Jaguar Land Rover stellt Defender Wolf Series II für LMV vor
Jaguar Land Rover (JLR) positioniert den neuen Defender Wolf Series II als direkten Nachfolger des ursprünglichen Defender Wolf im Light-Mobility-Vehicle- (LMV-) Tender des britischen Verteidigungsministeriums. Das Fahrzeug basiert auf der hochsteifen D7x-Monocoque-Aluminiumarchitektur und wird in vier militärisch relevanten Varianten vorgestellt. Die Ausschreibung ist die größte Beschaffung leichter Militärfahrzeuge der British Army seit Jahrzehnten und entscheidet über den Fortbestand einer über 70-jährigen Partnerschaft zwischen Land Rover und dem MoD.
Light-Mobility-Vehicle-Programm: Umfang und Finanzrahmen
Das LMV-Programm des UK Ministry of Defence hat das Ziel, bis zu 9.500 veraltete Fahrzeuge – darunter die Defender Wolf-Modelle (TUL/TUM) und die Steyr-Puch Pinzgauer – zu ersetzen. Im Jahr 2025 befanden sich noch mehr als 5.000 dieser Militär-Land-Rover im aktiven Dienst. Der Kernvertrag umfasst ein geschätztes Volumen von rund 750 Millionen GBP (exkl. MwSt.). Durch optionale Folgephasen kann das Gesamtvolumen auf bis zu 2,0-2,5 Milliarden GBP (inkl. MwSt.) anwachsen.
Die britische Armee plant, die ersten Serienfahrzeuge ab 2030 an die Truppen zu liefern. Die Ausschreibung definiert neun Rollenprofile im Common-Base-Platform-Konzept, von Führungsfahrzeugen bis zu Sanitätsfahrzeugen.
Defender Wolf Series II: Technische Merkmale und Varianten
Der Defender Wolf Series II weicht grundlegend vom Vorgänger ab, der auf einem klassischen Leiterrahmen-Chassis mit Starrachsen und einem 300 Tdi-Motor beruhte. Die neue Generation nutzt die D7x-Monocoque-Aluminiumarchitektur, die JLR als extrem steif und für anspruchsvolle Off-Road-Einsätze ausgelegt bewirbt. Das Fahrzeug wird von modernen Triebwerken aus Wolverhampton angetrieben.
Vier Varianten werden auf der Fachmesse DVD 2026 (16.-17. September) präsentiert:
- Tactical Mobility
- General Mobility
- Ambulance
- Utility
„The Defender Wolf Series II is our next-generation military vehicle. British-designed and engineered, with pioneering off-road technologies and an engine built in Wolverhampton“, sagte Patrick McGillycuddy, Managing Director of Defender.
„Our Defender Wolf Series II has been tested to the extreme and is highly suited to military light mobility purposes“, ergänzte er.
Während der Entwicklung wurden über 62.000 Tests durchgeführt, um die Belastbarkeit der Karosserie und des Chassis im Rahmen des Extreme-Event-Test-Verfahrens zu prüfen.
Wettbewerb und Konsortien im LMV-Verfahren
JLR steht nicht allein im Rennen um das LMV-Auftragsvolumen. Das wichtigste Gegenstück ist das Konsortium „Team Grenadier“, das um Ineos Automotive, TVS SCS und Hobson Industries kreist und eine militarisierte Version des Ineos Grenadier anbietet – ein Fahrzeug, das weiterhin auf der bewährten Leiterrahmen-Technik basiert.
Weitere Bieter sind:
- Rheinmetall UK mit einer militarisierten Mercedes-Benz G-Klasse
- „Team LionStrike“, ein Konsortium aus GM Defense, BAE Systems und NP Aerospace, das den Chevrolet Colorado als Basis nutzt
Die britische MoD-Ausschreibung verlangt neun Rollenprofile auf einer gemeinsamen Basisplattform, was die Flexibilität aller Angebote prüft.
Risiken und kritische Faktoren
Die Entscheidung für die Monocoque-Bauweise D7x birgt Risiken: Im harten militärischen Einsatz gelten Leiterrahmen als einfacher zu reparieren, ballistisch nachzurüsten und im Feld instandzusetzen als selbsttragende Aluminiumkarosserien. Diese Aspekte könnten in der Beschaffungsbewertung kritisch gewertet werden.
Ein weiterer Punkt ist die Endmontage. Während die Motorenfertigung in Wolverhampton und das Engineering in Großbritannien verankert sind, erfolgt die zivile Serienfertigung des Defenders im Werk Nitra (Slowakei). Die britische „Land Industrial Strategy“ legt jedoch zunehmend Wert auf inländische Fertigungstiefe und Wertschöpfung bei Großaufträgen.
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Schnellüberblick:
Was unterscheidet den Defender Wolf Series II technisch vom bisherigen Defender Wolf?
Der ursprüngliche Wolf basierte auf einem klassischen Leiterrahmen-Chassis mit Starrachsen und dem 300 Tdi-Motor. Die Series II nutzt die D7x-Monocoque-Aluminiumarchitektur, moderne Triebwerke aus Wolverhampton und bietet vier spezialisierte Varianten.
Wann fällt die Entscheidung über die Vergabe des LMV-Auftrags?
Nach der Demonstration auf der Fachmesse DVD 2026 sind die Vertragslaufzeiten im Beschaffungsregister ab 2027 indikativ. Die ersten Serienfahrzeuge sollen laut MoD-Planungen bis etwa 2030 an die Truppe ausgeliefert werden.
