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Peraso liefert 60-GHz-mmWave-Links für sichere Drohnen-IFF

Peraso liefert 60-GHz-mmWave-Links für sichere Drohnen-IFF

21. September 2026 von Michael Bauer

Peraso liefert 60-GHz-mmWave-Links für sichere Drohnen-IFF

Die wachsende Bedrohung durch elektronische Kampfführung im Sub-6-GHz-Band zwingt militärische Drohnen, neue Kommunikationswege zu nutzen. Peraso Technologies und der israelische Rüstungsanbieter iNTACT setzen dabei auf 60-GHz-Millimeterwellen-Technologie kombiniert mit hochdirektionalem Beamforming, um sowohl die Störanfälligkeit als auch die Entdeckungswahrscheinlichkeit drastisch zu reduzieren.

Technische Grundlagen der 60-GHz-Millimeterwellen

Im Frequenzbereich von 57 bis 71 GHz steht weltweit fast die gesamte Bandbreite von 14 GHz lizenzfrei zur Verfügung (Quelle S2). Diese enorme Bandbreite ermöglicht Datenraten von bis zu 3,5 Gbps bei IEEE-802.11ad-basierten Modulen (Quelle S4). Durch Phased-Array-Antennen kann das Signal in einem extrem schmalen Strahl fokussiert werden – ein Prinzip, das als Beamforming bezeichnet wird.

Physikalische Schutzwirkung durch Sauerstoffabsorption

Der entscheidende Sicherheitsfaktor liegt in der molekularen Sauerstoffabsorption bei 60 GHz. Laut ITU-R P.676-13 (2022) wird das Signal auf Meereshöhe um 10-16 dB pro Kilometer gedämpft (Quelle S1). Diese Dämpfung begrenzt die praktische Reichweite bodengebundener Punkt-zu-Punkt-Links auf 1-2 km (Quelle S3), sorgt jedoch dafür, dass das Funksignal außerhalb dieses Radius schnell zerfällt. Damit wird eine natürliche Barriere gegen feindliche Aufklärung (Low Probability of Intercept/Detection) geschaffen.

Beamforming und LPI/LPD im Einsatz

Durch das enge, richtungsabhängige Strahlungsprofil müssen Störsender exakt in der Sichtlinie des Links positioniert sein, um wirksam zu werden. Das macht herkömmliche Breitband-Jammer praktisch wirkungslos. Peraso betont: „

Conventional systems operating below 6 GHz can face congested airwaves, network interference, electronic jamming, and a greater risk of detection. By operating in the 60 GHz band and concentrating signals through directional beamforming, Peraso’s technology is intended to provide more reliable connectivity in contested and congested environments.

„

Partnerschaft Peraso & iNTACT: Prototypen und Lieferungen

Im März 2026 wurde die Kooperation zwischen Peraso und iNTACT öffentlich bekannt gegeben. Bereits im April 2026 erfolgte die erste Serienlieferung von Transceiver-Modulen für taktische Drohnen-IFF-Systeme (Quelle S5). Diese Module verbinden die hohe Datenrate von bis zu 3,5 Gbps mit einer kompakten SWaP-Optimierung, sodass sie auf kleineren, batteriebetriebenen Drohnen eingesetzt werden können, ohne die Flugzeit zu beeinträchtigen.

Ron Glibbery, CEO von Peraso, erklärte auf der UAV Technology Conference in London: „

Peraso will be onsite to showcase its 60 GHz mmWave technology and discuss how high-throughput, low-latency connectivity can support the next generation of UAV applications.

„

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Vorteile für Drohnen-IFF und Kommunikationssicherheit

  • Reduzierte Detectability: Die Sauerstoff-Dämpfung begrenzt die Reichweite auf 1-2 km, sodass feindliche Abhörstationen das Signal kaum erfassen können.
  • Störsichere Verbindung: Beamforming schützt vor Jamming, weil ein Angreifer exakt in der schmalen Strahlachse sein muss.
  • Hohe Datenrate: Bis zu 3,5 Gbps ermöglichen Video- und Telemetriedatenübertragung in Echtzeit.
  • Miniaturisierung: Optimierte Größe, Gewicht und Leistung (SWaP) passen zu kleinen UAV-Plattformen.
  • Freund-Feind-Erkennung (IFF): Verschlüsselte Mikrowellen-Abfragen unterscheiden automatisch eigene Drohnenschwärme von feindlichen Flugkörpern.

Herausforderungen und Gegenmaßnahmen

Die Technologie ist nicht ohne Risiken. Drei zentrale Gegenpunkte sind zu beachten:

  • Line-of-Sight-Abhängigkeit: Gebäude, Vegetation oder Rumpfabschirmungen blockieren Millimeterwellen sofort; ein Verlust der Sichtlinie führt zum sofortigen Abbruch der IFF-Verbindung (Counterpoint).
  • Komplexe Strahlnachführung: Hochdynamische Flugmanöver erfordern Millisekunden-schnelles Beam-Tracking, was anspruchsvolle Sensorik und Algorithmen verlangt.
  • Wetterbedingte Dämpfung: Starkregen erhöht die Dämpfung zusätzlich zur Sauerstoffabsorption und kann die Reichweite weiter reduzieren.

Schnellüberblick:

Warum eignet sich 60 GHz besser gegen Störsender als Standardfunk (2,4 GHz / 5,8 GHz)?

Herkömmliche Funkverbindungen nutzen Rundstrahlantennen, die leicht durch breitbandige Störsignale überlagert werden können. Die 60-GHz-Technologie bündelt das Signal in einem extrem schmalen Strahl (Beamforming); ein Störsender müsste sich exakt in dieser schmalen Sichtachse befinden, um die Verbindung zu stören.

Was bedeutet IFF im Drohnenkontext?

IFF steht für „Identification Friend or Foe“. Das System sendet verschlüsselte Mikrowellen-Abfragen, um eigene Drohnenschwärme von feindlichen Flugkörpern automatisiert zu unterscheiden und Eigenbeschuss zu verhindern.

Wie weit reicht ein 60-GHz-Datenlink in der Atmosphäre?

Aufgrund der molekularen Sauerstoffdämpfung liegt die typische Reichweite taktischer Links bei 1 bis maximal 2 Kilometern. Dieser Nachteil verhindert zugleich, dass gegnerische Abhörstationen in größerer Entfernung das Signal erfassen können.

Quellen

  • https://www.itu.int/rec/R-REC-P.676
  • https://www.accesswire.com/news/peraso-releases-white-paper-on-60-ghz-mmwave-technology
  • https://www.rf-essentials.com/oxygen-absorption-peak-60-ghz
  • https://perasotech.com/products/60ghz-modules/
  • https://www.microwavejournal.com/articles/peraso-selected-by-intact-for-drone-iff

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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