zivile Einrichtungen macht ein solches layered-Defence-Konzept besonders attraktiv.
Vorteile des Layered-Defence-Konzepts
- Passive, emissionsfreie Erkennung verhindert das Aufdecken des Schutzsystems.
- Physischer Netzabfang ohne Sprengstoffe reduziert das Risiko von zivilen Opfern.
- Flexibler Einsatz von Handheld-Net-Gun, stationärem Turm oder Drohnen-Träger für verschiedene Einsatzszenarien.
- Integration von KI ermöglicht schnelle Klassifizierung und Entscheidung in Echtzeit.
Herausforderungen und Risikofaktoren
- Integrationsschwierigkeiten: Unterschiedliche Systemarchitekturen können bei Frequenzmustern und Energieverbrauch zu technischen Einschränkungen führen.
- Abhängigkeit von KI: Fehlende Erkennungsgenauigkeit durch Maskierungstechniken oder adversarial Machine Learning kann die Schutzeffizienz mindern.
Schnellüberblick:
Was unterscheidet DefendAir von konventionellen C-UAS-Lösungen?
Das System verwendet ein nicht-explosives Netz, um Drohnen physisch zu deaktivieren, wodurch das Risiko von Kollateralschäden in dicht besiedelten Bereichen stark reduziert wird.
Warum ist Iron Webs elektro-optische Erkennung taktisch vorteilhaft?
Da das System passiv arbeitet und keine aktiven Radar- oder Funksignale aussendet, bleibt die Position des geschützten Fahrzeugs verborgen – ein entscheidender Vorteil in asymmetrischen Konflikten.
