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Vorschlag für ein US-Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar im Fiskaljahr 2027 – Chancen, Finanzierung über Reconciliation und politische Rahmenbedingungen

Vorschlag für ein US-Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar im Fiskaljahr 2027 – Chancen, Finanzierung über Reconciliation und politische Rahmenbedingungen

7. Februar 2026 von Anna Schröder

Präsident Donald Trump hat kürzlich ein ambitioniertes Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen US-Dollar für das Fiskaljahr 2027 vorgestellt – ein Plus von 600 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Das Vorhaben setzt auf die Nutzung des Budget-Reconciliation-Verfahrens, um Modernisierung und Einsatzbereitschaft des US-Militärs zu stärken, und stößt gleichzeitig auf politische Spannungen im Kongress. Dieser Artikel beleuchtet den vorgeschlagenen Finanzplan, die politischen Rahmenbedingungen, die geplante Aufteilung der Mittel sowie die damit verbundenen Risiken.

Hintergrund des US-Verteidigungsbudgets FY2027

Der Präsident kündigte ein Gesamtbudget von 1,5 Billionen Dollar für das Fiskaljahr 2027 an, das eine Erhöhung um 600 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr darstellt. Laut dem Bericht von Breaking Defense (S1) soll das Geld vor allem dazu dienen, bestehende Defizite in Modernisierung und Einsatzbereitschaft zu schließen. Der Vorschlag beinhaltet ein Basisbudget von 1,1 Billionen Dollar, ergänzt durch 400 Milliarden Dollar, die über das Reconciliation-Verfahren in das Fiskaljahr 2026 eingebracht werden sollen.

Warum Budget Reconciliation entscheidend ist

Funktionsweise und Vorteile

Budget Reconciliation ist ein parlamentarisches Verfahren, das nur eine einfache Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses erfordert und damit das Risiko eines Filibusters umgeht. Es gilt als „mandatory spending“ und bietet mehr Flexibilität bei der Mittelzuweisung. Wie im Artikel von Military.com (S6) erläutert, ermöglicht das Verfahren eine schnellere Bereitstellung von Geldern, sodass das Militär nicht ein weiteres Jahr auf die Finanzierung warten muss.

„Das Reconciliation-Verfahren erfordert nur die Mehrheit in jedem Haus, ist verpflichtende Ausgabe und bietet mehr Flexibilität bei der Finanzierung von Konten.“ – Military.com, 2026

Politische Unterstützung im Kongress

Rolle von Mike Rogers und dem House Armed Services Committee

Der Vorsitzende des House Armed Services Committee, Mike Rogers, hat das 1,5-Billionen-Dollar-Ziel ausdrücklich gelobt und strebt für die nächste Reconciliation-Runde im Jahr 2026 ein Volumen von 450 Milliarden Dollar an. Diese Aussage signalisiert eine breite republikanische Rückendeckung und stärkt die Aussichten, das Budget trotz möglicher parteipolitischer Blockaden durchzusetzen.

„Das 1,5-Billionen-Dollar-Ziel ist ein klarer Ausdruck unserer Entschlossenheit, die militärische Überlegenheit der USA zu sichern. Wir streben für die nächste Reconciliation-Runde 450 Milliarden Dollar an.“ – Mike Rogers, 2026

Rogers verweist zudem auf die erfolgreiche Umsetzung der Reconciliation-Ausgaben von 2025, bei denen 150 Milliarden Dollar in zwölf breit gefasste Investitionskategorien, insbesondere im Schiffbau, investiert wurden (S4).

Vorgeschlagene Aufteilung und Finanzierungsplan

Basisbudget und Reconciliation-Betrag

Der Plan sieht vor, das Basisbudget für FY27 auf 1,1 Billionen Dollar zu erhöhen und zusätzlich 400 Milliarden Dollar über das Reconciliation-Verfahren für FY26 bereitzustellen. Damit würde das gesamte Finanzierungsvolumen von 1,5 Billionen Dollar erreicht.

Sechs Prioritätskategorien der $400 Mrd. Reconciliation

  • Munitions – 100 Milliarden Dollar für Beschaffung und Integration von KI/Autonomie in Munitionstechnologien bis 2030.
  • Ground Systems und KI-Integration – 50 Milliarden Dollar für neue Bodenkampfsysteme und KI-Erweiterungen.
  • Air und Sea Drones – 100 Milliarden Dollar für unbemannte Luft- und Seesysteme sowie zugehörige KI-Initiativen.
  • Golden Dome und Space – 40 Milliarden Dollar für das Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ mit Raum- und Bodenelementen.
  • People – 30 Milliarden Dollar für Personalboni, Rekrutierung, Retention, Sonderzahlungen und Programme zur Lebensqualität.
  • Readiness – 80 Milliarden Dollar für Instandhaltung, Modernisierung von Einrichtungen, militärischen Bau und Training.

Die Aufteilung spiegelt die Aussage aus dem Präsidenten-Statement wider, dass das Basisbudget die Grundbedürfnisse deckt, während die Reconciliation-Mittel gezielt langfristige Kurzfristlücken adressieren sollen.

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Risiken und Gegenargumente

  • Fehlender Spendplan für 60 Mrd. $ – Der DoD hat nur einen klassifizierten Plan für 90 Mrd. $ von den geplanten 150 Mrd. $ der 2025-Reconciliation eingereicht, was Transparenzprobleme schafft (S6).
  • CSIS-Analyse zu FY2027 – Warnt vor möglichen Kürzungen bei Force Structure und der Finanzierung von Ukraine/Israel, die das Erreichen des 1,5-Billionen-Dollar-Ziels gefährden könnten.
  • Kontinuierliche Kongress-Blockaden – Ein geteiltes Haus nach den Mid-Term-Wahlen könnte zu einem einjährigen Verteidigungs-Continuing-Resolution führen, wodurch das Budget von 1,5 Billionen Dollar nur als Kollateralschaden wirkt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Budget Reconciliation und warum ist es für die Verteidigung relevant?

Reconciliation erfordert nur eine einfache Mehrheit in beiden Kammern, gilt als verpflichtende Ausgabe (mandatory spending) und ermöglicht flexible Mittelzuweisungen. 2025 brachte bereits 150 Mrd. $ für die Verteidigung (HASC, 2025) (S4).

Unterstützt der Kongress Trumps 1,5-Billionen-Dollar-Plan?

Ja. Der Vorsitzende des House Armed Services Committee, Mike Rogers, lobt das Ziel und strebt für die nächste Reconciliation-Runde 450 Mrd. $ an (Military.com, Feb 2026) (S6).

Was ist das „Golden Dome“?

Ein vorgeschlagenes Raketenabwehrsystem mit Raum- und Bodenelementen, für das 40 Mrd. $ vorgesehen sind (Breaking Defense, Feb 2026) (S1).

Fazit

Der Vorschlag eines 1,5-Billionen-Dollar-Verteidigungsbudgets für FY2027 unter Präsident Trump kombiniert ein starkes Basisbudget mit einer ambitionierten Reconciliation-Finanzierung von 400 Mrd. $. Politische Unterstützung durch das House Armed Services Committee und die bereits erfolgte Reconciliation-Finanzierung von 150 Mrd. $ in 2025 geben dem Vorhaben Rückhalt. Gleichzeitig bestehen erhebliche Risiken: fehlende Transparenz bei Teilen des Spendplans, mögliche Kongress-Blockaden und konkurrierende Prioritäten, etwa für die Ukraine- und Israel-Unterstützung. Die Umsetzung hängt davon ab, ob der Kongress und das Pentagon die vorgeschlagenen Prioritäten klar kommunizieren und die Flexibilität des Reconciliation-Verfahrens nutzen können. Sollte dies gelingen, könnte das US-Militär seine Modernisierung beschleunigen und besser auf mehrschichtige geopolitische Bedrohungen reagieren.

Quellen

  • Breaking Defense – To finance the $1.5T defense budget, push for $600B in reconciliation (2026-02). https://breakingdefense.com/2026/02/to-finance-the-1-5t-defense-budget-push-for-600b-in-reconciliation/
  • House Armed Services Committee – Chairmen of Senate and House Armed Services Committees Back President Trump’s $1.5 Trillion Defense Budget Topline Proposal (2026-01). https://armedservices.house.gov/news/documentsingle.aspx?DocumentID=6380
  • Military.com – Congress Wants Answers From Pentagon on Classified $60 Billion Defense Budget (2026-02-05). https://www.military.com/daily-news/2026/02/05/congress-wants-answers-pentagon-classified-60-billion-defense-budget.html

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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