Focused Support startet Cavok STRIKE – Link-16 ohne Hardware
Focused Support hat mit Cavok STRIKE eine neue Software-Lösung vorgestellt, die militärische Systeme in das taktische Datennetzwerk Link 16 einbindet, ohne dass dafür dedizierte Link-16-Hardware installiert werden muss. Die Innovation richtet sich vor allem an kleinere Plattformen und unbemannte Systeme, die bislang wegen Gewicht-, Energie- und Kostenrestriktionen vom Netzwerk ausgeschlossen waren. Durch die Nutzung bestehender IP-Infrastrukturen können Sensor- und Positionsdaten in standardisierte Link-16-Nachrichten umgewandelt und in das taktische Lagebild eingebracht werden.
Herkunft und militärische Verifizierung der Cavok-Plattform
Focused Support verfügt über langjährige Erfahrung in der militärischen Softwareentwicklung, insbesondere bei taktischen Lagedisplays. Das Unternehmen liefert das operative Lagedisplay (TacSit) für die MQ-9 Reaper-Drohnen der U.S. Air Force und des Marine Corps. Ein kürzlich abgeschlossener Time-and-Materials-Auftrag des Air Force Life Cycle Management Center (AFLCMC) in Höhe von 12,9 Millionen US-Dollar bestätigt die operative Relevanz von Cavok als Gateway für Link-16-Nachrichten (AFLCMC 2024).
SWaP-Verhältnisse und Technologierelevanz
Traditionelle Link-16-Terminals wie das MIDS-LVT erfordern ein hohes Gewicht und einen beträchtlichen Energieverbrauch, was sie für viele unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) ungeeignet macht. Die US-DoD-Klassifikation definiert für Gruppe 1 UAS eine Gewichtsobergrenze von weniger als 9,1 kg (2020) und für Gruppe 3 ein maximales Abfluggewicht von unter 599 kg (2020). Diese physikalischen Einschränkungen verhindern bislang die Integration vieler kleiner und mittelgroßer Drohnen in das Link-16-Netz. Cavok STRIKE löst dieses Problem durch einen software-nahen Ansatz, der die bestehenden SWaP-Grenzen respektiert und gleichzeitig die Netzwerk-Teilnahme ermöglicht.
Technischer Standard für den Non-C2-Modus
Die Lösung nutzt etablierte IP-Infrastrukturen und Protokolle wie STANAG 5602 (2022) sowie JREAP, um Sensor- und Positionsdaten in standardisierte Link-16-J-Series-Nachrichten zu konvertieren. Dadurch können Systeme im sogenannten Non-Command-and-Control-Modus (Non-C2) Daten austauschen, ohne die Rolle eines C2-Knotens zu übernehmen. Dieser Modus ist besonders für Aufklärungsdrohnen geeignet, die operative Daten liefern, aber keine Befehle erteilen müssen (Focused Support 2026).
Risiken und Gegenmaßnahmen
Obwohl Cavok STRIKE die Hardware-Barriere eliminiert, entsteht eine Abhängigkeit von externen IP-Gateways oder Bodenrelais. In einem elektromagnetischen Feindtäuschungskampf (EW) könnten diese Verbindungen verwundbarer sein. Zudem ist das Funktionsniveau im Non-C2-Modus eingeschränkt: Plattformen können Sensordaten bereitstellen, jedoch keine Steuerbefehle ausgeben, was bei komplexen Taktiken zu Nachteilen führen kann.
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Zitat von Focused Support
„Link-16-Teilnahme war traditionell auf Plattformen beschränkt, die die notwendige Hardware, Integrationsaufwand und Kosten tragen konnten“, sagt Andrew Judge Beitz, Director of Strategic Initiatives bei Focused Support. „Cavok STRIKE entfernt diese Barriere und ermöglicht einer breiteren Palette von operativen Plattformen die Interoperabilität mit der Link-16-Gemeinschaft durch reine Software.“
Schnellüberblick:
Wie kann eine Plattform ohne Link-16-Hardware ins Link-16-Netz eingebunden werden?
Die Cavok STRIKE-Software konvertiert Daten in Link-16-kompatible Formate und sendet sie über bestehende IP-Datennetze in das taktische Kommunikationsnetzwerk, ohne dass dedizierte Hardware installiert sein muss (AFLCMC 2024).
Was bedeutet „Non-Command-and-Control“-Modus?
In diesem Modus können Systeme Daten austauschen, übernehmen jedoch keine Befehls- oder Führungsverantwortung. Das macht sie ideal für Aufklärungsdrohnen (Focused Support 2026).
Welche Gewichtsgrenzen gelten für UAS-Gruppen 1 und 3?
Gruppe 1: < 9,1 kg (2020). Gruppe 3: < 599 kg (2020) (Joint Publication 3-30, 2020).
Welcher Standard ermöglicht die Link-16-Integration über IP?
STANAG 5602, veröffentlicht 2022, erlaubt die Datenrouten-Weiterleitung aus bestehenden IP-Infrastrukturen in Link-16-Netzwerke.
Ausblick auf die Einsatzmöglichkeiten
Durch die hardware-freie Anbindung können künftig mehr unbemannte Luft- und Bodenplattformen, die bislang aufgrund von SWaP-Beschränkungen ausgeschlossen waren, taktische Daten in Echtzeit teilen. Das stärkt das gemeinsame Lagebild und unterstützt die Entscheidungsfindung in vernetzten Gefechtsszenarien. Gleichzeitig bleibt die Notwendigkeit, die Robustheit der externen Gateways gegen EW-Bedrohungen zu erhöhen, ein kritischer Punkt für zukünftige Entwicklungen.
