Leonardo und Marshall Land Systems starten Falcon Shield-Container
Leonardo und Marshall Land Systems haben eine mobile, containerisierte Variante ihres C-UAS-Systems Falcon Shield vorgestellt. Der Prototyp ist in einem standardisierten 20-Fuß-ISO-Container untergebracht und kann per Luft, Land oder See schnell an Einsatzorte transportiert werden – ein entscheidender Vorteil angesichts wachsender Drohnenbedrohungen für vorgeschobene Stellungen und kritische Infrastrukturen.
Mobile Containerlösung: Flexibilität und Transport
Der Falcon Shield-Container kombiniert sämtliche Kernkomponenten des Systems in einem kompakten, modularen Gehäuse. Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
- Standard-ISO-Container, 20 Fuß (6,0 m × 2,44 m)
- Transport per militärischem Transportflugzeug, Lkw oder Schiff
- Einsetzbar auf Feldlagern, Flughäfen, Häfen und anderen vorgeschobenen Anlagen
Leistungsprofil: Drohnenklassen und Abwehrkapazität
Nach NATO-Klassifizierung ist das System darauf ausgelegt, Drohnen der Klassen 1 bis 3 zu erkennen und zu neutralisieren. Das maximale Abwehrgewicht liegt bei etwa 600 kg, wodurch sowohl Kleindrohnen als auch taktische Systeme abgedeckt werden.
- Klasse 1 – Kleindrohnen (bis ca. 25 kg)
- Klasse 2 – Mittlere Drohnen (bis ca. 150 kg)
- Klasse 3 – Taktische Drohnen (bis ca. 600 kg)
Sensorfusion und KI-gestützte Klassifikation
Der Demonstrator integriert mehrere Sensoren, die in Echtzeit zusammenarbeiten:
- Hemisphärisches S-Band-Radar für 360-Grad-Luftraumüberwachung
- Radiofrequenzsensoren zur Erfassung von Steuer- und Kommunikationssignalen
- Elektro-optisches / infrarotes Kamerasystem (Nerio ULR) für Zielidentifikation
Eine KI-gestützte Analyse reduziert Fehlalarme, indem sie Flugmuster, Radar-Cross-Section-Profile und visuelle Merkmale auswertet. „Falcon Shield wurde entwickelt, um Bedienern und Kommandanten Flexibilität zu geben“, erklärte Paul Norry, UK-Campaign-Manager für Falcon Shield bei Leonardo. „Durch die Unterbringung in einem Standard-ISO-Container machen wir den schnellen Einsatz noch einfacher und ermöglichen eine skalierbare Vernetzung mit weiteren Systemen.“
Einsatzgeschichte und internationale Nutzung
Der Vorläufer Orcus wurde erstmals im Dezember 2018 am Londoner Flughafen Gatwick eingesetzt, um ein plötzliches Drohnenaufkommen zu verhindern. Die Royal Air Force nahm das System 2020 mit Initial Operating Capability (IOC) offiziell in den Dienst.
Orcus trat 2018 offiziell in den Dienst der Royal Air Force ein.
Zusätzlich zu Großbritannien nutzen die kanadischen Streitkräfte das Falcon Shield-System, und Italien testet es unter der Bezeichnung ACUS-E. Diese breite Akzeptanz unterstreicht die Einsatzflexibilität und die Fähigkeit, sowohl militärische als auch zivile Schutzaufgaben zu übernehmen.
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Kritische Bewertung: Logistik und Schwarmabwehr
Obwohl die Containerlösung hohe Mobilität bietet, gibt es zwei wesentliche Einschränkungen:
- Logistischer Aufwand: Das Aufsetzen des Systems erfordert geeignete Umschlagtechnik, was in unwegsamem Gelände die Verlegbarkeit einschränken kann.
- Begrenzte Wirksamkeit gegen Schwarmangriffe: Moderne, autonom agierende Drohnenschwärme können das System überfordern, da es primär auf Einzelziele ausgelegt ist.
Schnellüberblick:
Welche Arten von Drohnen sind abwehrbereit?
NATO-Klassen 1, 2 und 3 – das umfasst kleine bis mittelgewichtige Drohnen bis zu ca. 600 kg Startmasse.
Wie wird die Abwehr realisiert?
Leonardo setzt auf ein System aus elektromagnetischer und kinetischer Intervention, gesteuert durch KI-gestützte Algorithmen.
Welche Länder setzen Falcon Shield bereits ein?
Neben der britischen Luftwaffe wird das System von Kanada eingesetzt und in Italien als ACUS-E erprobt.
