BAE Systems präsentiert Shadow EW 100-120-500 für Drohnen
Technische Differenzierung der Shadow EW-Varianten
Alle drei Systeme teilen zentrale Design-Prinzipien: ein Gewicht von weniger als 3,3 kg, ein maximaler Stromverbrauch von unter 150 W und die Nutzung von Nvidia-Jetson-Orin-NX-Modulen kombiniert mit AMD/Xilinx-Kintex-FPGAs. Die Varianten unterscheiden sich jedoch in Frequenzabdeckung und Einsatzprofil.
- Shadow 100: Hybrid-Software-Defined-Radio (SDR) von 70 MHz bis 6 GHz, Gewicht ca. 3,27 kg, Leistungsaufnahme < 150 W. Ideal für Radar-EW und Signalaufklärung (SIGINT) auf kleinen UAVs.
- Shadow 120: Erweiterte Frequenzabdeckung von 5 MHz bis 6 GHz, Gewicht 3,18 kg, gleiche Leistungsaufnahme. Unterstützt erweiterte Kommunikations- und Aufklärungsmissionen.
- Shadow 500: Breitband-Empfang von 10 MHz bis 18 GHz mit zwei parallelen 4 GHz-Kanälen, optimiert für präzise Peilung und Geodatenlokalisierung. Trotz höherer Frequenz bleibt das System unter 3,3 kg und 150 W.
Die physischen Abmessungen betragen etwa 112 × 85 × 176 mm, sodass die Module in die kleinsten Unbemannten Flugsysteme (UAV-Klassen Group 2 und 3) integriert werden können.
Vergleich mit bestehenden EW-Systemen
Im Vergleich zu etablierten, großformatigen Systemen wie dem US-AN/ALQ-99 (Durchschnittsleistung 1 000 W) oder dem russischen R-330 Protey bietet Shadow EW eine deutlich geringere Leistungsaufnahme und ein kompakteres Formfaktor. Gegenüber dem Northrop Grumman BriteCloud, das nur 0,146 kg wiegt und primär als aktiver Jammer konzipiert ist, punktet Shadow EW mit einer breiteren Frequenzabdeckung (bis 18 GHz) und einer offenen Softwareplattform, die schnelle Firmware-Updates ermöglicht.
- Gewicht BriteCloud: 0,146 kg (2023)
- Leistungsaufnahme AN/ALQ-99: 1 000 W (2021)
- Shadow 100/120/500: < 150 W, < 3,3 kg
“The modern battlefield is changing at an unprecedented pace, and all platforms, regardless of size, require adaptable electronic warfare capabilities to survive”, betont Rebecca Cruz, Director of Shadow EW products bei BAE Systems.
Eigenfinanzierte Entwicklung und Markteinführung
Die Shadow-EW-Familie wurde von BAE Systems eigenfinanziert, bevor ein konkreter Regierungsauftrag vorlag. Dieser Ansatz soll die Lehren aus den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten – wo massenhafte, attritierbare Drohnen eingesetzt wurden – schnell in ein marktreifes Produkt überführen. Der Serienproduktionsstart ist für 2027 im Werk Cedar Rapids, Iowa, geplant. Die erste öffentliche Vorstellung erfolgte am 15. September 2026 auf der AFA-Konferenz.
- Erstvorstellung: 15. September 2026 (AFA Air, Space & Cyber)
- Serienproduktionsstart: 2027 (Cedar Rapids, Iowa)
- Entwicklung: komplett eigenfinanziert, keine initialen Regierungsmittel
Risiken und offene Fragen
Trotz der beeindruckenden Miniaturisierung gibt es kritische Punkte, die den Erfolg von Shadow EW beeinflussen könnten:
- Abhängigkeit von externen LeistungsverstärkernFür aktive Störangriffe benötigen Shadow 100 und Shadow 120 zusätzliche Power-Amplifier und Kühlung, was das SWaP-Profil auf kleinen Drohnen wieder erhöhen kann.
- Fehlender Launch-CustomerOhne einen ersten Regierungs- oder Industriekunden ist der wirtschaftliche Erfolg von 2027-Produktionen unsicher, besonders im Hinblick auf mögliche Integration in Pentagon-Programme wie “Replicator”.
- Software-SicherheitsrisikenDie offene Architektur erleichtert schnelle Updates, kann jedoch Ziel von gezielten Cyber-Angriffen auf die Firmware werden.
Schnellüberblick
Welche Prozessoren treiben die Shadow-EW-Module an?
BAE setzt auf kommerzielle Edge-Computing-Hardware wie Nvidia Jetson Orin NX bzw. Orin AGXi Module kombiniert mit FPGAs von AMD/Xilinx (Kintex KU15P und UltraScale+ ZU47).
Für welche Trägersysteme ist Shadow EW primär gedacht?
Die Systeme zielen primär auf unbemannte Flugsysteme (UAVs) der Klassen Group 2 und 3, Loitering Munitions sowie kleinere bemannte Aufklärungsflugzeuge ab.
Wann ist mit der Verfügbarkeit der Systeme im Einsatz zu rechnen?
BAE Systems plant den regulären Hochvolumen-Produktionsanlauf im Werk Cedar Rapids für das Jahr 2027.
Wie vergleicht sich Shadow EW mit ähnlichen Marktsystemen wie BriteCloud?
BriteCloud ist leichter (0,146 kg) und primär für aktive Jammermissionen konzipiert, während Shadow EW mit breiter Frequenzabdeckung bis 18 GHz und einer offenen Softwareplattform universelle EW-Fähigkeiten auf kleinen Flugplattformen bietet.
Quellen · 6
Stand: 18.10.2026- prnewswire.com news-releases/bae-systems-launches-shadow-ew-compact-electronic-warfare-solutions-302248 …
- baesystems.com en-us/product/small-form-factor-ew
- armyrecognition.com news/aerospace-news/2026/bae-systems-us-business-launches-shadow-ew-to-equip-smaller-dro …
- migflug.com jetflight/bae-shadow-ew-affordable-mass
- avionicsmag.com news/northrop-grumman-britecloud-family-expands-new-jammers-airborne-platforms
- militaryaerospace.com avionics/an-alq-99-pod-system-the-last-airborne-ecm-pod-now-in-retirement
Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.
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