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US Air Force integriert modulare autonome Software in Collaborative Combat Aircraft (CCA) – Meilenstein für ein offenes Rüstungsökosystem

US Air Force integriert modulare autonome Software in Collaborative Combat Aircraft (CCA) – Meilenstein für ein offenes Rüstungsökosystem

24. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die US-Luftwaffe hat einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht: Autonome, regierungseigene Software wurde erfolgreich in beide Prototyp-Varianten ihrer Collaborative Combat Aircraft (CCA) integriert. Dieser Durchbruch demonstriert, dass die geplante offene, modulare Architektur – die Autonomy Government Reference Architecture (A-GRA) – funktioniert und damit die Grundlage für ein herstellerunabhängiges, wettbewerbsfähiges Rüstungsökosystem legt.

A-GRA und modulare offene Architektur: Entkopplung von Mission-Software und Hardware

Durch A-GRA können Mission-Software-Pakete von unterschiedlichen Anbietern (Collins Aerospace, Shield AI ) auf verschiedene Flugzeugplattformen ( General Atomics YFQ-42A, Anduril YFQ-44A) geladen werden, ohne dass die Hardware fest an einen Vendor gebunden ist. Wie Col. Timothy Helfrich, Portfolio-Acquisition-Executive der Air Force, betont:

„Verifying A-GRA across multiple partners is critical to our acquisition strategy. It proves that we are not locked into a single solution or a single vendor. We are instead building a competitive ecosystem where the best algorithms can be deployed rapidly to the warfighter on any A-GRA compliant platform, regardless of the vendor providing the algorithm.“

Die Vorteile lassen sich in wenigen Punkten zusammenfassen:

  • Schnelle Software-Updates ohne Vendor-Lock-in
  • Erhöhte Flexibilität bei der Mission-Konfiguration
  • Wettbewerbsfördernde Beschaffung, die Innovation beschleunigt
  • Kosteneinsparungen durch Wiederverwendung von Software-Komponenten

Finanzierungs- und Budgetübersicht FY2026

Das CCA-Programm ist finanziell stark unterstützt. Für das Geschäftsjahr 2026 hat der US-Kongress der Air Force ein Budget von 804,4 Millionen US-Dollar zugewiesen – inklusive obligatorischer und diskretionärer Mittel. Diese Summe verdeutlicht die strategische Priorität, die das Projekt innerhalb der US-Verteidigungspolitik genießt.

  • FY2026-Finanzierung: 804,4 Mio. $
  • Geplante Flottenstärke: mindestens 1.000 CCAs
  • Budget umfasst Forschung, Entwicklung, Prototyp-Tests und erste Serienvorbereitung

Strategischer Kontext: NGAD-Programm und Rolle der CCAs

Die CCAs sind ein integraler Bestandteil des Next-Generation Air Dominance (NGAD)-Programms, das ein Ökosystem aus fünfter- und sechster-Generation-Plattformen bildet. Im NGAD-Rahmen fungieren die unbemannten Wingmen als treue Begleiter für die F-35A und die zukünftige F-47, übernehmen Aufklärungs-, Luftkampf-, elektronische-Kriegsführungs- und Täuschungsaufgaben.

  • CCA-Rolle im NGAD-Ökosystem: Treue Wingmen für F-35A und F-47
  • Zeitrahmen: Integration in NGAD-Flotten 2025-2026 und darüber hinaus

Prototyp-Flüge und technische Meilensteine

Die beiden ersten Prototypen, YFQ-42A (General Atomics) und YFQ-44A (Anduril), haben seit 2025 bedeutende Testflüge absolviert.

  • Erstes Flugdatum YFQ-42A: August 2025 – weniger als zwei Jahre nach Programmstart
  • Semiautonome Mission-Dauer (Sidekick-Software): über 4 Stunden ununterbrochen im Februar 2026
  • Automatisierte Start- und Landevorgänge bereits demonstriert
  • Geplante Erstflüge von YFQ-44A mit Shield AI-Software in den kommenden Monaten

David Alexander, Präsident von General Atomics Aeronautical Systems, kommentierte den Erfolg:

„We are excited to collaborate with Collins to deliver enhanced autonomous mission solutions. The integration of Sidekick with our YFQ-42A demonstrates our commitment to innovation and operational excellence in unmanned aircraft technology.“

Jason Levin, Senior Vice President Engineering bei Anduril, fasste die Bedeutung für die Einsatzfähigkeit zusammen:

„YFQ-44A was designed from the ground up with an emphasis on modularity. The aircraft’s simple design, external weapons stores, and open hardware and software architectures ensure that the aircraft can easily be configured with a range of mission systems, software suites and payloads to support a wide variety of missions.“

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Design-Philosophie und Modularität der YFQ-44A

Anduril betont, dass die YFQ-44A von Grund auf modular konstruiert wurde. Kernprinzipien sind:

  • Einfaches Grundgerüst, das schnelle Anpassungen ermöglicht
  • Externe Waffen- und Sensor-Träger für flexible Payload-Integration
  • Offene Hard- und Software-Architekturen, die A-GRA-Kompatibilität garantieren

Dieses Design unterscheidet sich grundlegend von traditionellen, fest integrierten Plattformen und erlaubt es, neue Algorithmen und Missionen ohne umfangreiche Hardware-Modifikationen zu implementieren.

Beschaffungsreform und nationale Verteidigungsstrategie

Das CCA-Programm ist fest in die US-National-Defense-Strategy (2022-2026) eingebettet, die veraltete Beschaffungsrichtlinien abbauen und die schnelle Waffenproduktion fördern will. Durch die offene Architektur wird der „Vendor-Lock-in“ aktiv reduziert – ein zentrales Ziel der Reform.

  • Strategische Neuausrichtung: Abbau von Vendor-Lock-in, Förderung von Modularität
  • Unterstützung durch die aktuelle Verteidigungsstrategie

Risiken und Gegenargumente

Obwohl die technischen Fortschritte überzeugend sind, gibt es kritische Punkte, die die Realisierung einer 1.000-Stück-Flotte gefährden könnten:

  • Keine Großserienfertigung: Bisher sind nur zwei Prototypen als Proof-of-Concept gebaut; die Skalierung erfordert erhebliche Produktionskapazitäten und Kostenoptimierung.
  • Logistik und Wartung: Es fehlen noch robuste Pläne für Basis, Versorgung und Instandhaltung von Hunderten unbemannter Flugzeuge.
  • Kongress-Akzeptanz: Das Budget 2026 muss vom Kongress erneut bestätigt werden; politische Schwankungen könnten die Zeitpläne gefährden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist A-GRA und warum ist es wichtig?

A-GRA (Autonomy Government Reference Architecture) ist ein von der US-Air-Force entwickeltes, regierungseigenes Framework, das autonome Mission-Software verschiedener Hersteller (z. B. Collins, Shield AI) auf unterschiedliche Flugzeugplattformen (General Atomics, Anduril) integrieren kann – ohne einen Hersteller zu bevormunden. Dies bricht Monopole auf und fördert Wettbewerb.

Wann werden CCAs einsatzbereit sein?

Die Air Force plant operative Einsatzfähigkeit bis zum Ende des Jahrzehnts (ca. 2030). Das Jahr 2026 ist entscheidend für weitere Flüge, Design-Arbeiten und die Überzeugung des Kongresses.

Was ist der Unterschied zwischen Flug-Autonomie und Mission-Autonomie?

Flug-Autonomie steuert automatisierte Start-, Flug- und Landevorgänge (bereits bei YFQ-42A demonstriert). Mission-Autonomie erlaubt dem Flugzeug, Befehle zu verstehen und eigenständig Missionsaufgaben auszuführen – ein Erfolg, der im Februar 2026 mit Collins‘ Sidekick-Software gezeigt wurde.

Warum sind 1.000 CCAs notwendig?

CCAs sollen bemannte Kampfflugzeuge wie die F-35A und F-47 unterstützen, indem sie als Wingmen Aufklärung, Luftkampf, elektronische Kriegsführung und Täuschungsmissionen durchführen. Die Größe der Flotte spiegelt globale Präsenz- und Redundanzanforderungen wider.

Gibt es Konkurrenz zwischen General Atomics und Anduril?

Ja, aber strukturiert: Die Air Force hat beide Unternehmen beauftragt, um Wettbewerb zu fördern. General Atomics liefert YFQ-42A mit Collins-Sidekick, Anduril liefert YFQ-44A mit Shield AI-Software.

Fazit

Die erfolgreiche Integration von modularer, herstellerunabhängiger Autonomie-Software in die CCA-Prototypen markiert einen Wendepunkt für die US-Luftwaffe. Durch A-GRA wird die Trennung von Mission-Software und Plattform-Hardware realisiert, wodurch schnelle Updates, Kostenreduktion und ein wettbewerbsfähiges Industrienetzwerk möglich werden. Das robuste FY2026 -Budget von 804,4 Mio. $ unterstreicht die langfristige Verpflichtung, während die geplante Flottenstärke von mindestens 1.000 Einheiten das strategische Ziel einer breit einsetzbaren, agilen Luftüberlegenheitskraft verdeutlicht. Trotz offener Fragen zu Serienfertigung, Logistik und politischer Unterstützung zeigen die bisherigen Meilensteine – von ersten Flügen bis zu mehrstündigen semiautonomen Missionen – dass die technische Basis solide ist. Wenn die Air Force die identifizierten Risiken adressiert, könnte das CCA-Programm bis 2030 zu einem zentralen Pfeiler der NGAD-Strategie werden.

Quellen

  • https://www.congress.gov/crs-product/IF12740
  • https://www.airandspaceforces.com/air-force-cca-software-collins-shield-ai-autonomy/
  • https://defense.info/defense-systems/an-update-on-collaborative-combat-aircraft-january-2026/
  • https://www.defensenews.com/air/2026/02/12/us-air-forces-cca-program-advances-with-auto-flying-software-integration/
  • https://defensescoop.com/2026/02/12/air-force-testing-mission-autonomy-package-cca-drone-prototypes/
  • https://www.ga-asi.com/ga-asi-achieves-new-milestone-with-semi-autonomous-cca-flight
  • https://www.defenseone.com/defense-systems/2026/02/flight-tests-validate-mix-and-match-approach-robot-wingman-autonomy/411412/

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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