Raytheon und CET starten HADALUS – 2.000 Seemeilen Reichweite
Raytheon und Composite Energy Technologies (CET) haben das autonome Unterwasserfahrzeug HADALUS erfolgreich vor der US Navy getestet. Das Fahrzeug kann mehr als 2.000 Seemeilen (etwa 3.700 km) ohne Auftauchen zurücklegen, kostet nur ein Fünftel bis ein Drittel vergleichbarer Langstrecken-UUVs und wurde in weniger als 18 Monaten von der Skizze bis zum Prototyp entwickelt.
Technische Eckdaten von HADALUS
- Länge: 10,4 m (34 ft)
- Querschnitt: 1,8 m (6 ft)
- Maximale Reichweite: > 3.700 km (≈ 2.000 NM) autonom
- Entwicklungszeit: < 18 Monate
Die Plattform verwendet ein freiflutendes All-Karbonfaser-Exoskelett, das Wasser in die Struktur eindringen lässt, während tragende Teile und Nutzlasten in leichten Verbundwerkstoffen geschützt bleiben. Dieses Design reduziert das Gewicht erheblich und ermöglicht ein größeres Zuladungsvolumen.
Kostenvorteile gegenüber traditionellen UUVs
- Kostenreduktion: 66 % – 80 % im Vergleich zu Konkurrenzmodellen
- Herstellungskosten: 20 % – 33 % der Kosten vergleichbarer Langstrecken-UUVs
- Modularer „Flat-Pack“-Ansatz erlaubt Serienfertigung
„By combining CET’s advanced composite vehicle architecture with Raytheon’s mission systems, sensors, and integration expertise, we have created a highly capable platform that can be produced at a fraction of the cost of conventional alternatives“, erklärt CET-CEO Chase Hogoboom.
Entwicklungszeit und Beschaffungsstrategie
Die eigenfinanzierte Entwicklung von der ersten Skizze bis zur erfolgreichen Demonstration dauerte weniger als 18 Monate. Dieser schnelle Zyklus steht im Kontrast zu langwierigen Großprojekten wie dem Boeing Orca XLUUV, das 2025 mit einer Kostenüberschreitung von 64 % kritisiert wurde. Die US Navy sucht nach erschwinglichen Unmanned Undersea Vehicles (UUVs), um die Budgetbelastung zu reduzieren und die Einsatzfähigkeit zu erhöhen.
Strategische Bedeutung des getauchten Starts
HADALUS kann aus einem untergetauchten Trägerfahrzeug gestartet werden – eine erste Demonstration für die US Navy. Dieser „submerged launch“ verhindert, dass das Mutter-U-Boot an die Oberfläche steigen muss, wodurch die Position vor feindlicher Satelliten- und Radaraufklärung verborgen bleibt. Jen Gauthier, Vice President Naval Systems & Sustainment bei Raytheon, betont: „This demonstration is an important step in a broader roadmap to deliver autonomous, end-to-end undersea capabilities that are far less detectable than surface platforms.“
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Risiken und Gegenmaßnahmen
- Freiflutende Struktur erfordert Spezialkapselung für Batterien, Elektronik und Sensoren, um Wasser- und Druckschäden zu vermeiden.
- Der Prototyp-Status garantiert noch keinen formellen Beschaffungsvertrag; die Plattform muss sich im Wettbewerb um Programme of Record beweisen.
Beide Punkte werden von den Entwicklern aktiv adressiert, um die Wartungs- und Dichtigkeitsrisiken zu minimieren und die Chancen auf eine langfristige Beschaffung zu erhöhen.
Schnellüberblick:
Was unterscheidet HADALUS von klassischen unbemannten U-Booten?
HADALUS nutzt ein freiflutendes Karbonfaser-Exoskelett statt eines schweren, druckfesten Metall-Hohlkörpers. Das reduziert das Gewicht, senkt die Baukosten um bis zu 80 % und ermöglicht höhere Nutzlasten.
Warum ist der getauchte Start militarisch so bedeutend?
Ein Trägerfahrzeug muss nicht mehr an die Oberfläche steigen, um die Drohne abzusetzen. Dadurch bleibt die Position des Mutter-U-Boots vor feindlicher Aufklärung verborgen.
Wer stellt das Fahrzeug her?
Das Fahrzeugchassis und die Materialarchitektur stammen von Composite Energy Technologies (CET) aus Rhode Island. Raytheon (RTX) integriert die Missionssysteme, Sonare, Startvorrichtungen und Autonomie-Software.
