Elbit FUSE startet Dominion-X: KI-System für One2Many-Schwärme
Elbit Systems hat mit seiner FUSE-Sparte das KI-basierte Gefechtsfeld-Betriebssystem Dominion-X vorgestellt. Das System ermöglicht die koordinierte Führung heterogener autonomer Schwärme – von unbemannten Luftfahrzeugen bis zu bodengestützten Plattformen – in GNSS-verweigerten Kampfumgebungen. Durch die One2Many-Architektur können einzelne Operatoren mehrere Plattformen gleichzeitig steuern, während die KI bis zu 70 % der Routineprozesse übernimmt. Dominion-X soll bestehende Kommandostrukturen erhalten und gleichzeitig die operative Flexibilität in stark gestörten elektromagnetischen Szenarien erhöhen.
Architektur und offene Schnittstellen von Dominion-X
Dominion-X basiert auf dem Elbit-E-CiX-Framework und ist in zwei Hauptmodule gegliedert:
- Autonomous Management (AM): Verantwortlich für Missionsplanung, Routenoptimierung und das Schwarm-Overwatch über heterogene Plattformen.
- Platform Management (PM): Dezentralisierte Edge-KI, die direkt auf den Trägergeräten (UAVs, UGVs) läuft und operative Steuerbefehle ausführt.
Um herstellerunabhängig zu bleiben, unterstützt der Software-Stack offene Robotik-Standards wie ROS/ROS2, DDS, JAUS und MAVLink. Diese Schnittstellen ermöglichen die Anbindung an Drittsysteme und an bestehende taktische Funknetze wie E-LynX. Die modulare Middleware lässt sich zudem leicht in das Portfolio von FUSE integrieren, zu dem Luftsysteme wie THOR, Magni-X und Pirani-X sowie diverse Bodensysteme gehören.
Einsatzreife und operative Erfahrung
FUSE, entstanden aus Elbit C4I & Cyber und der Übernahme von Bluewhite Robotics im Mai 2026, kann auf eine umfangreiche Datenbasis verweisen. Laut Hersteller beruhen die Algorithmen auf mehr als 1 000 000 Flugstunden autonomer Luftplattformen und über 100 000 Betriebsstunden unbemannter Bodensysteme. Diese Zahlen belegen die Übergangsphase von experimentellen Schwärmen zu einsatzbereiten, serienreifen Systemen, die bereits bei Streitkräften in Israel, den USA und Europa in Einsatznähe getestet werden.
Autonomiegrad und Human-in-the-Loop-Doktrin
FUSE gibt an, dass die integrierte KI bereits über 70 % der internen Navigations-, Zuweisungs- und Sensorprozesse automatisiert. Trotz dieses hohen Automatisierungsgrades bleibt die Letalitätsfreigabe strikt beim menschlichen Bediener. Das System folgt damit westlichen Einsatzdoktrinen, bei denen der Operator die finale Feuerfreigabe erteilt, während Navigation und Schwarmorganisation autonom ablaufen.
„Military forces are entering a new operational era in which combat effectiveness will increasingly depend… on the ability to integrate and coordinate large numbers of autonomous systems within existing maneuver forces in real time,“ erklärt Eyal Dahan, CEO von FUSE. „FUSE was established to deliver that capability today – combining autonomous platforms, operational AI, and scalable One2Many command capabilities into integrated operational solutions that can be rapidly deployed and integrated into modern combat formations.“
Risiken und Schwachstellen der Funkvernetzung
Obwohl Dominion-X ohne GNSS auskommt und visuelle Odometrie, INS und kollaborative Datenfusion nutzt, bleibt die Schwarmkoordination stark von robusten Funkverbindungen abhängig. In dichten elektromagnetischen Störfeldern (EW-Szenarien) kann die MANET-/Mesh-Netzwerk-Stabilität beeinträchtigt werden. Zusätzlich besteht das Risiko von Fehlinterpretationen bei der automatischen Zielerkennung (Automated Target Recognition, ATR), was zu höheren Falsch-Positiv-Raten führen und den menschlichen Operator im Freigabeprozess unter Zeitdruck setzen kann.
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Schnellüberblick:
Wie orientieren sich Drohnen und Roboter unter Dominion-X ohne Satellitensignal (GNSS)?
Das System nutzt visuelle Positionsbestimmung (EVPS/Computer Vision), Trägheitsnavigation (INS) und kollaborative Datenfusion im Schwarmnetzwerk, um auch bei Störsendern eine präzise Lokalisierung sicherzustellen.
Bedeutet „One2Many“, dass die Waffen autonom feuern?
Nein. Ein Operator führt taktisch mehrere Plattformen gleichzeitig, während Navigation und Schwarmorganisation autonom ablaufen. Bei Zielen greift die Human-in-the-Loop-Doktrin, bei der der Feuerbefehl manuell autorisiert werden muss.
