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General Atomics launcht Wildfire – günstige modulare MMA-Drohne

General Atomics launcht Wildfire – günstige modulare MMA-Drohne

15. September 2026 von Anna Schröder

General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) hat die neue, kostengünstige Großdrohne Wildfire vorgestellt – ein modular aufgebautes, autonomes Fluggerät, das als verlusttoleranter Nachfolger der MQ-9A Reaper im Massed Modular Aircraft (MMA)-Programm der US-Streitkräfte positioniert wird.

Hintergrund: Verluste der MQ-9A Reaper und Bedarf an attritabler Drohne

Im Iran-Konflikt 2026 meldete die US-Air Force mindestens 45 Verluste von MQ-9A Reaper-Systemen – das entspricht etwa einem Viertel der gesamten Reaper-Flotte. Bei Einzelpreisen von bis zu 50 Millionen US-Dollar pro voll ausgerüstetem System ist ein solcher Verlust wirtschaftlich nicht tragbar. Das Pentagon hat deshalb das MMA-Programm ins Leben gerufen, um eine „Kampfmasse“ aus preisgünstigen, hochbelastbaren Drohnen zu schaffen, die im Gefecht als attritable Einheiten eingesetzt werden können.

Kostenstrategie: Zielpreis von 10 Mio. USD pro Basiszelle

Während eine voll ausgestattete MQ-9A Reaper zwischen 30 und 50 Millionen US-Dollar kostet, strebt das MMA-Programm einen Stückpreis von rund 10 Millionen US-Dollar pro Basiszelle an. Dieser Preis bezieht sich ausschließlich auf die Flugzeugzelle ohne teure Sensoren und Munition. GA-ASI betont, dass die Reduktion der Kosten es ermögliche, Verluste im Gefecht zu verkraften und gleichzeitig eine hohe Waffenlast zu erhalten.

Technische Daten von Wildfire

  • Modulare Bauweise ermöglicht schnelle Umrüstung für unterschiedliche Missionen.
  • Autonomie-Software aus dem Collaborative-Combat-Aircraft-Programm (FQ-42A) erlaubt die gleichzeitige Steuerung mehrerer Dutzend Einheiten über LEO-Satellitenverbindungen.
  • Überführungsreichweite: über 8.000 nautische Meilen (ca. 14.800 km) mit zwei Seezielflugkörpern oder vier Joint Strike Missiles.
  • Geforderter unbetankter Einsatzradius (Combat Radius): 2.300 nautische Meilen.
  • Mindestnutzlast: 2.800 Pfund (ca. 1.270 kg).

GA-ASI beschreibt Wildfire als „a high-volume, lower-cost airplane that does a few things really well.“

Beschaffungsziele und Produktionsvolumen bis 2032

Ursprünglich sah die DIU vor, bis zum Haushaltsjahr 2031 eine Anfangsflotte von 20 Drohnen bereitzustellen. Im September 2026 beschleunigte die US-Luftwaffenführung den Zeitplan: Bis 2029 sollen bereits 100 MMA-Drohnen einsatzbereit sein, und bis 2032 wird ein Bestand von 500 Systemen angestrebt. GA-ASI plant, die bestehenden Produktionskapazitäten zu nutzen, um die doppelte Stückzahl vor der DIU-Frist von 2031 zu liefern.

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Risiken und Wettbewerb

Wildfire befindet sich derzeit noch im Konzeptstadium – bisher gibt es nur Renderings und Spezifikationen. Die Integration des Triebwerks, die Software-Reife und die Aerodynamik müssen erst in Flugerprobungen bestätigt werden. Zudem eröffnet die DIU-Ausschreibung Start-Ups wie Swarm Aero Raum, wodurch die langjährige Dominanz von GA-ASI im Hunter-Killer-Segment herausgefordert wird. Ein weiterer Kostenfaktor ist, dass der 10-Millionen-Dollar-Zielpreis nur die Basiszelle abdeckt; hochwertige Sensoren, LEO-Satellitenlinks und Seezielflugkörper können die Gesamtkosten pro Fluggerät deutlich erhöhen.

Schnellüberblick:

Warum beschafft die US Air Force nicht einfach die neuere MQ-9B SkyGuardian?

Die MQ-9B ist technologisch anspruchsvoll und kostet oft über 35 Millionen US-Dollar pro Zelle. Das MMA-Konzept verlangt hingegen nach deutlich günstigeren Drohnen für etwa 10 Millionen US-Dollar, deren Verlust im feindlichen Abwehrfeuer einkalkuliert werden kann.

Wie wird Wildfire technisch gesteuert?

Wildfire greift auf die Autonomie-Software des Collaborative-Combat-Aircraft-Programms (FQ-42A) zurück. Über Low-Earth-Orbit-Satellitenverbindungen kann ein einzelner Operator mehrere Dutzend Einheiten gleichzeitig im Verbund steuern.

Welche Reichweite und Bewaffnung kann Wildfire erreichen?

Die Drohne kann mehr als 8.000 nautische Meilen zurücklegen und ist in der Lage, entweder zwei Langstrecken-Anti-Ship-Missile (LRASM) oder vier Joint Strike Missiles zu transportieren.

Wie hoch ist das geplante Produktionsvolumen bis 2032?

Die US-Air Force strebt bis 2032 einen Bestand von 500 MMA-Drohnen an, wobei bereits 100 Einheiten bis 2029 bereitstehen sollen.

Quellen

  • https://www.ga-asi.com/ga-asi-unveils-wildfire-uas-for-military-civil-and-commercial-roles
  • https://www.ainonline.com/aviation-news/defense/2026-09-12/general-atomics-pitches-new-wildfire-drone-reaper-replacement-program
  • https://www.janes.com/defence-news/news-detail/usaf-moves-to-accelerate-massed-modular-aircraft-development
  • https://aerospaceamerica.aiaa.org/air-force-by-2032-will-be-significantly-different-force-meink-says/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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