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FTS präsentiert TAHR – Leichtes Luftlande-Fahrzeug für KSK

FTS präsentiert TAHR – Leichtes Luftlande-Fahrzeug für KSK

22. September 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Am 15. September 2026 stellte Flensburg Technology Systems (FTS) beim 10. KSK-Rüstungssymposium in Altensteig-Wart das erste Vorserienmodell des leichten Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeugs TAHR vor. Das Fahrzeug, das speziell für das Kommando Spezialkräfte (KSK) entwickelt wurde, soll eine bisher bestehende Fähigkeitslücke der Bundeswehr bei der schnellen Verlegung von Spezialkräften per Transporthubschrauber schließen.

Präsentation des TAHR beim 10. KSK-Symposium

Der offizielle Vorführtermin fand im Rahmen des 10. KSK-Rüstungssymposiums statt, bei dem das Fahrzeug Brigadier-General Andreas Kühne, dem Kommandanten des KSK, präsentiert wurde. „Wir sind stolz, einen direkten Beitrag zur zukünftigen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und des KSK zu leisten, indem wir das erste Vorserienfahrzeug vorzeitig vorstellen“, sagte Jörg Kamper, Managing Director von FTS. Die Demonstration verdeutlichte die offene Bauweise, die Rundumsicht für die Besatzung und die Möglichkeit, das Fahrzeug innerhalb von Minuten nach der Landung einsatzbereit zu machen.

Hinter der Entwicklung steht ein im November 2023 gegründetes Joint-Venture: Flensburg Technology Systems (FTS) bündelt das militärische Know-how der israelischen ELTA Systems (IAI) mit den Fertigungskapazitäten der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG).

Technische Basis und Varianten

Die technische Grundlage des TAHR bildet die ZD-Plattform von IAI ELTA, die für den deutschen Markt diesel-modifiziert wurde. Das Fahrzeug wiegt 3,2 t und kann fast sein Eigengewicht an Nutzlast transportieren (Verhältnis ca. 1:1). Zwei Varianten stehen zur Verfügung:

  • Leichtes Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeug (le LL EGF): 3-Mann-Besatzung, schwere Waffenstation (z. B. 12,7 mm MG, MG6-Minigun, Granatwerfer).
  • Leichtes Luftlande-Unterstützungsfahrzeug (le LL UstgFzg): 2-Mann-Besatzung, konzipiert für Material- und Nachschubtransport.

Die offene Roll-Cage-Konstruktion sorgt für ein geringes Gesamtgewicht und ermöglicht die Verladung von zwei Fahrzeugen gleichzeitig im Laderaum einer CH-47F Chinook. Gleichzeitig ist das Fahrzeug kompatibel mit den bestehenden CH-53-Hubschraubern.

Beschaffungsvolumen und Lieferplan

Der Rahmenvertrag des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wurde im Oktober 2025 abgeschlossen und sieht ein maximales Beschaffungsvolumen von bis zu 200 TAHR-Fahrzeugen vor. In einer ersten Festbestellung wurden 54 Einheiten beauftragt – davon 40 Gefechts- und 14 Unterstützungsfahrzeuge. Der geplante Auslieferungszeitraum für diese Tranche erstreckt sich von Frühjahr 2027 bis Ende 2028.

  • Maximaler Rahmenvertrag: 200 Fahrzeuge (2025)
  • Erstbestellung: 54 Fahrzeuge (40 EGF, 14 UstgFzg) – 2025
  • Auslieferungszeitraum: 2027 – 2028

Unternehmenshintergrund von FTS

Flensburg Technology Systems ist ein deutsch-israelisches Joint-Venture, das im November 2023 von der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) und ELTA Systems Ltd., einer Tochter der Israel Aerospace Industries (IAI), gegründet wurde. Das Unternehmen kombiniert bewährte israelische Plattformtechnologie mit deutscher Fertigung und Systemintegration, um ein Fahrzeug zu schaffen, das den besonderen Anforderungen der Bundeswehr gerecht wird.

  • Gründungsjahr Joint-Venture: 2023
  • Partner: FFG (Deutschland) und ELTA Systems (Israel)
  • Schwerpunkt: Modifikation und Montage der ZD-Plattform für Luftlande-Einsätze
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Namensherkunft und taktische Rollenverteilung

Der Name „TAHR“ bezieht sich auf die gleichnamige, kletterfähige Wildziegenart aus Asien und symbolisiert die Geländegängigkeit des Fahrzeugs in extremem Terrain. Mit dem TAHR etabliert die Bundeswehr eine neue 3,2-Tonnen-Klasse für luftbewegliche Operationen, die speziell für Spezialkräfteplattformen konzipiert ist.

  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3,2 t (2026)
  • Klassenbezeichnung: Neue 3,2-t-Klasse für luftbewegliche Operationen

Risiken und Gegenmaßnahmen

Das offene Design des TAHR verzichtet bewusst auf ballistische Vollpanzerung, um das Gewicht zu minimieren und die Luftverlegbarkeit zu gewährleisten. Dadurch ist die Besatzung nur begrenzt gegen IEDs, Splitter oder direkten Beschuss geschützt. Die Überlebensfähigkeit des Fahrzeugs beruht daher stark auf Agilität, Aufklärung und effektiver Waffenwirkung.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Abhängigkeit von der termingerechten Einführung der neuen CH-47F Chinook-Hubschrauber, die die volle Transportkapazität von zwei Fahrzeugen pro Flug ermöglichen sollen. Verzögerungen beim Ersatz der veralteten CH-53-Flotte könnten die taktische Einsatzfähigkeit des TAHR einschränken.

Schnellüberblick:

Wer baut das TAHR-Fahrzeug für die Bundeswehr?

Das Fahrzeug wird von der Flensburg Technology Systems GmbH (FTS) gefertigt, einem 2023 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) und der israelischen ELTA Systems (IAI).

Wie viele TAHR-Fahrzeuge erhält die Bundeswehr und wann?

Im Rahmenvertrag über bis zu 200 Fahrzeuge wurden im Oktober 2025 zunächst 54 Einheiten fest bestellt. Die ersten Serienfahrzeuge sollen ab Anfang 2027 zulaufen, die Auslieferung dieses Tranche soll Ende 2028 abgeschlossen sein.

Worin unterscheiden sich Gefechts- und Unterstützungsmodell?

Das leichte Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeug (le LL EGF) fasst 3 Soldaten und besitzt eine schwere Waffenstation, während das unbewaffnete Unterstützungsfahrzeug (le LL UstgFzg) mit 2-Mann-Besatzung auf Transportkapazität für Material und Nachschub ausgelegt ist.

Quellen

  • https://www.bundeswehr-journal.de
  • https://soldat-und-technik.de

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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