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US Navy testet See-Betankung TCCD – 400 Gallonen für T38

US Navy testet See-Betankung TCCD – 400 Gallonen für T38

10. September 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Am 11. August 2026 demonstrierte die US Navy vor der Joint Expeditionary Base Little Creek-Fort Story die erste robotische See-Betankung eines unbemannten Oberflächenfahrzeugs (USV). Das Towable Capture and Connection Device (TCCD) von Sealartec übertrug dabei 400 Gallonen (ca. 1.514 Liter) Diesel auf das 38 Fuß lange Katamaranboot T38 Devil Ray. Der Test, der in nur sieben Monaten von der Konzeptphase bis zur Wassererprobung entwickelt wurde, markiert einen wichtigen Schritt zur Verlängerung der Einsatzdauer unbemannter Boote in Hochrisikozonen, ohne dass bemannte Kriegsschiffe oder Personal in Gefahr geraten.

Testdetails und Ergebnisübersicht

  • Testdatum: 11. August 2026
  • Ort: Vor Joint Expeditionary Base Little Creek-Fort Story, Virginia
  • Entwicklungszeit von Konzept bis Seeversuch: 7 Monate
  • Übertragene Treibstoffmenge: 400 Gallonen (ca. 1.514 Liter)
  • Erfolgreiche Kopplungs- und Betankungszyklen: rund 100
  • Betankung: operator-assisted (nicht vollautonom)

„This will allow us to have greater reliance on unmanned vessels… and we can push the USV into higher threat areas without risking manned vessels and personnel,“ sagte Ronald Raymer, Branch Head for Capability, Innovation, Science and Technology Integration beim US Fleet Forces Command.

Funktionsprinzip: Probe-and-Drogue adaptiert für die Meeresoberfläche

Das TCCD übernimmt das bewährte Probe-and-Drogue-Prinzip der militärischen Luftbetankung. Das Mutterschiff USNS Vindicator (TSV 5) zieht einen schwimmenden Aufnahmerahmen hinter sich her. Das T38-Boot fährt mit seiner Bugsonde in den Fangtrichter ein, wo eine mechanisch-hydraulische Arretierung das Fahrzeug fixiert. Anschließend wird die Treibstoffsonde eingeklinkt und der Kraftstoff transferiert.

  • Hersteller: Sealartec (Israel) – A-RAS-Technologie
  • USV-Partner: T38 Devil Ray von MARTAC (38 ft / ca. 11,6 m Katamaran)
  • Geplante autonome Versorgungsboote (2027) mit Reichweite von 4.000 Seemeilen

Militärischer Nutzen und operativer Kontext

Das Testprogramm „Blue Water Instrumentation“ des Naval Air Warfare Center Weapons Division (NAWCWD) benötigt dauerhaft stationierte Sensorplattformen, um Hyperschall– und Langstrecken-Präzisionswaffen über tausende Seemeilen hinweg zu verfolgen. Bisher unterbrachen Hafen-Tankstopps die lückenlose Messdatenerfassung. Durch die robotische See-Betankung können die T38-Boote wochenlang in Hochrisikozonen verbleiben, was die Datenqualität für Hyperschall-Waffentests erheblich steigert.

Technische Herausforderungen und nächste Entwicklungsschritte

Obwohl der Test erfolgreich war, bestehen noch Hürden:

  • Keine Vollautonomie – die Andockmanöver wurden per Fernsteuerung durchgeführt.
  • Funkverbindungen können bei hoher Latenz oder elektronischer Störung ausfallen.
  • Seegang und mechanischer Verschleiß erschweren das präzise Kopplungsmanöver.

Die Navy arbeitet an lokalen optischen Positionierungssensoren und reduziertem C2-Latenz-Management, um ein vollständig autonomes Rendez-vous, Andocken, Betanken und Weiterfahrt in einem Durchlauf zu ermöglichen.

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Schnellüberblick:

War die Betankung auf See bereits vollkommen autonom?

Nein. Während des Tests im August 2026 steuerten menschliche Operateure die T38 über Fernlenkung in die Fangvorrichtung. Der nächste Entwicklungsschritt soll ein vollständig autonomes Rendez-vous samt Betankung demonstrieren (Holloway, 2026).

Wer hat die Technologie hinter der Fang- und Betankungsvorrichtung entwickelt?

Die Vorrichtung TCCD stammt vom israelischen Unternehmen Sealartec und basiert auf dessen A-RAS-Technologie (Autonomous Replenishment at Sea). Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Katamaran-USV T38 Devil Ray von MARTAC integriert.

Warum treibt das Waffenentwicklungszentrum NAWCWD das Projekt voran?

NAWCWD benötigt unbemannte Sensorboote, um Hyperschall- und Langstrecken-Raketentests über offene Seeabschnitte hinweg lückenlos zu instrumentieren. Häufige Hafenrückkehrungen zum Nachfüllen unterbrachen bisher die kontinuierliche Messdatenerfassung.

Quellen

  • https://www.dvidshub.net/news/479541/naval-air-warfare-center-weapons-divisions-blue-water-instrumentation-refuels-unmanned-surface-vessel-sea-using-robotic-towed-connector
  • https://armyrecognition.com/news/navy-news/2026/u-s-navy-tests-robotic-at-sea-refueling-to-extend-t38-unmanned-surface-vessel-endurance

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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