PGZ präsentiert 40-t schweren Schützenpanzer CBWP
PGZ präsentiert 40-t schweren Schützenpanzer CBWP
Polen hat einen neuen 40-Tonnen-Schützenpanzer (CBWP – Ciężki Bojowy Wóz Piechoty) vorgestellt, der von dem Rüstungskonsortium PGZ und Huta Stalowa Wola entwickelt wurde. Der schwere Infanterie-Kampfwagen soll an der NATO-Ostflanke zusammen mit modernen Kampfpanzerverbänden wie dem M1A2 SEPv3 Abrams und dem K2 Black Panther operieren und damit eine bislang bestehende Schutzlücke schließen.
Doktrinäre Rolle und Zusammenspiel mit Kampfpanzern
Der CBWP ist für den direkten Einsatz an vorderster Front konzipiert und ergänzt den leichteren, amphibischen Borsuk, der mit rund 28 t deutlich weniger Panzerung bietet. Durch den Verzicht auf Amphibienfähigkeit kann das Fahrzeug eine Schutzklasse erreichen, die mit modernen Kampfpanzerbündeln kompatibel ist.
- Gemeinsamer Einsatz mit M1A2-Abrams und K2-Black-Panther in der 18. Mechanisierten Division.
- Ergänzt den 28-t-Borsuk, übernimmt jedoch die Aufgabe des flankierenden Schutzes schwerer Panzerverbände.
- Entwickelt für schwieriges Terrain und extreme Wetterbedingungen an Polens östlicher Grenze.
Beschaffungsrahmen und industrieller Hintergrund
Im August 2023 schloss die polnische Rüstungsagentur (Agencja Uzbrojenia) einen Rahmenvertrag mit dem PGZ-HSW-Konsortium über die Beschaffung von rund 700 schweren Schützenpanzern in unterschiedlichen Konfigurationen ab. Die Demonstrator-Entwicklung wurde bisher größtenteils aus Eigenmitteln des Konsortiums finanziert.
- Geplante Stückzahl: ca. 700 Fahrzeuge (Rahmenvertrag 2023).
- Finanzierung des Demonstrators: Eigenmittel des PGZ-HSW-Konsortiums.
- Wirtschaftliche Bedeutung: Stärkt die polnische Verteidigungsindustrie und schafft Aufträge für lokale Zulieferer.
Technische Merkmale und Bewaffnung
Der CBWP kombiniert schwere Panzerung mit einem modernen Antrieb und einer ferngesteuerten Bewaffnung.
- Gefechtsgewicht: ca. 40 t (12 t mehr als der Borsuk).
- Antriebsleistung: >735 kW (>1.000 PS) geplant für 2026.
- Bewaffnung: unbemannter ZSSW-30-Turm mit 30-mm-Kanone und Twin-Launcher für Spike-ATGM.
- Munition: programmierbare Luft-Burst-Geschosse für Luftziele und Personengruppen.
- Beobachtung: Tag- und Nachtsichtsysteme für präzises Zielen unter allen Lichtbedingungen.
- Besatzung: 6-8 Soldaten (Desantkapazität).
„The vehicle will transport and protect mechanized infantry while providing direct fire support on the battlefield“, so PGZ.
Entwicklungs- und Produktionsplan
Der Demonstrator wurde auf der MSPO präsentiert und befindet sich nun in der nächsten Entwicklungsphase. Der Zeitplan sieht folgende Meilensteine vor:
- 2027: Bau von zwei Prototypen und Beginn der Qualifikationstests.
- 2029: Geplante Serienreife und Start der Serienproduktion.
- 2026: Integration des geplanten Powerpacks (>1.000 PS) und Abschluss der Antriebstests.
„The premiere of the Heavy IFV is an important moment for both PGZ and the entire Polish defense industry“, erklärte Adam Leszkiewicz, Präsident des Vorstands von PGZ.
Anzeige*
Risiken und offene Fragen
- Ausstehende Ausführungsverträge: Ohne verbindliche Umowy wykonawcze ist die Finanzierung bis 2029 nicht gesichert.
- Aggressiver Entwicklungszeitplan: Nur zwei Jahre zwischen Prototypenbau 2027 und Serienreife 2029 für umfangreiche Tests.
- Abhängigkeit von ausländischen Kernkomponenten: Der Hochleistungs-Powerpack muss importiert werden, Lizenzfertigungs-Verhandlungen laufen noch.
Schnellüberblick:
Warum entwickelt Polen den CBWP, obwohl es bereits den Schützenpanzer Borsuk gibt?
Der leichtere Borsuk (ca. 28 t) ist schwimmfähig, bietet jedoch nur begrenzten Panzerschutz. Der 40-t-schwere CBWP verzichtet bewusst auf Amphibienfähigkeit, um dieselbe Schutzklasse wie moderne Kampfpanzer zu erreichen und schwere Durchbrüche abzusichern.
Wie viele Fahrzeuge plant die polnische Armee zu beschaffen?
Laut der im August 2023 geschlossenen Rahmenvereinbarung sind rund 700 schwere Schützenpanzer sowie spezialisierte Trägerplattformen vorgesehen.
