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Aitech startet C165 – 2-fach CPU-Leistung, 2,5-fach Grafik-Boost

Aitech startet C165 – 2-fach CPU-Leistung, 2,5-fach Grafik-Boost

17. September 2026 von Michael Bauer

Am 14. September 2026 stellte Aitech seinen neuen robusten 6U-VME-Einplatinenrechner C165 vor. Der C165 ist als pin-kompatibles Drop-in-Upgrade für die Vorgängermodelle C163 und C164 konzipiert und soll bestehende Militärplattformen mit deutlich höherer Rechen- und Grafikleistung ausstatten, ohne dass ein kompletter System-Neudesign nötig ist.

Technische Spezifikationen des C165

CPU und Energieeffizienz

Der C165 nutzt den Intel Core i7-1185GRE Tiger Lake UP3 Prozessor. Laut Hersteller verdoppelt sich die CPU-Leistung pro Watt im Vergleich zu früheren Aitech-VME-Boards (Faktor 2,0×). Diese Steigerung ermöglicht anspruchsvolle Echtzeitanwendungen bei gleichzeitig geringem Stromverbrauch – ein entscheidender Faktor für luftdichte, conduction-cooled Militäreinsätze.

Grafikleistung mit Intel Iris Xe

Integrierte Intel Iris Xe-Grafik mit 96 Execution Units liefert mehr als das 2,5-fache der Grafikleistung früherer Generationen. Die GPU-Leistung ist damit für Video-Analytics, Bildverarbeitung und KI-Inference an Bord von Flugzeugen, Schiffen und Bodensystemen ausreichend dimensioniert.

Speicher und Fehlertoleranz

  • Arbeitsspeicher: bis zu 32 GB LPDDR4X-4267 mit In-Band Error-Correcting Code (IBECC) für missionskritische Datenintegrität.
  • NVMe-Speicher: bis zu 4 TB selbstverschlüsselendes Laufwerk (SED) mit Quick-Erase- und Secure-Erase-Routinen für rasche Datenlöschung im Notfall.

Erweiterungssteckplätze und Formfaktor

Der C165 ist ein robuster 6U-VME-Bus-Einplatinenrechner. Über standardisierte PMC- und XMC-Mezzanine-Steckplätze können modulare I/O-Erweiterungen wie MIL-STD-1553, ARINC 429 oder weitere serielle Schnittstellen nachgerüstet werden, ohne das Chassis oder die Backplane zu verändern.

Sicherheitsfunktionen

Das integrierte AiSecure-Framework umfasst TPM 2.0, Secure Boot, Intel Boot Guard, hardwareverschlüsselten Speicher und sichere Löschfunktionen. Diese Maßnahmen adressieren die wachsenden Anforderungen an Cybersicherheit in modernen Verteidigungssystemen.

Vorteile des pin-kompatiblen Upgrades für Militärsysteme

  • Keine Notwendigkeit für teure Backplane- oder Chassis-Umbauten – bestehende Plattformen bleiben erhalten.
  • Reduzierte Zertifizierungs- und Zulassungszyklen dank Wiederverwendung bewährter Hardware.
  • Direkter Leistungszuwachs: 2-fach CPU-Effizienz, >2,5-fach Grafik-Boost.
  • Flexibilität durch PMC/XMC-Erweiterungen für spezifische Avionik- und Kommunikationsbusse.
  • Verbesserte Datensicherheit durch TPM 2.0, Boot Guard und selbstverschlüsselnde NVMe-Laufwerke.

Anwendungsbereiche und Einsatzszenarien

  • Mission-Computing und Echtzeit-Datenfusion in Luft-, Land- und Seesystemen.
  • Intelligence, Surveillance & Reconnaissance (ISR) mit on-board Bild- und Video-Analytics.
  • Sensor-getriebene Anwendungen, die hohe Grafik- und Rechenleistung erfordern.
  • Edge-Computing-Knoten für verteilte KI-Inference in abgelegenen Einsatzgebieten.
  • Systeme, die sowohl luftgekühlte als auch conduction-cooled Varianten benötigen.

Risiken und Grenzen des VME-Standards

  • Technologischer Lockdown: VME-Backplanes bieten im Vergleich zu modernen seriellen Fabrics wie OpenVPX oder SOSA geringere Bandbreite, was zukünftige Hochgeschwindigkeits-Sensordatenströme limitieren kann.
  • Thermisches Management: Im geschlossenen conduction-cooled Betrieb kann die volle Auslastung von CPU und GPU zu thermischer Drosselung führen, die deterministische Echtzeit-Verarbeitung beeinträchtigt.
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Schnellüberblick:

Welchen konkreten Formfaktor nutzt der C165?

Der Rechner nutzt den robusten 6U-VMEbus-Standard und ist als pin-kompatibles Drop-in-Upgrade für frühere Systeme wie den C163 und C164 ausgelegt.

Wie werden periphere Subsysteme wie Radar oder Bordelektronik angebunden?

Über standardisierte Mezzanine-Erweiterungssteckplätze (PMC und XMC) können systemspezifische I/O-Module wie MIL-STD-1553, ARINC 429 oder serielle Schnittstellen flexibel integriert werden.

Welche Vorteile bietet das Festhalten an VME gegenüber einer VPX-Migration?

Es spart Kosten und jahrelange Zulassungszyklen, da bestehende Backplanes, Gehäuse und Verkabelungen in Panzern, Schiffen oder Flugzeugen ohne Redesign weiterverwendet werden können.

Zitat

„As a pin-compatible successor to Aitech’s C164 and C163 SBCs, the C165 provides an efficient upgrade path that helps customers manage technology obsolescence while preserving past investments in qualified hardware, software, and platform infrastructure,“ erklärte das Unternehmen in der Pressemitteilung.

Quellen

  • https://www.prnewswire.com/news-releases/aitech-introduces-new-c165-rugged-single-board-computer-to-help-defense-programs-build-and-modernize-fielded-vme-systems-302246702.html
  • https://www.afa.org/air-space-cyber-conference-2026/coverage

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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