Zubr – Das neue russische SHORAD-System zur Drohnenabwehr
Das von Rostec entwickelte Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem (SHORAD) Zubr adressiert die wachsende Gefahr von Drohnenschwärmen und Kamikaze-Munition in modernen Konflikten. Das System kombiniert Radar-Erkennung, vier eigenständige Maschinengewehrmodule und einen zentralen Kommando-Hub, um kritische Infrastruktur und militärische Hochwertziele gegen unbemannte Luftfahrzeuge zu schützen. Seit dem 28. Januar 2026 befindet sich Zubr im aktiven Dienst des russischen Verteidigungsministeriums und ist bereits im Kampfeinsatz.
Was ist das Zubr SHORAD-System?
Zubr ist ein automatisiertes Punktverteidigungssystem, das speziell für die Nahbereichsabwehr (Short-Range Air Defense) konzipiert wurde. Es erkennt sowohl große Flugzeuge als auch kleine Drohnen und kamikaze-Munition rund um die Uhr. Die Hauptaufgabe liegt nicht in der Fernabwehr, sondern in der Schutzfunktion für hochwertige Assets wie Energieanlagen, Kommunikationsknoten und militärische Einrichtungen.
Technische Komponenten und Architektur
Das System besteht aus vier unabhängigen Kampfmodulen, die jeweils mit einem 7,62 × 54 mm-Maschinengewehr ausgestattet sind. Diese Module sind über ein dediziertes Radar mit einem zentralen Kommando-Posten vernetzt. Das Radar liefert 24-Stunden-Überwachung und kann Ziele autonom detektieren und verfolgen. Die wichtigsten Bauteile im Überblick:
- Vier Kampfmodule mit 7,62 × 54 mm-MGs
- Zentraler Kommando-Hub für Datenfusion und Bediener-Interface
- Eigenes Radarsystem zur Rund-um-die-Uhr-Erkennung
- Semi-autonomes Betriebsverfahren: Zielverfolgung automatisiert, Schussentscheidung liegt beim Bediener
Durch diese modulare Bauweise kann Zubr schnell an verschiedene Einsatzorte transportiert und dort als Punktverteidigungslösung etabliert werden.
Automatisierungs- und Einsatzmodus
Im automatisierten Modus scannt das Radar kontinuierlich den Luftraum, identifiziert potenzielle Bedrohungen und verfolgt sie eigenständig. Sobald ein Ziel als potenziell gefährlich eingestuft wird, wird dem Bediener eine Warnung angezeigt. Die finale Schussentscheidung bleibt jedoch beim Menschen, wodurch das System die Vorteile der schnellen Reaktion mit der Kontrolle des Operators kombiniert. Dieser semi-autonome Ansatz soll insbesondere bei koordinierten Drohnenschwärmen die Reaktionszeit verkürzen und die Belastung des Bedienpersonals reduzieren.
Rostec betont, dass die Automatisierung „die Reaktionszeit deutlich verkürzt und die Bediener-belastung bei massiven Drohnenangriffen reduziert“ (Ozdoev, 2026).
Erste Lieferung und Einsatzstatus
Die ersten Zubr-Systeme wurden am 28. Januar 2026 von Rostec an das russische Verteidigungsministerium übergeben. Die offizielle Übergabe wurde von der High Precision Systems Holding bestätigt ( TASS, 28.01.2026 ). Laut dem Pressedienst von Voennoe Delo sind die Systeme bereits im Kampfeinsatz und schützen kritische Infrastruktur vor Drohnen und Kamikaze-Munition ( Voennoe Delo, 28.01.2026 ).
Rostecs Rüstungsdirektor Bekhan Ozdoev erklärte nach den Tests: „Die hohen Trefferquoten gegen kleine, schnelle Objekte bestätigen die Wirksamkeit von Zubr in modernen Drohnenabwehr-Szenarien.“ Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung des Systems für die russische Nahverteidigung.
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Bewertung und Grenzen der Wirksamkeit
Obwohl die ersten Tests eine „konstante“ Leistung gegen kleine, schnelle Ziele zeigten, gibt es noch offene Fragen:
- Die effektive Reichweite ist als reines Nahbereichssystem definiert; konkrete Distanzangaben fehlen.
- Unabhängige Verifikationen der Trefferquote in realen Kampfeinsätzen liegen bislang nicht vor.
- Zubr ersetzt keine langfristige Fernabwehr und kann Schwarmangriffe nur begrenzt abwehren.
Analysten weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit gegen massierte Drohnenschwärme noch nicht umfassend geprüft ist. Dennoch bietet das System eine sofortige Lösung für die Punktverteidigung hochkritischer Einrichtungen.
Fazit
Das Zubr-SHORAD-System stellt einen wichtigen Schritt in der russischen Luftverteidigung dar, indem es automatisierte Radar-Erkennung mit menschlicher Entscheidungsgewalt verbindet. Seit der ersten Lieferung am 28. Januar 2026 ist das System bereits im aktiven Dienst und schützt kritische Infrastruktur vor Drohnen- und Kamikaze-Bedrohungen. Während die technische Architektur – vier 7,62 × 54 mm-MG-Module, zentrales Kommando-Hub und 24/7-Radar – solide Grundlagen für die Nahbereichsabwehr bietet, bleiben offene Fragen zur Reichweite und zur Wirksamkeit gegen größere Drohnenschwärme. Zukünftige Tests und unabhängige Evaluierungen werden entscheidend sein, um das volle Potenzial von Zubr im modernen Gefecht zu bewerten.
