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Ondas Sentinel liefert REACH mit 10 km Störreichweite an US Navy

Ondas Sentinel liefert REACH mit 10 km Störreichweite an US Navy

3. Oktober 2026 von Michael Bauer

Ondas Sentinel hat das neue, nicht-kinetische Drohnenabwehrsystem Dronebuster REACH vorgestellt – ein System, das mit einer Störreichweite von rund zehn Kilometern und einer 360-Grad-Abdeckung die Lücke zwischen handgeführten Störsendern und großskaligen kinetischen Abfangsystemen schließt. Der erste offizielle Beschaffungsvertrag wurde mit dem Office of Naval Research (ONR) der US-Marine abgeschlossen, das das System für Test- und Forschungsprogramme einsetzen wird.

REACH im Überblick

  • Störreichweite: ca. 10 km (6,2 Meilen)
  • Abdeckung: 360 Grad
  • Integration: offene C2-Software (DefenseOS) mit Übergabe an kinetische Effektoren
  • Funktionen: Befehls- und Kontrollstörung (C2), GNSS-Denial, optionale PNT-Angriffe

„Operators keep telling us the same thing: by the time a drone is inside handheld range, they have already lost time they cannot get back,“ erklärt Ryan Hartman, Präsident und CEO von Ondas Sentinel. „REACH pushes the engagement out, gives them room to make a decision, and does it with a system our customers already know how to use.“

Erster Beschaffungsvertrag mit dem Office of Naval Research

Parallel zur Produktankündigung bestätigte Ondas Inc., dass das erste REACH-System vertraglich an das U.S. Office of Naval Research (ONR) gebunden ist. Nach erfolgreicher Kundenabnahme wird das System für Test-, Evaluierungs- und Forschungsaktivitäten im Bereich Counter-UAS der US-Marine eingesetzt. Der Vertrag wurde im Jahr 2026 abgeschlossen und markiert das erste offizielle militärische Erprobungsmandat für das System.

Technologie und Reichweite

REACH nutzt richtungsweisende Hochfrequenz-Signale, um elektronische Energie gezielt auf Drohnen zu fokussieren. Dadurch lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen im zivilen Umfeld begrenzen. Das System kann einzelne Frequenzbänder aktivieren oder deaktivieren, die Leistung anpassen und Start- sowie Stopp-Frequenzen festlegen.

  • Störreichweite: 10 km
  • Erkennungsreichweite von Begleitsensoren (DTI-Modul): bis zu 25 km
  • 360-Grad-Abdeckung für Rundum-Schutz

Die Kombination aus weitreichender Störung und offener C2-Architektur verschafft Einsatzkräften wertvolle Vorwarnzeit, bevor teurere kinetische Abfangsysteme zum Einsatz kommen.

Produktstammbaum und weltweite Verbreitung der Dronebuster-Familie

REACH baut auf der etablierten Dronebuster-Reihe auf, zu der Modelle wie DB4 und DB5 gehören. Nach der Übernahme von DZYNE Technologies durch Ondas wurden diese Systeme in die Division Ondas Sentinel integriert.

  • Ausgelieferte Einheiten der Dronebuster-Familie: über 3.000 (Stand 2026)
  • Internationale Nutzer: mehr als 50 Länder (Stand 2026)

Die breite Nutzerbasis verdeutlicht die Akzeptanz der Bedienphilosophie, die Ondas-CEO Ryan Hartman in seiner Ankündigung betont.

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Einbindung in den mehrschichtigen „Detect-Track-Identify-Mitigate“-Stack

REACH ist keine isolierte Lösung, sondern Teil eines mehrschichtigen Verteidigungskonzepts. Das System lässt sich an omnidirektionale Sensoren wie das DTI-System (Erkennungsreichweite bis zu 25 km) anbinden und kann kinetische Endstufen – zum Beispiel autonome Abfangdrohnen wie IonStrike oder Iron Drone – übernehmen, wenn die elektronische Störung nicht ausreicht.

  • Frühwarnung: DTI-Sensor liefert bis zu 25 km Erkennungsreichweite
  • Nahtlose Übergabe an kinetische Interzeptoren bei Bedarf
  • Unterstützt Missionen jenseits des Gefechtsfeldes, etwa Schutz kritischer Infrastruktur, Grenz- und Perimetersicherung sowie Veranstaltungsschutz

Risiken und Gegenmaßnahmen

Obwohl REACH eine beeindruckende Reichweite bietet, gibt es technische und regulatorische Herausforderungen:

  • Begrenzte Wirksamkeit gegen autonome Drohnen ohne Funk-/GNSS-Verbindung: Moderne Loitering-Munition nutzt Trägheitsnavigation (INS) oder KI-gestützte optische Bildführung, wodurch reine GNSS- und C2-Jamming-Angriffe wirkungslos bleiben.
  • Elektromagnetische Kollateraleffekte: Hochleistungs-Jamming über Distanzen von bis zu 10 km kann zivile Luftfahrt-, Mobilfunk- und Rettungsdienste beeinträchtigen. Deshalb müssen Richtstrahl- und Leistungsregulierungen streng auditiert werden.

Schnellüberblick:

Was unterscheidet REACH von herkömmlichen Dronebuster-Geräten?

Bisherige Dronebuster-Modelle sind tragbare Nahbereichsgeräte für einzelne Soldaten. REACH ist ein fernsteuerbares, leistungsstarkes System mit bis zu 10 km Störreichweite, das stationär oder fahrzeuggestützt in ein übergeordnetes Führungsnetzwerk integriert wird.

Wer ist der erste Auftraggeber für das neue REACH-System?

Das U.S. Office of Naval Research (ONR) hat das erste System unter Vertrag genommen, um es nach standardisierten Abnahmetests für C-UAS-Forschungs-, Test- und Evaluierungsprogramme der U.S. Navy einzusetzen.

Kann REACH autonom eingesetzt werden?

Das System ist fernsteuerbar und kann in ein breiteres C2-Kommunikationsnetz eingebunden werden. Es eignet sich sowohl für autonomen Betrieb als auch für koordinierte Operationen innerhalb militärischer Abwehrkonzepte.

Quellen

  • https://dzyne.com/ondas-launches-dronebuster-reach-extending-non-kinetic-counter-uas-defeat-to-long-range/
  • https://www.investing.com/news/company-news/ondas-launches-longrange-counterdrone-system-for-military-use-93CH-4265147
  • https://www.janes.com/defence-news/news-detail/australia-to-procure-portable-c-uas-from-us-firm

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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