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Leonardo testet Michelangelo-Dome 2026 in der Ukraine

Leonardo testet Michelangelo-Dome 2026 in der Ukraine

13. September 2026 von Michael Bauer

Der italienische Rüstungskonzern Leonardo plant, bis Ende 2026 die Schlüsselkomponente seines modularen Luftverteidigungssystems Michelangelo – den sogenannten „Dome“ – unter realen Kriegsbedingungen in der Ukraine zu erproben. Gleichzeitig hat das Unternehmen eine hundertprozentige Tochtergesellschaft in Kiew gegründet, um Forschung und Entwicklung vor Ort zu stärken und die Integration ukrainischer Drohnen– und Elektronikkampftechnologien voranzutreiben.

Test von Michelangelo-Dome in der Ukraine

Leonardo will die Drohnenabwehrfähigkeiten des Michelangelo-Dome im laufenden Konflikt testen. Laut CEO Lorenzo Mariani sei die Testphase bis zum Jahresende 2026 vorgesehen. „Ende 2026 sei eine Testphase direkt in der Ukraine geplant“, betont Mariani in einem Interview mit Bloomberg. Das System ist als domänenübergreifende, modulare Architektur konzipiert, die Sensoren, Aufklärungsmittel und verschiedene Effektoren vernetzt, um Drohnen, Raketen und andere Luftbedrohungen zu neutralisieren.

Leonardo Ukraine – Unternehmensstruktur und Kapital

Am 20. Mai 2026 registrierte Leonardo die Tochtergesellschaft „Leonardo Ukraine“ in Kiew. Die Gesellschaft ist zu 100 % im Besitz von Leonardo und verfügt über ein Stammkapital von 5,13 Millionen Hrywnja, was etwa 100 000 bis 115 000 Euro entspricht. Das Kapital verdeutlicht den strategischen Stellenwert der Präsenz im Land und ermöglicht lokale Forschung im Bereich optischer Systeme und Navigation.

  • Stammkapital: 5,13 Mio. Hrywnja (ca. 100-115 k€)
  • Gründungsdatum: 20. Mai 2026
  • Eigentumsverhältnis: 100 % Leonardo

Integration ukrainischer Drohnen- und EW-Technologien

Leonardo sucht aktiv die Verzahnung mit dem ukrainischen Rüstungsökosystem Brave1. In diesem Cluster sind über 500 UAV-Hersteller aktiv, die als potenzielle Partner oder Kaufziele für die Michelangelo-Plattform gelten. Die Tochtergesellschaft fokussiert sich auf die Erprobung von Drohnenabwehrfähigkeiten und die Einbindung lokaler Drohnen-Start-ups.

  • Registrierte UAV-Hersteller in Brave1: 500 +
  • Schwerpunkt: Drohnenabwehr, elektronische Kampfführung
  • Ziel: Integration in europäische Verteidigungsprojekte

Kooperation im Flugverkehrsmanagement

Die Zusammenarbeit mit der Ukraine ist nicht neu. Im Juli 2025 unterzeichnete Leonardo zusammen mit dem ukrainischen Staatsunternehmen Ukraerorukh und dem italienischen Flugsicherungsanbieter ENAV eine Vereinbarung zum Wiederaufbau des ukrainischen Flugverkehrsmanagements. In einer ersten Phase wurden fünf Radarsysteme geliefert, um die Luftraumüberwachung zu stärken.

  • Lieferung von Radarsystemen: 5 Stück (2025)
  • Partner: Ukraerorukh, ENAV
  • Ziel: Grundlegende Infrastruktur für Luftraumüberwachung
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Risiken und technische Herausforderungen

Die Präsenz westlicher Rüstungsfirmen in der Ukraine birgt Risiken. Russische Streitkräfte könnten Teststandorte als strategisch wertvolle Ziele identifizieren. Zudem ist Michelangelo darauf ausgelegt, Systeme verschiedener Hersteller zu vernetzen, was technische Komplexität und mögliche Verzögerungen mit sich bringen kann.

  • Russische Angriffsmöglichkeiten auf Teststandorte
  • Komplexität bei der Integration heterogener Systeme
  • Aktuelle Bedrohungslage: 70 % der ukrainischen Luftverteidigung gefährdet (2026)

Schnellüberblick:

Für welchen Zeitraum ist der Test von Michelangelo in der Ukraine geplant?

Leonardo plant, die Schlüsselkomponente des Luftverteidigungskonzepts bis Ende 2026 unter realen Kriegsbedingungen zu erproben.

Warum setzt Leonardo auf die Entwicklung mit ukrainischen Unternehmen?

Die Ukraine hat im Krieg etablierte Erfahrungen mit der Entwicklung und Nutzung von Drohnen und elektronischer Kampfführung. Leonardos Ziel ist es, diese Innovationen in europäische Verteidigungsprojekte einzubinden.

Was ist das Ziel der Michelangelo-Architektur?

Michelangelo verfolgt das Ziel, eine domänenübergreifende, modulare und mehrschichtige Luftverteidigungsstruktur aufzubauen, die verschiedene Sensoren und Effektoren vernetzt, um Drohnen, Raketen und andere Bedrohungen zu bekämpfen.

Quellen

  • https://defence24.com/industry/italys-leonardo-sets-up-ukraine-subsidiary-and-prepares-michelangelo-dome-component-for-testing
  • https://uatv.ua/en/leonardo-to-test-michelangelo-air-defense-dome-in-ukraine/
  • https://www.euractiv.com/section/defence/news/leonardo-to-test-michelangelo-dome-system-in-ukraine-by-year-end/
  • https://grosswald.com/leonardo-ukraine-michelangelo-testing/
  • https://mil.in.ua/en/news/leonardo-seeks-partnerships-with-ukrainian-defense-companies/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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