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Hanwha Redback bekommt 40-mm-CTA-Turm von Lockheed Martin – C-UAS für NATO

Hanwha Redback bekommt 40-mm-CTA-Turm von Lockheed Martin – C-UAS für NATO

2. Oktober 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Der südkoreanische Schützenpanzer Redback erhält ein neues Modul: Einen 40-mm-Cased-Telescoped-Armament-System (CTAS)-Turm von Lockheed Martin UK, kombiniert mit dem SkyKeeper-C-UAS-Führungssystem. Die Erweiterung erlaubt dem Fahrzeug, neben seiner klassischen Infanteriekampf-Aufgabe auch organische Nahbereichs- und Drohnenabwehr zu leisten – ein entscheidender Schritt für NATO-Kunden angesichts wachsender Bedrohungen durch FPV- und Loitering-Drohnen.

Modularer 40-mm-CTA-Turm für den Redback

Der neue Turm basiert auf der für das britische Warrior Capability Sustainment Programme (WCSP) entwickelten Architektur. Nach dem Abbruch des Programms 2021 wurden rund 245 dieser Turm- und Kanonsysteme eingelagert. Lockheed Martin UK nutzt diese Bestände, um eine ITAR-freie Lösung für internationale Kunden anzubieten. Der Turm ist mit einer 40-mm-CTA-Kanone von CTA International ausgestattet, die 2026 in die Redback-Integration einfließt.

C-UAS-Integration über Generic Vehicle Architecture (GVA)

Die Einbindung des SkyKeeper-Führungssystems erfolgt über den NATO-konformen GVA-Standard (Def Stan 23-09). In Kombination mit dem Safran PASEO-Panoramasichtmittel und programmierbarer 40-mm-Airburst-Munition (A3B) können Luftlagebilder von externen Radaren, etwa dem Saab Giraffe 1X, direkt zur Zielbekämpfung genutzt werden. Das System ermöglicht die digitale Überwachung des Luftraums und die Abwehr von Drohnenschwärmen aus einem Fahrzeug heraus.

Wirtschaftlicher und strategischer Hintergrund der Kooperation

Die Zusammenarbeit liefert beiden Partnern klare Vorteile: Hanwha erhält schnellen Marktzugang zu europäischen und NATO-Kunden, während Lockheed Martin UK vorhandene britische Turm- und Waffentechnologie monetarisiert. „The configuration gives NATO customers an in-service platform that can be tailored to their specific requirements,“ erklärt Byunggil Lee, Direktor für gepanzerte Fahrzeuge bei Hanwha. „The vehicle on display at Defence Vehicle Dynamics demonstrates how quickly an in-service platform can be reconfigured to meet a new customer’s requirements,“ fügt er hinzu.

Vergleich mit dem australischen Land-400-Programm

Australien beschafft den Redback im Rahmen von Land 400 Phase 3. Dort wird ein Elbit-MT30 Mk 2-Turm mit einer 30-mm-Mk44S Bushmaster II-Kanone und einer ferngesteuerten EOS R400-Waffenstation eingesetzt. Der Vertrag umfasst 129 Fahrzeuge (2023) und hat ein Volumen von 4,0 Mrd AUD. Zusätzlich wurden 108 Mio AUD für die EOS R400-Waffenstationen (2025) vereinbart. Im Gegensatz dazu nutzt die NATO-Variante den 40-mm-CTA-Turm, um die Drohnenabwehr zu stärken, ohne die Kernfunktion als Infanteriekampf-Fahrzeug zu beeinträchtigen.

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Risiken und logistische Herausforderungen

  • Der 40-mm-CTAS-Kaliber wird bislang primär von Großbritannien und Frankreich (Ajax, Jaguar) genutzt; die meisten NATO-Armeen standardisieren auf 30 mm oder 35 mm, was Versorgungs- und Kostenrisiken birgt.
  • Mit rund 42 t Gefechtsgewicht ist der Redback bereits einer der schwersten Schützenpanzer seiner Klasse. Zusätzliche Sensorik und größere Munitionsdotierungen können das Nutzlastbudget weiter belasten.

Schnellüberblick:

Warum setzt die C-UAS-Version auf ein 40-mm-Kaliber statt der bisherigen 30-mm-Kanone?

Die 40-mm-CTAS-Waffe ermöglicht den Einsatz großvolumiger Airburst-Geschosse (A3B), die mit vorgeformten Splittern eine wesentlich höhere Zerstörungswirkung gegen agile Kleindrohnen und Loitering-Munition entfalten als standardmäßige 30-mm-Munition.

Ist dieser Redback-Turm bereits in Serie gefertigt worden?

Nein, die Kombination auf dem Redback ist ein auf der DVD 2026 gezeigter Technologiedemonstrator, dessen Turm- und Waffenkomponenten jedoch aus den britischen Programmen Ajax und dem 2021 eingestellten Warrior CSP stammen.

Welche Märkte peilen Hanwha und Lockheed Martin UK an?

Im Fokus stehen NATO- und Partnernationen mit Bedarf an schweren Schützenpanzern und integrierter Luftraumverteidigung, darunter Kanada für sein anstehendes Modernisierungsprogramm sowie Tests in Südkorea ab 2027.

Quellen

  • https://www.joint-forces.com/defence-equipment-news/79822-hanwha-and-lockheed-martin-reveal-40mm-cta-redback
  • https://defence-blog.com/hanwha-and-lockheed-martin-unveil-new-fighting-vehicle-at-dvd-2026/
  • https://www.janes.com/osint-insights/defence-news/land/australia-signs-usd24-billion-contract-with-hanwha-for-ifv-requirement
  • https://eos-aus.com/eos-awarded-contract-to-supply-rws-for-australian-army-infantry-fighting-vehicles/
  • https://www.armyrecognition.com/news/army-news/2026/lockheed-martin-uk-and-south-korea-unveil-as21-redback-40-mm-ifv-with-counter-drone-capability

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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