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Thales und 3ME präsentieren BladeHAUL – 10-töniges UGV Australien

Thales und 3ME präsentieren BladeHAUL – 10-töniges UGV Australien

8. Oktober 2026 von Michael Bauer

Thales Australia und 3ME Technology haben das schwerste unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) Australiens vorgestellt: BladeHAUL. Das Fahrzeug basiert auf der bewährten Plattform des Bushmaster Protected Mobility Vehicle (PMV) und kombiniert einen hybriden Diesel-Gas-Antrieb mit einer leistungsstarken Batteriespeicherung. Mit einer maximalen Nutzlast von zehn Tonnen und der Fähigkeit, einen 20-Fuß-Container zu transportieren, soll BladeHAUL kritische Logistikaufgaben sowohl in gesicherten als auch in gefährlichen Einsatzgebieten übernehmen – von der Truppenversorgung bis zur Energieversorgung vorderer Stellungen.

BladeHAUL – schwerstes unbemanntes Bodenfahrzeug Australiens

Das BladeHAUL-Projekt verbindet bewährte Mobilität mit moderner Autonomie. Die Basis ist das bereits im Einsatz bewährte Bushmaster-Fahrzeug, das nun um ein hybrides Antriebssystem und autonome Steuerung erweitert wurde. Die wichtigsten technischen Daten sind:

  • Maximale Nutzlast: 10 t (22 046 lb)
  • Containerkapazität: 20 ft (ca. 6,1 m) – entspricht einem Standard-20-Fuß-Container
  • Batteriekapazität: 500 kWh (Hybridspeicher, 2026-Spezifikation)
  • Antrieb: Kombination aus Diesel-Gas-Generator und Batteriespeicher
  • Plattform: Bushmaster PMV-Basis, angepasst für schwere Lasten

Einsatzkontext und vielseitige Missionsrollen

Modularität ist das Herzstück von BladeHAUL. Das Fahrzeug kann je nach Anforderung in drei Hauptrollen konfiguriert werden – Logistik, Counter-Unmanned-Aircraft-Systems (C-UAS) und Casualty-Evacuation (CASEVAC). Diese Flexibilität ermöglicht den Einsatz in Gefechtsfeldlogistik, mobilen Infrastrukturlösungen und sogar in der Luftüberwachung der eigenen Formationen.

  • Logistik: Transport von Versorgungsgütern und schweren Geräten, Ersatz von bis zu zehn Soldaten pro Konvoi
  • C-UAS: Integration von Gegen-Drohnen-Modulen zur Luftüberwachung und Abwehr
  • CASEVAC: Beförderung verwundeter Soldaten aus Gefechtslinien

Die Kombination aus autonomer Navigation und Fernsteuerung erlaubt den Betrieb in urbanen, hügeligen oder off-road-Umgebungen, ohne dass ein Besatzungsmitglied dem Risiko ausgesetzt ist.

Autonome Logistik und Personalreduktion

Ein zentrales Ziel von BladeHAUL ist die Minimierung des Personaleinsatzes. Laut den veröffentlichten Daten kann das System bis zu zehn Soldaten aus einem Konvoi ersetzen, wodurch die Gefährdung des Personals in konfliktreichen Bereichen signifikant reduziert wird. Die autonome Fahrt ermöglicht zudem den Einsatz in Bereichen ohne direkte Sichtverbindung, unterstützt durch robuste GNSS- und Kommunikationslösungen.

Energieversorgung und Nachhaltigkeit

BladeHAUL nutzt eine kombinierte Diesel-Gas-Technologie, ergänzt durch einen 500 kWh-Batteriespeicher. Diese hybride Lösung sorgt für hohe Effizienz und ermöglicht den Betrieb über längere Zeiträume ohne externe Energieversorgung. Die Batteriekapazität erlaubt den Betrieb von Zusatzgeräten, z. B. als mobile Stromversorgung für Feldhospital- oder Kommunikationsstandorte. Darüber hinaus reduziert die Hybridtechnologie den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu rein dieselgetriebenen Fahrzeugen, was insbesondere in urbanen Einsatzszenarien von Vorteil ist.

Risiken und Herausforderungen

Obwohl BladeHAUL technisch beeindruckend ist, gibt es kritische Punkte, die in zukünftigen Entwicklungs- und Beschaffungsphasen beachtet werden müssen:

  • Geringe elektronische Stealth-Eigenschaften – die umfangreiche Energiekette führt zu einer hohen elektromagnetischen, thermischen und optischen Signatur.
  • Abhängigkeit von Kommunikations- und Navigationssystemen – stabile GNSS-Verbindungen und Datenübertragungsbedingungen sind Voraussetzung für autonome oder ferngesteuerte Einsätze, insbesondere bei möglichen EMP-Störmitteln des Gegners.
  • Unklare Serienfähigkeit und Preisgestaltung – konkrete Produktionskosten und Skalierbarkeit bleiben bislang unbestimmt.
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Stimmen aus der Branche

„BladeHAUL is a clear example of Australian innovation delivering Australian capability,“ sagte Thales Australia CEO Jeff Connolly. Er betonte, dass das Fahrzeug die wachsenden und vielfältigen Bedürfnisse der australischen Streitkräfte adressiere. 3ME Technology CEO Justin Bain ergänzte: „Together we can deliver sovereign power, traction, and control systems that turn proven mobility platforms into adaptable, mission-ready autonomous capability.“ Beide Aussagen unterstreichen die strategische Partnerschaft zwischen Thales und 3ME sowie das Ziel, eine eigenständige, leistungsfähige unbemannte Logistikplattform zu schaffen.

Schnellüberblick:

Wie unterscheidet BladeHAUL sich von herkömmlichem Militärtransport?

BladeHAUL ist autonom fähig, erzeugt eigenständig Strom und ist modular anpassbar – eine Kombination, die bei konventionellen Fahrzeugen nicht vorhanden ist.

Warum arbeiten Thales und 3ME Technology zusammen?

Thales bringt Erfahrung mit militärischen Fahrzeugen ein, während 3ME Technology durch sein Elektrifizierungs-Know-how effiziente und robuste Hybridantriebe liefert.

Wie weit ist BladeHAUL im Entwicklungsstadium?

Das Fahrzeug wurde vorgestellt und ist für erste Testmissionen mit der australischen Armee im Jahr 2027 geplant.

Quellen

  • https://www.thalesgroup.com/en/news-centre/press-releases/thales-and-3me-technology-unveil-australias-most-powerful-uncrewed
  • https://www.australiandefence.com.au/news/news/thales-unveils-new-uncrewed-vehicle
  • https://militaeraktuell.at/bladehaul-bushmaster-wird-zum-unbemannten-schwertransporter/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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