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Sodyo liefert RangeMark: Zielidentifikation bis 1 km

Sodyo liefert RangeMark: Zielidentifikation bis 1 km

8. September 2026 von Michael Bauer

Die israelische Firma Sodyo hat mit dem System RangeMark einen technologischen Durchbruch für autonome Drohnen erreicht: Durch passive, visuelle Langstrecken-Marker können Drohnen Ziele bis zu einem Kilometer Entfernung eindeutig als Freund oder Feind klassifizieren – und das ohne GPS, Funk oder Netzwerkverbindung.

Wie RangeMark funktioniert: Passive optische Marker

RangeMark nutzt ausschließlich eine Standard-RGB-Kamera, die bereits in den meisten unbemannten Luftfahrzeugen verbaut ist. Auf dem zu erkennenden Objekt wird ein passiver Marker angebracht, der keinerlei elektromagnetische Emissionen erzeugt. Die Kamera erfasst das Muster und dekodiert es mithilfe einer patentierten Geometrie – dem „Color Code“ für Tageslicht und dem „Carbon Code“ für schwierige Lichtbedingungen. Der dekodierte Marker liefert ein binäres Ergebnis (Freund/Feind) sowie eine eindeutige Fahrzeug-ID.

  • Keine aktiven Sender, Transponder oder Spezialoptiken nötig.
  • Vollständig autark: kein GPS, kein Funk, keine Netzwerkverbindung.
  • Detektion bis 1 000 m rechnerisch, praktisch bis 500 m bei 100 cm Markergröße.

Leistungsdaten und nachgewiesene Reichweiten

Im Rahmen von Flugtests, die im August 2026 veröffentlicht wurden, erreichte RangeMark folgende Messwerte:

  • Erkennung eines 100-cm-Markers aus 500 m Entfernung.
  • Erkennung eines 50-cm-Markers aus 250 m Entfernung.
  • Abgedeckte Bodenfläche pro Kamerascan: ca. 20 Hektar.
  • Maximale Fluggeschwindigkeit während erfolgreichem Scan: 20 m/s (72 km/h).
  • Rechnerisch mögliche Identifikation bis 1 000 m.

Alle Tests wurden bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen durchgeführt, wobei der Carbon Code besonders bei Dämmerung und schlechter Sichtleistung überzeugte.

Einsatzszenarien im Electronic-Warfare-Umfeld

Moderne Gefechtsfelder sind zunehmend von elektronischer Störung (Jamming, Spoofing) geprägt. GNSS-Signale und Funk-Datenlinks können dort ausfallen. RangeMark bietet in solchen Szenarien mehrere Vorteile:

  • Passiver Marker emittiert keinerlei RF-Signal – er ist nicht ortbar und resistent gegen feindliche Funkpeilung.
  • Ermöglicht automatisierte Punktlandungen, Munitionsabwürfe und Blue-Force-Tracking an Frontlinien.
  • Unterstützt autonome Entscheidungsfindung, weil das Ergebnis deterministisch (binär) ist.

„RangeMark verwandelt einen markierten Punkt in der physischen Welt in einen Punkt der Gewissheit – mit nichts weiter als einer Kamera und einem gedruckten Marker, etwas, das keine bestehende visuelle Technologie in dieser Reichweite leisten kann“, erklärt Alon Raz, CEO von Sodyo.

Technologische Weiterentwicklungen und Zukunftsperspektiven

Derzeit sind zwei Code-Typen marktreif: Color Code und Carbon Code. Zusätzlich arbeitet Sodyo an Formaten für das thermische Infrarot-Spektrum (LWIR/MWIR) und an Multispektralsensor-Lösungen, um Nachtoperationen ohne Scheinwerfer zu ermöglichen.

  • Thermische Infrarot-Marker: In Entwicklung, Ziel ist die Nutzung von Wärmebildkameras für die Dekodierung.
  • Multispektrale Marker: Kombination aus sichtbaren und IR-Signaturen für maximale Wetterunabhängigkeit.

Die Patente, die die Basistechnologie schützen, umfassen mehr als 35 Anmeldungen aus dem Jahr 2012 bis 2026, was Sodyo einen breiten internationalen Schutz verschafft.

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Risiken und Grenzen

Wie jede Technologie weist auch RangeMark Einschränkungen auf, die im operativen Einsatz berücksichtigt werden müssen:

  • Line-of-Sight-Abhängigkeit: Verdeckung durch Schlamm, Staub, dichten Nebel oder Rauch kann das Auslesen verhindern.
  • Physische Vorplatzierung: Marker müssen im Vorfeld angebracht werden; ein Verlust oder eine Fälschung erfordert kryptografische Validierungsmechanismen.

Die Kombination mit Radar- oder Trägheitsnavigationsdaten wird empfohlen, um die Robustheit gegenüber solchen Szenarien zu erhöhen.

Schnellüberblick:

Worin liegt der Unterschied zwischen RangeMark und herkömmlichen QR-Codes?

Standard-QR-Codes benötigen kurze Leseabstände und hochauflösende Nahaufnahmen. RangeMark nutzt eine patentierte Geometrie, die bereits aus Hunderten Metern Entfernung und bei Fluggeschwindigkeiten bis 72 km/h dekodiert werden kann.

Können feindliche Kräfte den Marker elektronisch anpeilen?

Nein. Die Marker sind rein passiv gedruckt, besitzen keine elektromagnetische Signatur und sind damit immun gegen RF-Peilung und Störsender.

Quellen

  • https://www.prnewswire.com/news-releases/rangemark-launches-patented-long-range-marker-identification-for-drones–1-km-detection-no-gps-or-rf-302214693.html
  • https://www.militaryaerospace.com/unmanned/article/55139044/sodyo-introduces-long-range-visual-identification-technology-for-drones
  • https://www.electronicsforu.com/news/whats-new/drone-marker-enables-kilometre-range-identification

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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